Illegale Zigaretten: Das hat der Zoll bei einer Razzia in Brandenburg gefunden

Polizisten schauen in Radevormwald (NRW) in ein Gebäude. Bei Durchsuchungen wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hat die Polizei 17 Menschen vorläufig festgenommen.
Wolfram Lumpe/dpa- Razzien in Brandenburg und NRW am 23. Oktober führten zu 17 Festnahmen und 10 Durchsuchungen.
- Im Fokus: Steuerhinterziehung durch eine illegale Zigarettenfabrik in Radevormwald.
- Hauptverdächtiger: 38-jähriger Mann aus Moldau, aktiv seit Juli 2024.
- Einsatz von Bundespolizei, Zollkriminalamt und mehreren Hauptzollämtern.
- Produkte wurden auf dem deutschen und europäischen Schwarzmarkt verkauft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist ein Milliardengeschäft für die Mafia: Mit dem Schmuggel und der illegalen Produktion von Zigaretten verdienen Gruppen der Organisierten Kriminalität, vor allem aus Osteuropa, viel Geld. Dagegen sind nun Zoll und Polizei vorgegangen.
Bei Durchsuchungen wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hat die Polizei am frühen Morgen des 23. Oktober 2024 insgesamt zehn Objekte durchsucht. Das teilte das Zollfahndungsamt Essen mit.
Objekt in Brandenburg an der Havel durchsucht
Den Angaben zufolge waren die Ermittler im Auftrag der Wuppertaler Staatsanwaltschaft in neun Objekten in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Zusätzlich wurde in Brandenburg an der Havel eine Durchsuchung durchgeführt, wie eine Sprecherin des Zollfahndungsamtes auf Nachfrage bestätigt.
Insgesamt richtet sich der Einsatz gegen 17 Personen, für die Einsatzkräfte Haftbefehle im Gepäck haben. Unterstützt werden sie von Spezialkräften der Bundespolizei und des Zollkriminalamtes. Beteiligt waren demnach auch die Hauptzollämter Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Krefeld, Köln, Potsdam und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg.
Haupt-Tatverdächtiger ist laut Mitteilung ein 38-jähriger Mann aus der Ex-Sowjetrepublik Moldau. Er soll mit einer Gruppe seit mindestens Juli 2024 in Radevormwald östlich von Wuppertal eine illegale Zigarettenfabrik betrieben haben. Die Produkte sollen dabei auf dem deutschen und europäischen Schwarzmarkt verkauft worden sein.
Illegale Zigarettenproduktion: Das findet der Zoll in Brandenburg
In Brandenburg an der Havel haben die Ermittler einen Umschlagplatz für die illegale Zigarettenproduktion vermutet – und sind bei der Durchsuchung der Lagerräume fündig geworden. Kiloweiße Zigarettenpackungen seien auf Paletten sichergestellt worden, bestätigt die Sprecherin des Zollfahndungsamtes. Die weiteren Ermittlungen dauern an.
Erst vor wenigen Tagen hatte die Beratungsfirma KPMG in einem Bericht vor den gigantischen Umsätzen gewarnt, die die Organisierte Kriminalität mit solchen Produktionsanlagen macht. Auf über 16 Milliarden Euro rechnen die Macher der Studie den Schaden für die untersuchten EU-Länder. 368 Millionen davon entfallen auf Deutschland.
70 illegale Produktionsstätten für Zigaretten in der EU
70 illegale Produktionsstätten sind laut KPMG im vergangenen Jahr in der EU aufgespürt worden. Offenbar aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Der Strom an Fälschungen reißt nicht ab“, sagt Tammo Körner, Senior Manager beim Zigarettenhersteller Philip Morris Deutschland.
Für die Kriminellen lohnt sich der Aufbau solcher Anlagen, selbst, wenn sie dann entdeckt werden. Laut KMPG lassen sich damit allein in einer Woche über 600.000 Euro verdienen. Die Kosten von rund 400.000 Euro hätten die Kriminellen so innerhalb von fünf Tagen amortisiert.

