Lausitz Festival 2024
: Team um Intendant Daniel Kühnel stellt neues Programm vor

Intransparente Finanzierung, zu wenige Kreative aus der Region ‒ das Lausitz Festival stand zuletzt in der Kritik. Nun wurde das neue Programm vorgestellt.
Von
Michael Heider
Berlin
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Vorstellung des Programms des Lausitz–Festivals 2024: 22.04.2024, Berlin: Ein Plakat des Lausitz-Festivals 2024 ist in der Landesvertretung Brandenburg bei der Vorstellung des diesjährigen Programms zu sehen. Das diesjährige Festival findet vom 24. August bis 14. September 2024 in Brandenburg und Sachsen statt. Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Lausitz Festival geht zwischen 24. August und 14. September 2024 in seine fünfte Ausgabe. In Berlin wurde das neue Programm vorgestellt.

Jens Kalaene/dpa

Rund 60 Veranstaltungen in zehn Sparten – auch die fünfte Ausgabe des Lausitz Festivals besteht aus einem ambitionierten Veranstaltungsreigen. Am Montag (22. April) haben Verantwortliche und Beteiligte einen ersten Einblick in das diesjährige Programm der Kulturreihe gegeben, die zwischen 24. August und 14. September stattfindet.

Wie in den Jahren zuvor beinhalten die drei Festivalwochen Veranstaltungen in den Bereichen Theater, klassische Konzerte, Tanz, Film, Literatur und Diskussionsrunden. Sie stehen diesmal unter dem Inspirationswort „Anderselbst“ und sind in Spielstätten an insgesamt 21 Orten in der gesamten Lausitz zu erleben.

Klagen über zu wenige Kunstschaffende aus der Lausitz

In den zurückliegenden Monaten gab es wiederholt Kritik am Lausitz Festival, darunter auch die Klage, regionale Kulturschaffende würden zu wenig einbezogen. Eine Sicht, die Intendant Daniel Kühnel in am Montag in Berlin nicht teilen wollte. Auf die Frage, ob die Kritik Auswirkungen auf das neue Programm gehabt habe, antwortete er: „Ich glaube, es war der Anspruch des Lausitz Festivals von Anfang an, auch Lausitzer Künstlerinnen und Künstler dabeizuhaben.“ Man wolle diesmal aber deutlicher kommunizieren, „wo die Lausitz im Lausitz Festival ist“, so Kühnel.

Los geht es mit einem Lausitz-Chor in Görlitz

Starten will das fünfte Lausitz Festival am 24. August mit dem Konzert „Freude schöner Lausitzfunken“ in Görlitz, bei dem ein in der Lausitz zusammengestellter Chor Beethovens Vertonung der „Ode an die Freude“ darbieten soll. Tags darauf soll die erste Vorführung der Shakespeare-Inszenierung „Othello / Die Fremden“ auf dem Telux-Gelände in Weißwasser stattfinden. Das Stück von Regisseur Marcel Kohler ist eine von acht Originalproduktionen der diesjährigen Festivalsaison.

Des Weiteren kehrt die französische Choreografin Margaux Marielle Tréhoüart zurück zum Lausitz Festival. Sie war im vergangenen Jahr mit der Uraufführung „Gletscher“ Teil des Programms. Ihre neue Produktion „Stille Post – lauter Träume“ stellte sie in Berlin selbst vor. Hierfür sei sie monatelang durch die Lausitz gereist und habe in Gesprächen und Workshops den Austausch mit Menschen vor Ort gesucht, so die Tänzerin. Herausgekommen ist eine Verknüpfung von Musik und Tanz, die im Hangar 1 auf dem ehemaligen Flugplatz Cottbus-Nord gezeigt wird.

Ebenfalls im Programms ist der bekannte Theaterregisseur Claus Peymann, der anlässlich des 100. Todesjahres von Franz Kafka dessen „Ein Bericht für eine Akademie“ in Weißwasser inszeniert. Für Konzerte kommen u.a. die finnische Sopranistin Camilla Nylund und der Komponist Haggai Cohen-Milo in die Lausitz. Als Teilnehmer von Diskussionsrunden sind etwa Carl Hegemann, Susan Neiman und Richard David Precht angekündigt.