
Sabotage und Gewalt in Brandenburg: Jugendgewalt im Fokus des neuen Sicherheitszentrums

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) bei der Eröffnung des 360-Grad-Sicherheitszentrums Brandenburg. In dem Gremium sollen Vertreter der Polizei sowie weitere Sicherheitsakteure des Landes Wissen austauschen.
Britta Pedersen/dpa- Brandenburg richtet ein 360-Grad-Sicherheitszentrum ein – erste Sitzung in Potsdam.
- Fokus lag auf Jugendgewalt, nachdem es in mehreren Städten schwere Vorfälle gab.
- Auch Ausschreitungen in Frankreich wurden diskutiert: mögliche Auswirkungen auf Brandenburg.
- Zentrum ist kein Technikraum: Wöchentliche Runden mit Polizei, Verfassungsschutz und Brandschutz.
- Hintergrund ist ein Sabotageversuch am Stromnetz mit raketenähnlichen Sprengsätzen im September.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Nach dem Sabotageversuch auf die kritische Infrastruktur in Brandenburg Anfang September hat das Innenministerium ein „360-Grad-Sicherheitszentrum“ eingerichtet. Bei der ersten Sitzung ging es dann aber um Jugendgewalt und mögliche Folgen der Ausschreitungen in Frankreich.
„Vor der Lage sein und nicht erst warten, bis die Lage einen selber überholt hat“, gehöre zum „Einmaleins der Sicherheitsbehörden“, sagt Innenminister Jan Redmann (CDU) am Mittwoch (21. Oktober), kurz vor der ersten Sitzung im Polizeipräsidium in Potsdam. Das neu eingerichtete „Zentrum“ soll einen Beitrag leisten, diesen Anspruch noch besser umzusetzen.
Bei ihrem ersten Treffen beschäftigten sich die Teilnehmer mit Jugendgewalt. Seit Monaten kommt es in verschiedenen Städten Brandenburgs zu teils extremer Gewalt von Jugendlichen. Nach einer Reihe an Vorfällen in Potsdam ereignete sich jüngst in Frankfurt (Oder) eine solche Straftat, bei der ein Schüler von etwa zehn Jugendlichen zusammengeschlagen wurde.
Zentrum soll Lagebilder für Brandenburg entwickeln
Eingerichtet wurde das Sicherheitszentrum in Reaktion auf den Sabotageakt auf das Stromnetz. Anfang September war ein Umspannwerk des Kraftwerkes Jänschwalde mit selbstgebauten, raketenähnlichen Sprengvorrichtungen beschossen worden, um einen großflächigen Stromausfall auszulösen. Anschläge auf das Stromnetz gab es in Brandenburg und Berlin bereits zuvor. Wegen dieser und ähnlicher Vorfälle sprach Redmann am Mittwoch von einer hybriden Bedrohungslage, auf die das „Zentrum“ reagiere.
Als weiteres Thema, mit dem sich die Fachleute bei ihrer ersten Sitzung beschäftigten, nannte Redmann die Ausschreitungen in Frankreich. Die Frage sei, welche Auswirkungen die Protestwelle auch auf Brandenburg haben kann. Demonstrationsaufrufe gebe es bereits. Es ginge darum, im Blick zu behalten, welche Gruppen hierzulande zu Protesten aufrufen und ob es beispielsweise in Chatgruppen oder in den sozialen Medien auch Gewaltaufrufe gibt, die mit Zerstörung und Plünderung von Geschäften einhergehen.
Das „360-Grad-Sicherheitszentrum“ ist jedoch keine physisch eingerichtete Zentrale mit neuester technischer Ausstattung. Um ein Lagezentrum mit Bildschirmwänden, auf denen Liveübertragungen von Kameras einen Echtzeitüberblick über das Geschehen geben, handelt es sich nicht. Vielmehr ist vorgesehen, dass einmal pro Woche Vertreter unter anderem der Polizei, des Verfassungsschutzes und des Brand- und Katastrophenschutzes in dem teils sanierungsbedürftigen Polizeipräsidium in Potsdam zusammenkommen, um am Runden Tisch ein Lagebild zu entwickeln. Sofern notwendig, könne die Frequenz der Treffen erhöht werden.
Aus Sicht des Polizeipräsidenten Oliver Stepien bildet das Sicherheitszentrum eine Art „Vernetzungsplattform“, die aufgrund der zunehmenden hybriden Bedrohungslage notwendig geworden sei. Nach der kurzen, öffentlichen Vorstellung, zog sich das Gremium zur Beratung hinter verschlossene Türen zurück.

