Verdacht der Bestechlichkeit
: Ermittlungen gegen Berliner SPD-Spitzenkandidaten

UPDATE 18.28 Uhr: In der heißen Wahlkampfphase steht Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach im Mittelpunkt eines Ermittlungsverfahrens. Mehrere Objekte wurden durchsucht. Vorwürfe lässt er zurückweisen.
Von
dpa
Hannover/Berlin
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Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Steffen Krach. In Belin und Hannover wurde mehrere Objekte durchsucht. Der Spitzenkandidat der Berliner SPD lässt alle Vorwürfe zurückweisen. (Archivbild)

Sebastian Christoph Gollnow/dpa
  • Ermittlungen gegen Steffen Krach: Verdacht auf Bestechlichkeit steht im Raum.
  • Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Hannover, eine Sprecherin bestätigte das.
  • Drei Objekte in Hannover und Berlin wurden am Mittwoch durchsucht.
  • Quelle des Berichts ist die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach aufgenommen. In diesem Zusammenhang seien drei Objekte in Hannover und Berlin durchsucht worden, sagte eine Sprecherin der Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht und verwies auf ermittlungstaktische Gründe. Es gelte die Unschuldsvermutung. Krach, derzeit noch Präsident der Region Hannover, ließ Vorwürfe zurückweisen.

Zunächst hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ über die Ermittlungen berichtet. Der „Tagesspiegel“ berichtete, in Berlin seien die Schöneberger Wohnung und die SPD-Landesparteizentrale in Wedding durchsucht worden. Die Region Hannover bestätigte auf dpa-Anfrage, dass Büroräume Krachs in Hannover durchsucht wurden. Von der Tätigkeit als Regionspräsident ist Krach wegen seiner Spitzenkandidatur zurzeit beurlaubt.

Ermittlungen sollen mit Ex-Krankenhaus Lehrte zusammenhängen

Nach Berichten beider Zeitungen geht es um den Vorwurf der Bestechlichkeit. Die Ermittlungen stünden demnach im Zusammenhang mit dem früheren Krankenhaus Lehrte, einem Standort des kommunalen Klinikums Region Hannover. Dort wurde im Juli ein regionales Gesundheitszentrum eröffnet, der Klinikbetrieb wurde eingestellt und an einen anderen Standort verlagert. Krach hatte sich in seiner Zeit als Regionspräsident für den Umbau eingesetzt. Bis zu seiner Kandidatur für die Berliner SPD war er Aufsichtsratsvorsitzender des Regionsklinikums.

Sein Sprecher erklärte auf Anfrage der dpa: „Als SPD Berlin und im Namen unseres Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Steffen Krach weisen wir die Unterstellungen in aller Entschiedenheit zurück. Selbstverständlich kooperieren wir mit den Behörden vollumfänglich, um diese haltlosen Unterstellungen auszuräumen.“

„Ich habe nichts zu verbergen“
Steffen Krach
Spitzenkandidat der Berliner SPD

Krach selbst wies die Vorwürfe als haltlos und als „Unterstellungen“ zurück. „Ich habe nichts zu verbergen“, sagte er dem RBB. Er wolle mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. „Ich will da absolute Transparenz und ich bin da ganz entspannt.“

Krach ist seit Sommer 2025 Spitzenkandidat der SPD in Berlin

Krach folgte im vergangenen Sommer dem Ruf der Berliner SPD, um die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September zu übernehmen. Im Jahr 2021 war er zum Präsidenten der Region Hannover gewählt worden. Inzwischen hat Krach gemeinsam mit Bettina König, die für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, auch den Landesparteivorsitz übernommen. Er kann in der von Flügeln geprägten Berliner SPD auf breite Unterstützung zählen – obwohl die Sozialdemokraten in Umfragen schlecht dastehen.

In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap lag die SPD mit 11 Prozent nur auf Platz fünf hinter CDU, Linken, Grünen und AfD. In Berlin regiert derzeit ein Bündnis von CDU und SPD. Krach kennt den Politikbetrieb in der Hauptstadt schon länger. Von 2014 und 2021 war er Staatssekretär für Wissenschaft in der Stadt, in die er 2002 zum Studium kam. Anschließend arbeitete der Diplom-Politologe in der Verwaltung und in der SPD-Bundestagsfraktion.