Schweinepest in Brandenburg: Tote und sterbende Wildschweine auf Oderinsel entdeckt

Bleyen: Eine Veterinärmedizinerin untersucht im Kerngebiet der Afrikanischen Schweinepest den Fund eines Wildschweinkadavers. Nach dem amtlich festgestellten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Märkisch-Oderland werden weitere Maßnahmen unternommen, um die Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern.
Bernd Settnik/dpaBei der Suche nach toten Wildschweinen im Landkreis Märkisch-Oderland an der polnischen Grenze ist eine Rotte von mehreren Dutzend toten oder kranken Tieren auf der Oderinsel bei Küstrin-Kietz entdeckt worden. Diese seien auf Bildern einer Drohnenkamera zu sehen, sagte der Sprecher des Landkreises, Thomas Behrendt, am Samstag. „Nach den Drohnenbildern sind 17 Tiere und 20 bis 30 Wildschweine ganz offensichtlich krank“, sagte Behrendt.
Die Tiere würden nun weiter mit Drohnenflügen beobachtet. „Ein Eingreifen wäre zu gefährlich, weil erkrankte Tiere sehr aggressiv sind“, sagte der Sprecher. Außerdem sei das Gebiet noch mit Weltkriegsmunition belastet. Die toten Tiere sollen später mit Unterstützung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes geborgen und untersucht werden.
Schweinepest – 300 Helfer suchen nach Wildschweinen
Bei der Suche mit rund 300 Helfern im Kerngebiet der ersten Funde von infizierten Wildschweinen in der Region sei ein weiterer Kadaver gefunden worden, berichtete Behrendt. Das Ergebnis der genommenen Probe werde aber erst Anfang kommender Woche vorliegen.
Durchsucht wurde am Samstag ein rund 45 Quadratkilometer großes Gebiet rund um den Fundort des ersten infizierten Wildschweins, das Ende September entdeckt worden war. Daran waren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, Polizisten, Jäger, Landwirte und Mitarbeiter der Kreisverwaltung beteiligt.
Mit drei Booten waren auch Helfer auf der Oder unterwegs, berichtete Behrendt. „So werden die Schilfgürtel untersucht, Wildschweine mögen es geschützt und feucht.“ Vier Drohnen, zum Teil mit Wärmebildkameras, werden eingesetzt, um Wildschweine etwa in Feldern aufzuspüren, die den Einsatzkräften gefährlich werden könnten. Die Jäger seien für den Schutz der Helfer und nicht für die Jagd auf Wildschweine im Einsatz, sagte Behrendt.
Die Suche in dem Kerngebiet wurde am späten Nachmittag abgeschlossen. Von der kommenden Woche an solle nun in einem größeren Umkreis um dieses Gebiet die Jagd auf Wildschweine intensiviert werden, kündigte der Sprecher an.
Schweinepest – Bislang 55 Fälle in Brandenburg
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts wurden in Brandenburg bislang 55 Schweinepestfälle bestätigt. Zuletzt kamen zwei Fälle in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße hinzu. Die Seuche wird sehr leicht über Körperflüssigkeiten von Wildschwein zu Wildschwein übertragen. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Bei Wild- und Hausschweinen führt sie meist zum Tod. Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wie vor frei von Fällen.
Alle Infos zur Schweinepest in Brandenburg gibt es hier.[Link auf https://www.maerkisch-oderland.de/de/afrikanische-schweinepest/pressemitteilung-972020.html]

