Das Wetter in Brandenburg und Sachsen hatte am Mittwochabend schon mit einem Schneegewitter verrückt gespielt. Nun erwartet die Lausitzer eine Kältewelle am Wochenende. Was es damit auf sich hat, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met.

Welches Wetter erwartet die Lausitz am Wochenende?

In Berlin, Brandenburg und im Norden von Sachsen kommen leichter Dauerfrost, Glätte und Flockenwirbel auf uns zu. Am Tag erwarten uns Temperaturen um die -1 bis -2 Grad Celsius, prognostiziert Meteorologe Jung. Nachts liegen die Temperaturen dann zwischen -5 und -9 Grad Celsius.
Die Lausitzer können sich auf „viele Wolken und wenig Sonnenschein“ einstellen, so Jung. Was einen möglichen Schneefall betrifft, macht der Meteorologe wenig Hoffnung. Lediglich „ein paar Schneeflocken“ sind zu erwarten. Das soll sich am Montag (18. Januar) aber ändern. Wegen eines Niederschlagsfelds, das aus Westdeutschland in die Lausitz kommt, soll es zum Beginn der kommenden Woche mehr Schnee geben.

Warum wird es am Wochenende so kalt in der Lausitz?

Grund für den Kälteeinbruch ist kalte Luft, die aus Sibirien durch Russland und Osteuropa bis nach Ostdeutschland vordringt. In Teilen von Sibirien herrschen bereits seit Wochen Temperaturen bis zu -45 Grad Celsius. Von dieser kalten Luft schafft es nun ein kleiner Teil in die Lausitz.

Ist mit gefrorenen Gewässern zu rechnen?

„Zwei Tage Dauerfrost werden dazu kaum ausreichen“, sagt Meteorologe Jung. Damit Seen und Flüsse zufrieren müssten sieben bis zehn Tage lang nachts Temperaturen um die -10 Grad herrschen. So kalt war es jedoch in den vergangene Tagen nicht. Jung prognostiziert maximal eine dünne Eisschicht auf Gewässern und warnt war dem Betreten von vermeintlich sicher wirkenden Eisflächen. In dieser Woche warnte bereits die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) vor Gefahren auf dem Eis. Bei einem stehenden Gewässer muss nach Angaben von Robert Büschel, Pressesprecher des Cottbuser DLRG-Stadtverbands, das Eis mindestens 15 Zentimeter dick sein, um zu tragen, auf einem fließenden Gewässer sogar 20 Zentimeter.

Cottbus

Kann man wegen Corona überhaupt draußen das Winterwetter genießen?

Angesichts der immer noch zu hohen Corona-Infektionszahlen und im Hinblick auf die geltenden Eindämmungsverordnungen der Bundesländer, sollten Kontakte zu anderen Menschen möglichst gering gehalten werden. Die 15-Kilometer-Radius-Regel wurde unter anderen deswegen eingeführt um touristische Tagesausflüge, wie beispielsweise in Skigebiete, zu verhindern. Und auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Eis auf den Gewässern dick genug für ein paar Runden Schlittschuhlaufen ist, müssen auch dort die Abstandsregeln eingehalten werden. Jedoch sind Spaziergänge an der frischen Luft nicht verboten.

Bleibt es so kalt in der kommenden Woche?

Zwar sind in der Nacht zu Montag Temperaturen von bis zu -10 Grad zu erwarten, aber der Kälteeinbruch ist nicht von langer Dauer, so Meteorologe Jung. Tagsüber soll es am Montag bis zu +1 Grad warm werden, Dienstag sind es schon +3 Grad und am Mittwoch +7 Grad Celsius. „Das ist wirklich nur ein Mini-Kälteeinbruch“, sagt Jung.
Das sind die Cottbuser Wetterrekorde

Bildergalerie Das sind die Cottbuser Wetterrekorde

Ist das ein besonders kalter Januar?

Viele Bürger werden sagen, dieser Januar ist besonders kalt, vermutet der Meteorologe. Doch das stimmt nicht. Seit 1. Januar 2021 nutzen die Meteorologen zum Vergleich von Wetterparametern ein neues Klimamittel. Das Klimamittel ist ein klimatischer Mittelwert, der sich entweder auf die Tageslufttemperatur oder mehrere Wetterparameter innerhalb eines 30-jährigen Zeitraums bezieht. Bisher nutzten die Meteorologen das Klimamittel des Zeitraums von 1961 bis 1990. Zieht man das zum Vergleich heran, haben wir einen ausgeglichenen Januar. Nutzt man hingegen das neue Klimamittel, welches den Zeitraum 1991 bis 2020 abdeckt, bewegen sich die Temperaturen im Januar 2021 zwischen normal und leicht zu warm. „Das liegt daran, dass die gemessenen Werte in dem Zeitraum generell wärmer waren“, sagt Jung. „Wir werden deswegen vermutlich dieses Jahr öfter hören, dass die Monate kälter sind, als im vergangenen Jahr.“