Zigaretten-Werke schließen
: Philip Morris beendet Produktion in Berlin und Dresden

Warum die Zigaretten-Werke in Berlin und Dresden von Philip Morris geschlossen werden und wie viele Mitarbeiter entlassen werden müssen. Das ist der Grund.
Von
dpa
Dresden/Berlin
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ARCHIV - Zigaretten liegen in einer geöffneten Packung (Archivfoto vom 26.07.2005). Die Raucher in Deutschland müssen sich auf höhere Preise für Zigaretten und Tabak einstellen. Marktführer Philip Morris habe eine neue Preisliste an den Großhandel verschickt, mit der die Preise einzelner Produkte ab Juni erhöht werden, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch (08.04.2009) in München mit. Foto: Frank Rumpenhorst (zu dpa 0597 vom 08.04.2009) +++ dpa-Bildfunk +++

Das Ende für die Zigaretten aus dem Osten Deutschlands. Warum Philip Morris seine Mitarbeiter in Berlin und Dresden entlassen will. (Symbolbild)

Frank Rumpenhorst/dpa
  • Philip Morris schließt Zigaretten-Werke in Berlin und Dresden, 372 Mitarbeiter betroffen.
  • Produktionsende in Berlin Mitte 2025, in Dresden Mitte 2024.
  • Grund: Rückgang der Tabaknachfrage in Europa.
  • Betriebsräte und Sozialpartner suchen faire Lösungen für die Mitarbeiter.
  • Kritik von Politik und Gewerkschaften an der Schließung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Keine Zigaretten aus Deutschland mehr. Die zwei deutschen Zigaretten-Fabriken des weltweit bekanntesten Zigarettenherstellers Philip Morris sollen geschlossen werden. Wann die Tabak-Werke schließen, wie viele Mitarbeiter entlassen werden und warum die Zigaretten-Produktion in Ostdeutschland ein Ende findet.

Übersicht:

  • Wie viele Mitarbeiter von der Philip-Morris-Schließung betroffen sind
  • Warum die Zigaretten-Produktion in Deutschland eingestellt wird
  • Kritik am Ende der Tabak-Fabriken in Berlin und Dresden

Zigaretten aus Berlin und Dresden: So viele Mitarbeiter werden entlassen

Der Tabakkonzern Philip Morris will seine Produktion in Deutschland beenden. Die Entscheidung betrifft die Fabriken in Berlin und Dresden, wie das Unternehmen mitteilte. 372 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien möglicherweise betroffen. Für sie sollen mit Betriebsräten und Sozialpartnern „faire und sozialverträgliche Lösungen“ vereinbart werden.

Philip Morris: Wann endet die Produktion der Tabak-Waren im Osten?

Begründet wird der Schritt mit einer seit Jahren zurückgehenden Nachfrage nach Zigaretten und Tabak in Europa. Das Unternehmen habe alle verfügbaren Optionen zur Produktionsanpassung sorgfältig geprüft, heißt es in der Mitteilung. Bei der Philip Morris Manufacturing GmbH in Berlin soll die Produktion in der ersten Jahreshälfte 2025 eingestellt werden. Die f6 Cigarettenfabrik GmbH & Co. KG in Dresden folgt Mitte des kommenden Jahres.

Philip Morris International überprüfe seine Geschäftsprozesse laufend, um die betriebliche Effizienz sicherzustellen, sagte Jan Otten, der für beide deutschen Werke als Managing Director verantwortlich ist, laut Mitteilung. „Wir sind uns bewusst, dass schwierige, aber notwendige Entscheidungen getroffen werden müssen, um uns an die aktuellen Marktentwicklungen anzupassen.“ Der Fokus werde darauf liegen, die betroffenen Mitarbeiter dieser schwierigen Phase zu unterstützen.

Zu dem internationalen Tabakkonzern gehören unter anderem die Marken Marlboro, L&M und Chesterfield. Der Unternehmenssitz der deutschen Tochtergesellschaft ist in Gräfelfing bei München. Insgesamt beschäftigt Philip Morris eigenen Angaben nach etwa 1.400 Mitarbeiter in Deutschland.

Philip Morris International Inc

Mit einem Anteil von 15,5 Prozent am weltweiten Tabakmarkt ist Philip Morris International Inc. der international größte privatwirtschaftliche Hersteller von Tabakprodukten.

Sechs der fünfzehn meistgekauften Zigarettenmarken gehören zu Philip Morris, darunter Marlboro.

Die deutschen Marken f6, Juwel, Karo, Pielroja (D) sind ebenfalls Philip-Morris-Marken.

Kritik an der Schließung der Zigaretten-Werke in Berlin und Dresden

Der Dresdner Bundestagsabgeordnete Markus Reichel (CDU) bedauert den Schritt laut einer Mitteilung. „Hier in Dresden geht damit eine lange Tradition zu Ende“, sagte er demnach. Für ihn stelle sich die wichtige Frage, ob alle Wege der Vermeidung einer Schließung geprüft wurden. Ähnliche Zweifel äußert auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Tabakkonzern setze gute und der Zigarette treue Beschäftigte an beiden Standorten kalt auf die Straße, sagte Uwe Ledwig, Vorsitzender des NGG-Landebezirks Ost, laut einer Mitteilung.