Leitungswasser in Brandenburg
: Diese Qualität hat das Trinkwasser im Land

Wie gut das Trinkwasser in Brandenburg ist und wie es geprüft wird.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Potsdam
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Tinkwasser läuft aus dem Wasserhahn in einer Küche in ein Glas. (zu dpa: «Berlin und Brandenburg verlangen gewissenhaften Umgang mit Wasser») +++ dpa-Bildfunk +++

Leitungswasser im Land Brandenburg: So sicher und sauber ist das Trinkwasser in der Mark wirklich. (Symbolbild)

Monika Skolimowska/dpa
  • Brandenburgs Trinkwasser hat gute bis sehr gute Qualität, meist aus Grundwasser.
  • 2022 keine Strahlung im Wasser nachgewiesen; Coliforme Bakterien und Calcitlösekapazität überschritten oft Grenzwerte.
  • Wasser wird aufbereitet und regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert.
  • Brandenburger verbrauchen 120 Liter Trinkwasser pro Tag, etwas weniger als der Bundesdurchschnitt.
  • Bericht des MSGIV bestätigt Einhaltung der WHO-Standards.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das deutsche Leitungswasser gilt als sicheres Lebensmittel und wird streng überprüft. Dennoch kommt es immer wieder zu Warnung, weil das Trinkwasser verunreinigt und gesundheitsgefährdend ist. Legionellen und Keime, Rückstände von Medikamenten, Verschmutzung durch Fäkalien, Wasser muss abgekocht werden – jeder kennt die Horrorwarnungen und hofft, dass es nicht die eigene Stadt betrifft.

Wie die Qualität des Trinkwassers im Land Brandenburg ist, wie der aktuelle Bericht des Landes aussieht und wie das Leitungswasser kontrolliert wird.

Übersicht:

  • Qualität des Leitungswassers
  • Kontrolle des Trinkwassers

Trinkwasser: Qualität in Brandenburg

Brandenburger Haushalte verbrauchen durchschnittlich 120 Liter Trinkwasser pro Tag. Der Bundesdurchschnitt liegt bei rund 130 Liter. Somit verbrauchen Brandenburger etwas weniger Wasser als der Rest. Das veröffentlicht das Brandenburger Gesundheitsministerium.

Das Trinkwasser in Brandenburg besteht größtenteils aus Grundwasser und zu geringen Teilen aus Uferfiltrat, das aus Brunnen gewonnen wird. Knapp zwei Millionen Brandenburger werden in 76 Wasserversorgungsgebieten aus zentralen Wasserversorgungsanlagen mit Trinkwasser versorgt. Die Wasserversorgungsgebiete versorgen mehr als 5000 Einwohner versorgen und liefern mehr als 1000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag.

Ein Bericht zur Qualität des Trinkwassers im Land Brandenburg zeigt, dass das Brandenburger Trinkwasser eine gute bis sehr gute Qualität hat. Das berichtet das Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV). Das Leitungswasser in Brandenburg entspricht den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ist entsprechend der europäischen Trinkwasserrichtlinie und der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) „genusstauglich, rein, geschmacksneutral und frei von Krankheitserregern“.

Trinkwasserbericht vom Land Brandenburg

Der aktuell veröffentlichte Trinkwasserbericht vom Land Brandenburg ist für das Jahr 2022. Der Bericht weist auf, wie viele Befunde es für bestimmte Stoffe im Wasser gab. Für Wasserstoffionen-Konzentration gab es die meisten verifizierten Befunde. Strahlung im Trinkwasser und Tritium wurden 2022 kein einziges Mal in Brandenburg im Leitungswasser nachgewiesen.

Außerdem zeigt der Bericht, wie oft die zugelassene Obergrenze von Stoffen im Trinkwasser überschritten wurde. Grenzwertüberschreitungen gab es bei Ammonium, Clostridium perfringens (einschl. Sporen), Coliforme Bakterien, Eisen, Färbung sowie Färbung (spektr. Abs.koeff. HG 436 nm), Koloniezahl bei 22 °C, Trübung, Wasserstoffionen-Konzentration, Blei, Enterokokken, Mangan, Calcitlösekapazität, Oxidierbarkeit und Sulfat.

Am häufigsten haben Coliforme Bakterien und Calcitlösekapazität den zugelassenen Grenzwert im Trinkwasser überschritten.

Leitungswasser in Brandenburg: So wird es kontrolliert

Das Brandenburger Leitungswasser aus Grundwasser und aus Brunnen wird aufbereitet, bevor es an die Verbraucher geht und es in den Haushalten aus dem Hahn fließt. Für die Reinheit des Trinkwassers ist der zuständige Wasserversorger verantwortlich. Das Leitungswasser wird regelmäßig vom Gesundheitsamt amtlich überprüft und vom Wasserversorger selbst kontrolliert. Diese dürfen das Wasser erst in das Wassernetz abgeben, wenn es alles Anforderungen entspricht – wenn es also nicht verschmutzt oder gesundheitsgefährdend ist und die Obergrenzen der erlaubten Stoffe einhält.

Das gewonnene Rohwasser wird in Anlagen aufbereitet. Teilweise kommt dabei auch eine Desinfektion des Wassers zum Einsatz.

Was ist das?

Ammonium: Ammonium tritt in organischen Substanzen auf. Ein erhöhter Ammoniumgehalt im Grundwasser kann auf Verunreinigungen durch Abwasser und Abfälle oder übermäßigen Einsatz von Wirtschaftsdüngern hindeuten.

Clostridium perfringens (einschl. Sporen): Das ist ein Bakterium. Es ist der wichtigste Erreger des Gasbrandes und darüber hinaus ein potenzieller Auslöser von Lebensmittelvergiftungen.

Coliforme Bakterien sind Bakterien, die aus Lactose innerhalb von 48 Stunden bei 35 °C Säure und Gase produzieren.

Eisen ist ein chemisches Element und ein ferromagnetisches Metall.

Färbung und Färbung (spektr. Abs.koeff. HG 436 nm): Die Absorption von sichtbarem Licht ist ein Maß für die Färbung von Wasser und weist auf einen hohen Gehalt organischer Substanzen im Wasser hin.

Koloniezahl bei 22 °C: Eine erhöhte Koloniezahl weist auf natürlich vorkommende Keime im Wasser hin, die potenziell weniger gesundheitsgefährdend sind.

Trübung: Trübung deutet auf ungelöste Stoffe im Wasser hin.

Die Wasserstoffionen-Konzentration ist der ph-Wert des Wassers, der zeigt, ob das Wasser sauer oder basisch ist.

Blei: Blei ist ein Schwermetall.

Enterokokken: Das ist Bakterien, die überall in der Umwelt vorkommen – beim Tier und beim Menschen sowie in fermentierten Lebensmitteln wie Käse oder Rohwürsten.

Mangan: Mangan ist ein Schwermetall.

Calcitlösekapazität: Als Calcitlösekapazität bezeichnet man die Menge an Calcit, die ein Liter Wasser aufzulösen kann. Je mehr aggressive Kohlensäure im Wasser vorhanden ist, desto höher ist die Calcitlösekapazität.

Oxidierbarkeit ist die Eigenschaft von Elementen, Ionen und chemischen Substanzen, mit Sauerstoff zu reagieren.

Sulfat: Sulfate sind natürliche Schwefelverbindungen.