Rechtsextremismus in Berlin: Angriff auf SPD durch Neonazis – so erlebte ein Opfer die Tat

Neonazis haben einen Wahlkampfstand der SPD in Berlin angegriffen. Mit Tritten und Schlägen gingen sie auf die Politiker los. Erst das Auftauchen der Polizei ließ sie aufhören. So erlebte ein Opfer den Angriff. (Symbolbild)
Fabian Sommer/dpa- Neonazis griffen SPD-Wahlkampfstand in Berlin an, etwa 20 Angreifer.
- Opfer berichtet von brutaler Attacke, vier Männer prügelten auf einen Mann ein.
- Polizei stoppte Angriff, vier Neonazis festgenommen, drei in Untersuchungshaft.
- Angreifer aus Halle, Rechtsextreme Motive vermutet.
- SPD-Politikerin beschreibt Angst und Dankbarkeit gegenüber Polizisten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach dem Angriff von Neonazis auf SPD-Politiker in Berlin hat eines der Opfer von etwa 20 beteiligten Rechtsextremisten von einer sehr brutalen Attacke gesprochen. „4 haben auf den Genossen am Boden eingeschlagen, und dann waren da noch etwa 15 weitere. Es waren viele“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, Carolyn Macmillan, dem „Tagesspiegel“.
Mit anderen SPD-Bezirkspolitikern habe sie am Samstagmittag, 14. Dezember 2024, ihren Wahlkampfstand am S-Bahnhof Lichterfeld Ost abgebaut und mit dem Bus nach Hause fahren wollen. „Irgendjemand zog plötzlich erst dem Parteigenossen und dann mir die Mütze vom Kopf“, sagte Macmillan weiter. Ihr Kollege habe sich für sie eingesetzt und laut geschrien.
Angriff auf SPD in Berlin – Neonazis ließen ab, als Polizei kam
„Daraufhin ist er dann von mindestens drei Personen aus dem Menschenpulk herausgezogen worden. Er wurde zur Seite gedrängt und geschubst, es wurde auf ihn eingeprügelt. Dann lag er am Boden und die Männer traten und schlugen mit den Fäusten weiter auf ihn ein. Es waren vier Männer, die prügelten“, sagte die Kommunalpolitikerin.
Auch sie sei getreten oder geschubst worden und auf den Boden gefallen. „Für mich ging das eine Ewigkeit und keiner hat eingegriffen. Ich habe nur gedacht, um Himmels willen, warum unterbricht nicht jemand dieses Szenario? Ich wollte nicht, dass er stirbt“, beschrieb Macmillan die Ereignisse.
„Die Neonazis ließen dann von ihm ab, wohl weil sie irritiert waren, dass plötzlich Polizei da war. Doch dann wandten sich die Männer gegen die Polizisten“, sagte sie. Es tut ihr wahnsinnig leid, dass auch die Polizisten etwas abbekamen. „Und ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie sich für uns eingesetzt haben.“
Angriff auf SPD in Berlin – Festnahmen und rechtsextreme Motive
Die Polizei nahm nach dem Angriff vier junge Neonazis fest, drei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Der vierte Verdächtige im Alter von 19 Jahren wurde von der U-Haft verschont. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Männer sollen aus mutmaßlich rechtsextremen Motiven gehandelt haben.
Die Gruppe reiste demnach aus Halle in Sachsen-Anhalt nach Berlin, um an einer rechtsradikalen Demonstration nahe dem Ostkreuz teilzunehmen. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ sind sie in einer Gruppe mit dem Namen „Deutsche Jugend zuerst“ organisiert, entstanden im Frühsommer. Es gebe Verbindungen zu anderen jungen Neonazi-Gruppen in Berlin mit den Namen „Deutsche Jugend voran“ und „Jung und Stark“, gezielt fahre man zu Demonstrationen gegen Links, auch um gewalttätig zu werden.
Verfassungsschutz: Junge Neonazis planen Gewalt gegen Gegner
Zuletzt Mitte November hatte die Berliner Senatsinnenverwaltung und der zugehörige Verfassungsschutz vor einer neuen rechtsextremen Jugendbewegung gewarnt. Die Neonazi-Demonstration vom Samstag wurde schon damals als gezielte Provokation gegen die linke und linksextreme Szene gewertet, wie Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) sagte. Es sei eine „weitere Aktion junger und durchaus auch gewaltaffiner Personen einer neuen rechtsextremistischen Internet-Jugendkultur“.
Hochgrebe sprach von einer „neuen Dynamik“ im Rechtsextremismus. Die Organisationen würden gezielt vor Schulen um neue Mitglieder werben. Seit dem Frühjahr würden vor allem junge, männliche und gewaltnahe Rechtsextremisten im Internet immer neue Gruppen gründen, das sei ein bundesweites Phänomen.
Diese virtuellen Vernetzungen in bekannten Internetportalen wie Tiktok, Instagram und Telegram würden schnell zu organisierten Aktionen in der realen Welt führen. Viele davon seien gegen politische Gegner gerichtet. „Es geht diesen Gruppen stark um gezielte Provokation, die auch körperliche Übergriffe gegen die definierten Feindbilder einschließen.“ Berlin sei ein Schwerpunkt.

