Brandenburgs Bombenentschärfer testen ein Computerprogramm, mit dem die Auswirkungen von explodierenden Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg simuliert werden können. Damit sollen die aufwendigen Evakuierungen von Gebäuden im Sperrkreis von Sprengkörpern vermieden oder eingeschränkt werden, wie das Innenministerium in Brandenburg auf eine Anfrage aus der Grünen-Landtagsfraktion mitteilte.
Das Computerprogramm simuliert nach Angaben des Ministeriums in einer dreidimensionalen Darstellung die Druckwelle und den Splitterflug einer Fliegerbombe, die bei einer Entschärfung explodiert. Damit könnten besser als bislang Schutzmaßnahmen geplant werden, wie etwa das Aufstellen von Splitterschutzwänden. Auch die Sperrzonen um den Bombenfund könnten damit besser zugeschnitten werden.
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Schwarzheide

Simulations-Software wurde in Dortmund erfolgreich eingesetzt

Die 3D-Software wurde bei drei Bombenentschärfungen in Dortmund durch den Kampfmittelräumdienst Nordrhein-Westfalens erfolgreich getestet, wie das Ministerium auf die Anfrage weiter mitteilte. Dabei hätten 600 Patienten eines Krankenhauses, das sich in einem Sperrkreis befand, in der Klinik bleiben können.
In Brandenburg besteht nach Angaben des Innenministeriums für rund 350.000 Hektar zivil genutzter Fläche Kampfmittelverdacht. Brandenburg ist weiterhin das Bundesland mit dem höchsten Anteil munitionsbelasteter Gebiete in Deutschland.
Bombenentschärfung in Cottbus

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