Frostfeuernächte in Heidesee 2025
: Mehr als Metal – ist das Festival ein Geheimtipp?

Ein Paradies für Metal-Fans. Beim Festival Frostfeuernächte am Frauensee in Heidesee gibt es auch 2025 mehr als nur harte Musik. Was macht das Winterfest so besonders?
Von
Janine Reinschmidt
Heidesee
Jetzt in der App anhören
Das Winter-Festival Frostfeuernächte am Frauensee in Königs Wusterhausen ist im vollen Gang. Bis Samstag können Interessierte die Welt der Metal-Musik erleben.

Das Winter-Festival Frostfeuernächte am Frauensee in Königs Wusterhausen ist in vollem Gange. Bis zum 15. Februar können Interessierte die Welt der Metal-Musik erleben.

Janine Reinschmidt
  • Frostfeuernächte in Heidsee 2025 bietet Metal-Fans ein Winter-Festival vom 13. bis 15. Februar.
  • Festivalgründer Felix Kramer beschreibt es als „Klassenfahrt für jung Gebliebene“.
  • Highlights: Metal-Bands, Nagelhämmern, Bogenschießen, Axtwerfen, Anbaden im Frauensee.
  • Besucher aus verschiedenen Ländern; familiäre und friedliche Atmosphäre.
  • Tageskarten für 55 Euro an der Abendkasse erhältlich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn ein Hit die aktuelle Winterlandschaft in Brandenburg beschreiben müsste, dann wäre es wohl das Kinderlied „Schneeflöckchen, Weißröckchen.“ Zwar gibt es beim Winterfestival Frostfeuernächte, das vom 13.-15.2. läuft, keine sanften Klänge, sondern Metal-Geknalle auf die Ohren, dafür macht der Festivalname dem Wetter alle Ehre. Eine Feuernacht bei frostigem Wetter und Schnee. Im Hinblick auf Valentinstag klingt das schon fast romantisch.

„Eigentlich habe ich mir solch ein Wetter beim Festival auch immer gewünscht“, sagt Marcus Grüneberg mit einem Lächeln, als er die verschneite Landschaft um das Festivalgelände erspäht. Der Metal-Fan aus Fürstenwalde kommt schon seit mehreren Jahren zu den Frostfeuernächten und sei jedes Mal von Neuem begeistert.

Er lobt vor allem die Metal-Community. „Es gibt keine Gewalt, Unruhe oder Schlägereien. Das Festival hier ist ein sicherer Ort, an dem jeder so sein kann, wie er möchte“, führt er fort.

Frostfeuernächte: schwarze Kutten, große Teddybären

Felix Kramer, der das Festival ins Leben gerufen hat, vertritt die Meinung: „Ich sage immer, das ist eine Klassenfahrt für jung Gebliebene, die alle ein wenig finster aussehen, aber eigentlich große Teddybären sind.“

Typisch für die Metal-Szene seien, neben der schwarzen Kleidung, die Kutten, die angezogen wie Westen aussehen, erklärt Marcus Grüneberg weiter. Auf den Kutten kleben dann Patches oder Anhänger von anderen Festivals oder Metal-Bands.

Ein anderer Besucher, der anonym bleiben möchte, sich aber ironischerweise als Zwerg mit Hut und Bart bezeichnet, unterschreibt Grünebergs Aussage über die Metal-Gemeinschaft vor Ort. „Ich liebe es, dass das Festival übersichtlich ist und familiär geführt wird. Somit haben auch lokale Bands eine Chance, sich auf der Bühne zu beweisen“, sagt er. Übernachtet wird entweder in den Jugendherbergen vor Ort oder im Wohnwagen am hauseigenen Campingplatz.

Ist das Festival ein Geheimtipp in Brandenburg?

Dazu gibt es zwei Sichtweisen, wie Marcus Grüneberg erklärt. „Die meisten Metal-Fans kennen Frostfeuernächte. Es ist ja auch so besonders, weil es im Winter stattfindet.“ Immerhin lockt das Festival nach Angaben des Betreibers Felix Kramer Besucher weltweit an. „Wir verzeichnen Gäste aus Kanada, Italien, Griechenland, Belgien und weiteren Ländern.“ Dennoch seien die Frostfeuernächte außerhalb der Metal-Fans noch unbekanntes Terrain. „Wir sind halt kein Festival wie Wacken, welches man einfach kennt.“

Heute zählen die Frostfeuernächte rund 400 Gäste. „2020, also vor Corona, hatten wir mit 700 Besuchern den Höchststand erreicht“, erklärt Felix Kramer. Durch die langsam steigende Besucherzahl finden die Frostfeuernächte mittlerweile aber nicht mehr wie früher am Hölzener See statt, sondern am KiEZ Frauensee in Heidesee zwischen Königs Wusterhausen und Storkow.

Genutzt wird das Areal des dort ansässigen Ferienlagers, welches ein beliebtes Ausflugsziel für Klassenfahrten ist. „Als das Festival dann irgendwann hierher umgezogen ist, habe ich den Ort sofort wiedererkannt. Ich war 2009 auch mal am Frauensee auf Klassenfahrt“, sagt der Frostfeuernächte-Fan Felix Weiß aus Riesa, Sachsen.

Festivalbesucher wärmen sich am Frauensee auf und genießen die Ruhe am Lagefeuer.

Festivalbesucher genießen die Ruhe am Frauensee und wärmen sich am Lagerfeuer.

Janine Reinschmidt

Die Stage, sowie Bar und die Essensausgabe befinden sich in der großen Speisehalle. Draußen laden ein Lagerfeuer und weitere, kleine Büdchen, die unter anderem vegane und vegetarische Speisen anbieten, für ein ruhiges Beisammensein ein.

Während sich der erste Act auf der Bühne warm singt, beziehungsweise warm schreit, übt sich Felix Weiß, der das Festival seit Stunde eins besucht, im Nagelhämmern.

Die drei Disziplinen bei Winter-Festival in Heidsee

Dabei ist Geschick gefragt. Denn bei der Aktivität muss ein kleiner Nagel, der auf einem Holzklotz leicht reingedreht wird, mit einem langen Hammer in das Holz geklopft werden. Gehalten wird der Hammer am äußersten Ende. Das Nagelhämmern ist allerdings nur eine von drei Disziplinen, denen sich Besucher stellen können.

Wer nicht nur tanzen möchte, kann seine Kräfte im Bogenschießen oder im Axtwerfen messen. „Am Ende gibt es einen Wettbewerb in den drei Disziplinen. Der Gewinner erhält für das nächste Jahr freien Eintritt zum Festival“, sagt Festivalbetreiber Felix Kramer.

Felix Weiß aus Sachsen macht beim Nagelhämmern mit. Eine von drei sportlichen Disziplinen auf dem Metal-Festival Frostfeuernächte in Heidsee.

Felix Weiß aus Sachsen macht beim Nagelhämmern mit. Eine von drei sportlichen Disziplinen auf dem Metal-Festival Frostfeuernächte in Heidsee.

Janine Reinschmidt

Für Hartgesonnene bietet das Festival am Samstagvormittag zusätzlich das sogenannte Anbaden. Sprich, jeder erhält die Möglichkeit, in den angrenzenden, kalten Frauensee zu hüpfen. „Da mache ich aber nicht mit. Ich mag es zwar frisch, aber das ist mir zu frisch“, erzählt Marcus Grüneberg und lächelt.

Metal-Bands, die auf dem Winterfestival spielen

Valley of the Sluts, Ondfodt, Maat, Ruins of Perception, XIV Dark Centuries, Enisum, Illdisposed, AHAB, Agarson, Everythings Dies, Defaced Humanity, Hallg, Excrementory Grindfuckers, Gernotshagen, Robse, Primordial

Wer spontan zum Winterfestival möchte, kann sich für Freitag (14.2.) oder Samstag (15.2.) ein Tagesticket an der Abendkasse kaufen. Die Bands starten am Freitag ab 15 Uhr und am Samstag ab 14 Uhr. Der Preis pro Tageskarte liegt bei 55 Euro.