• Das Land Brandenburg nimmt Menschen aus Afghanistan auf.
  • Sie waren als Ortskräfte unter anderem für die Bundeswehr tätig und gelten nach der Machtübernahme der Taliban als gefährdet.
  • Eine wichtige Rolle bei der Erstaufnahme kommt Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster zu.
Die brandenburgische Landesregierung hat die Erstaufnahme afghanischer Ortskräfte angekündigt. Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan sind die Evakuierungsaktionen der Bundeswehr angelaufen. Ortskräfte, zum Beispiel Dolmetscher, die für die Bundeswehr gearbeitet haben, werden ausgeflogen. Im Innenministerium von Brandenburg heißt es, das für die Erstaufnahme Notwendige sei vorbereitet.
Der brandenburgische Innenminister Michael Stübgen (CDU) sagte am Dienstag, 17. August 2021: „Schnelle Hilfe ist jetzt entscheidend.“ Sein Ministerium habe dem Bund die Erstaufnahme zugesagt. „Ich erwarte daher von der Bundesregierung, dass sie alles unternimmt, um so viele zu retten wie möglich. Deutschland darf seine afghanischen Helfer nicht im Stich lassen“, sagte Stübgen.

Washington

Die Menschen aus Afghanistan sollen nach ihrer Ankunft wahrscheinlich drei bis vier Tage in Brandenburg bleiben. Sie werden auf das Coronavirus getestet. Außerdem erhalten sie ein Hygienepaket. Bei Bedarf wird medizinische Unterstützung geleistet und Kleidung ausgegeben, falls dies erforderlich ist.
Bevor die Menschen aus Afghanistan dann weiter in andere Bundesländer kommen, soll zusätzlich ein PCR-Test gemacht werden, um festzustellen, ob bei den Neuankömmlingen eine Corona-Infektion besteht.

Doberlug-Kirchhain: So läuft die Erstaufnahme der Ortskräfte aus Afghanistan

In Brandenburg habe man Platz für 200 Menschen gleichzeitig in der Außenstelle der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) in Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster geschaffen. Wenn über mehrere Tage und Wochen Menschen ankämen, andere dann schon nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf andere Bundesländer verteilt worden seien, könnten so einige Tausend Menschen erstversorgt werden, sagte Ministeriumssprecher Martin Burmeister.
Die ersten Afghanen werden bereits am Donnerstagmorgen, 19. August 2021, erwartet. Dies teilte die ZABH mit. „Danach wird mit weiteren Ankömmlingen alle ein bis zwei Tage gerechnet“, hieß es im Landesinnenministerium in Potsdam weiter.
Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg haben auch weitere Bundesländer Bereitschaft zur Erstaufnahme angekündigt. Noch offen ist, wie viele Menschen überhaupt eintreffen werden.
Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hatten Deutschland und auch andere westliche Staaten begonnen, ihre Staatsbürger und gefährdete afghanische Ortskräfte in großer Eile auszufliegen. Daran ist die Bundeswehr beteiligt.
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