Tanken in Polen
: Das kosten Benzin und Diesel an polnischen Tankstellen

Wer beim Tanken sparen will, fährt nach Polen. So sehen die aktuellen Spritpreise für Benzin und Diesel hinter der Grenze aus.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Guben
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Beim Tanken in Polen kann man immer noch sparen. So sehen die aktuellen Spritpreise für Benzin und Diesel an polnischen Tankstellen hinter der Grenze aus. (Symbolfoto)

Soeren Stache / dpa

Vor der Parlamentswahl in Polen hat die Opposition dem Mineralölkonzern Orlen vorgeworfen, mit künstlich niedrigen Benzinpreisen Wahlkampfhilfe für die nationalkonservative PiS-Regierung zu leisten. „Der Wahlkampf läuft und (der Orlen-Vorsitzende) Daniel Obajtek senkt fast täglich die Preise für Kraftstoff und Öl“, sagte der Abgeordnete des Linksbündnisses Lewica, Tomasz Trela, am 2. Oktober 2023 in Warschau.

Der polnische Staat hält 49,9 Prozent Anteile an Orlen, weitere 1,8 Prozent gehören dem staatlichen Pipelinebetreiber Pern. Konzernchef Obajtek ist Mitglied der Regierungspartei PiS. Das Unternehmen ließ eine Bitte um Stellungnahme der Deutschen Presse-Agentur zunächst unbeantwortet.

Bereits seit Wochen zählen die Treibstoffpreise in Polen zu den niedrigsten in der EU. Der Durchschnittspreis für Benzin und Dieselkraftstoff liegt derzeit bei 5,99 Złoty pro Liter – umgerechnet sind das 1,30 Euro, also deutlich weniger als in Deutschland.

So günstig sind Diesel und Benzin in Polen – aktuelle Preise

In Łęknica bei Bad Muskau:

Diesel: 1,35 Euro pro Liter (11.10.2023 um 06:59 Uhr)

E5: 1,36 Euro pro Liter (10.10.2023)

In Zgorzelec bei Görlitz:

Diesel: durchschnittlich 1,35 Euro pro Liter (11.10.2023)

E5: durchschnittlich 1,34 Euro pro Liter (11.10.2023)

In Gubin bei Guben:

Diesel: 1,43 Euro pro Liter (10.10.2023)

E5: 1,41 Euro pro Liter (11.10.2023)

Die Preise sind ungefähre Richtwerte aus der Woche vom 09.10. bis 13.10.2023. Quelle: mehr-tanken.de

Tanken in Polen – Benzinmangel aufgrund des Preis-Dumpings

Am 15. Oktober 2023 wählt Polen ein neues Parlament. Die seit 2015 regierende PiS führt zwar in allen Umfragen, doch auch ein Sieg der Opposition ist nicht ausgeschlossen.

Wie das Magazin „Polityka Insight“ berichtete, soll das Ministerium für Umweltschutz und Klima Orlen grünes Licht dafür gegeben haben, vor der Wahl die Notfall-Reserven an Treibstoff anzuzapfen, um niedrige Preise zu garantieren. Dagegen begründete das Ministerium für Staatsbeteiligungen die günstigen Benzinpreise damit, dies sei ein Synergieeffekt der Übernahme des Mineralölkonzerns Lotos durch Orlen.

Die Dumping-Preise haben einen Run auf die Tankstellen ausgelöst, der vielerorts schon zu Engpässen führte. Das Magazin „Nie“ veröffentlichte ein Schreiben von Orlen an Tankstellenbetreiber, dass der Benzinmangel mit einer „technischen Störung“ erklärt werden solle. Der Konzern bestätigte die Echtheit des Schreibens.

Für Spott und Häme sorgten Aufnahmen in sozialen Netzwerken, die den Vize-Sportminister und PiS-Abgeordneten Jacek Osuch dabei zeigten, wie er drei große Kanister im Kofferraum seines Wagens mit Sprit befüllte. Osuch behauptete später auf Nachfrage der „Gazeta Wyborcza“, er habe lediglich 24 Liter getankt.

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