Alexander Knappe, lassen Sie uns kurz einen Blick zurück auf Ihre, na nennen wir sie mal, „spontane“ Autokino-Festival-Premiere 2020 werfen. Wie lautet Ihr Resümee, so roundabout ein Corona-Jahr danach?

Alexander Knappe: Immer noch fantastisch! Das war ein Riesenerfolg, keine Frage! Aber es waren auch extrem anstrengende Wochen. „Angeschoben“ hatten wir das ja damals unmittelbar zu Beginn des ersten Corona-Lockdowns, als noch niemand so richtig wusste, was Corona überhaupt ist oder wie man das Virus wirksam bekämpft. Und irgendwie dachte man noch, in zwei oder drei Monaten wäre der „Spuk“ sowieso vorüber ...

Was ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Das grandiose Finale mit „Gestört aber Geil“. Und zwar, weil es genau das war: einfach nur geil, mit drei Ausrufezeichen!!! Und besonders stolz bin ich im Nachhinein auf das Konzert vom Staatstheater Cottbus. Lieben Dank noch mal an alle Musiker und Techniker und natürlich an Generalmusikdirektor Alexander Merzyn, das war echt mega! 150 Autos standen da, das Wetter war total mies, und obwohl sich schon der Einlassbeginn wegen Regen enorm verzögert hatte und das Konzert schließlich abgebrochen werden musste, blieben die Besucher freundlich, verständnisvoll und diszipliniert. Es war deshalb eine so großartige Veranstaltung, weil alle Beteiligten vor, auf und hinter der Bühne dichter zusammengerückt waren, im übertragenen Sinne. Das hatte Symbolcharakter.

Und nun also eine Neuauflage des Ganzen. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Weil ich glaube, dass die Leute gerade jetzt wieder ein bisschen Sonne im Kopf brauchen, einen Hoffnungsschimmer. Gerne hätte ich in diesem Jahr auf ein coronabedingtes, zweites Autokino-Festival verzichtet. „Richtige“ Live-Events, wie das „Liebe-kennt-keine-Liga“-Open-Air zum Beispiel, wären mir auch lieber. Aber: Jammern, gar nichts tun, ist nicht mein Ding. Und nützt ja auch niemandem! Zurzeit hat man das Gefühl, es gäbe außer Negativschlagzeilen und Hiobsbotschaften rund ums Thema Corona nichts anderes mehr. Ich aber glaube an das Licht am Ende des Tunnels, und ein kleines Fünkchen, gewissermaßen ein Vorbote dessen, soll das zweite Lausitzer Autokino-Festival sein. Es ist eine Chance, die man umarmen sollte, in diesen Zeiten.

Woher nehmen Sie eigentlich Ihre unerschütterliche Zuversicht, diese Power und dieses Sich-nicht-unterkriegen-Lassen?

Na ja ... ich sage mal so: Ich war Profifußballer und habe im Leben schon mehrfach „auf die Birne“ bekommen. Es läuft halt nicht immer alles wie geplant. Weder auf dem Rasen noch im „echten“ Leben. Wichtig ist, sich den Herausforderungen des Lebens, so, wie es ist, zu stellen, sie anzunehmen und auch zu kämpfen. Als letztes Jahr um diese Zeit klar war, dass „Liebe kennt keine Liga“ nicht stattfinden kann, hab ich gesagt: „Lasst uns eine Alternative finden“ und bin losgerannt: Sponsoren, Rundschau, Künstler, Technik-Crews und so weiter. Und dieses Jahr ist es genauso.
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Youtube Das sagen die Besucher!

Wenn man solche Projekte in Angriff nimmt, sollte man immer davon ausgehen, dass man damit auch auf die Schnauze fliegen kann. Das ist meine Grundeinstellung: Das kann auch alles kräftig nach hinten losgehen! Wissen Sie, vor wenigen Wochen ist ein guter Freund von mir unerwartet verstorben. Da war mir schlagartig wieder bewusst, wie krass begrenzt und wertvoll die Zeit ist, die wir haben. Wir sollten sie so gut wie möglich mit Leben füllen, denn letztendlich bereut man immer nur das, was man nicht gemacht hat!

Und als Sänger?

Seit fast einem Jahr bin ich nicht mehr vor Live-Publikum aufgetreten und habe so was von Bock auf Konzerte vor Leuten, das ist kaum in Worte zu fassen! Ich will einfach wieder auf die Bühne und stellvertretend, mit und für viele andere in der Kulturbranche ein Zeichen setzen: Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man das auch, Corona hin oder her! Wie oft heißt es: „Wo sind die Leute, die was wagen?“ Da kann ich nur sagen: „Hier sind wir!“

Wen genau meinen Sie mit „wir“?

Die Technik-Crew der Firma „Atlantis Audio“ um Volkmar Kusch, Diana Jahn von der Lausitzer Rundschau, PR-Berater und Moderator Denis Kettlitz, die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Cottbus, unseren neuen Medienpartner BB-Radio und das Center-Management vom Lausitz-Park. Jede Menge Leute also für die Planung, Organisation und Durchführung der geplanten Veranstaltungen. Plus Sponsoren!
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Youtube Backstage beim Autokino-Festival 2020

Die da heißen ...?

Sparkasse Spree-Neiße, Lotto Brandenburg, Autohaus Cottbus, Massa-Haus, ES Pechmann und Edeka als Hauptsponsoren. Ohne die wäre das Ganze nicht zu machen.

Ist es nach einem Jahr Corona-Krise eigentlich schwieriger, Sponsoren zu gewinnen?

Na ja, nicht wirklich. Wenn ich auf Sponsoren-Suche bin, bekomme ich regelmäßig Gänsehaut. Weil ich eine Verbundenheit spüre, die durch nichts aufzuwiegen ist. Da sind Leute am Start, die wollen in der Region wirklich was bewegen, sind Lausitzer mit Herz und Hand. Da renne ich mit der Idee offene Türen ein. Echt der Hammer! Einige kleinere Firmen jedoch können es sich aktuell nicht leisten, gleich einen Tausender oder zwei zu verschenken. Die geben aber trotzdem was, wie es gerade „geht“. Wichtig ist nun, dass wir möglichst viele Besucher, sprich: zahlendes Publikum, für das Autokino-Festival begeistern können. Also, Leute: Bitte Tickets kaufen und kommen!

Stichwort „Charity“?

Ja, auch das ist in Vorbereitung, ich denke da an einen Euro pro verkauftem Ticket als Spende für einen guten Zweck. Details in Kürze!

Was ist für das Lausitzer Autokino-Festival in diesem Jahr von Ihrer Seite alles geplant?

Auf jeden Fall ein Boxkampf! Da sind wir gerade dran. Ich habe dieses Bild vor Augen: der Ring und die Autos drumherum, die riesige Leinwand, der Jubel, das Hupen, die Atmosphäre! Und wir sind am Verhandeln, ob wir vielleicht das Landespokal-Finale und die Pokalspiele von Energie Cottbus live übertragen dürfen. Angedacht ist auch eine Auto-Demo zum 1. Mai in Kooperation mit dem DGB. Und die öffentliche Mitgliederversammlung des FC Energie Cottbus. Meine Band und ich werden wieder mindestens ein Konzert spielen, ein Gottesdienst ist geplant und der beliebte „Energie-Tag“ ... diesmal, wenn es klappt, mit Eduard Geyer und Torsten Mattuschka!
„Gestört aber Geil“ sind auch wieder angefragt. Momentan tut sich da insgesamt noch sehr viel. Aber es ist teilweise gar nicht einfach, Kinofilme auszuleihen oder Künstler zu buchen, weil viele Verleihfirmen, Konzertagenturen und Künstlermanagements ihre Arbeit extrem runtergefahren oder sogar komplett eingestellt haben. Neu ist die Idee „Rent A Autokino“, ein Angebot für Firmen, Vereine oder Institutionen. Ob Sommerfest, Jubiläum, Betriebsversammlung, Werbeveranstaltung oder Jugendweihe, alles kann, nichts muss. Man könnte durchaus auch eine Corona-Schnelltest- und/oder Impfstraße einrichten. Muss man nur wollen (lacht)! Auf jeden Fall hat man hier die Möglichkeit, mal wieder im Kreis der Familie, mit Freunden, Kollegen und Partnern gemeinsam etwas zu erleben. Wer Interesse hat, am besten Diana Jahn kontaktieren: 0355 481 550.

Praktische Erfahrungen für die Umsetzung verschiedenster Ideen haben Sie ja zuhauf ...

Eben! Allein von der Infrastruktur, der Technik und den Abläufen her, wissen wir ganz genau, was wie funktioniert und was nicht. Hinzu kommt, dass das Tragen von Masken, das Einhalten von Abständen und ähnliche Hygieneregeln inzwischen für uns alle zum Alltag gehören. Das war letztes Jahr noch ganz anders. Insofern glaube ich, dass wir es bei den Veranstaltungen ab 1. Mai einen Tick leichter haben werden.

Was haben Sie eigentlich finanziell davon?

Ich (lacht)?! Bis auf ein kalkuliertes Maß an Risiko erst einmal rein gar nichts. Ich mache es trotzdem. Ehrenamtlich. Der Sache wegen. Weil ich das Gefühl hab, dass es mir ganz viel gibt, so ein Ding durchzuziehen. Ich möchte nur irgendwann rückblickend sagen können: „Hey, weißt du noch, damals, als Corona die ganze Welt außer Gefecht gesetzt hat?! Du hast dich nicht unterkriegen lassen und alles rausgehauen, was ging. Trotz Gegenwind.“ Jedes Mal, wenn ich mir die Fotos und Videos vom Autokino-Festival im letzten Jahr so anschaue, wird mir auf’s Neue klar, dass jedes einzelne kleine Lächeln der Leute im Publikum die Mühe wert ist ...

Tickets für das Autokino-Festival 2021


Der Ticketverkauf für die ersten Veranstaltungen ist ab sofort gestartet. Auf www.autokinofestival.de sind die Tickets nuchbar. Hier gibt es auch alle weiteren Infos rund um das diesjährige Autokino-Festival.