Menschenhandel und Zwangsarbeit
: Zoll rückt zur Razzia in Cottbus und Berlin an

Zoll und Bundespolizei sind in Brandenburg und Berlin zur Razzia angerückt. Es geht um Menschenhandel, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung. Ein Schwerpunkt: Cottbus.
Von
Bodo Baumert
Cottbus, Frankfurt (Oder)
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Fahrzeuge des Zoll und der Bundespolizei stehen in der Thiemstraße in Cottbus. Nach Auskunft des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) geht es bei den Durchsuchungen um den Verdacht des Menschenhandels, der Steuerhinterziehung, der Schwarzarbeit und weiterer Delikte.

Fahrzeuge des Zoll und der Bundespolizei stehen in der Thiemstraße in Cottbus. Nach Auskunft des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) geht es bei den Durchsuchungen um den Verdacht des Menschenhandels, der Steuerhinterziehung, der Schwarzarbeit und weiterer Delikte.

Bodo Baumert
  • Große Razzia von Zoll und Polizei wegen Menschenhandel, Schwarzarbeit und Steuern.
  • Schwerpunkt war Cottbus – weitere Durchsuchungen in Südbrandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein.
  • Am Dienstag waren 390 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter Bundespolizei und Landespolizeien.
  • Es geht um eine Tätergruppierung, gegen die seit Längerem ermittelt wird.
  • Ergebnisse stehen noch aus, weitere Informationen sollen in den kommenden Tagen folgen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein ungewöhnliches Bild am Dienstagnachmittag (2. Juni 2026) in Cottbus. An mehreren Orten in der Stadt sind Großaufgebote der Polizei und des Zolls zu sehen. In der Innenstadt beobachten Passanten Einsatzkräfte, die den Eingang zu einem Restaurant versperren. Von draußen ist zu sehen, dass Mitarbeiter des Lokals kontrolliert werden.

Auch an der Thiemstraße im Süden der Stadt parkt eine Kolonne von Fahrzeugen mit Blaulicht vor einem Imbiss. Über Stunden sind hier die Einsatzkräfte im Einsatz. Was ist der Grund?

Am Mittwochmorgen gibt die Pressestelle des Hauptzollamtes in Frankfurt (Oder) Auskunft. Demnach handelt es sich nicht um eine der üblichen Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) in lokalen Betrieben, sondern um ein weitaus größeres Ermittlungsverfahren, das über Cottbus hinausgeht.

Razzien in Cottbus und Berlin: Das steckt dahinter

Wie Pressesprecherin Astrid Pinz informiert, sind am Dienstag insgesamt 390 Einsatzkräfte von Zoll, Bundespolizei und Landespolizeien im Einsatz gewesen. Neben Cottbus seien Objekte in zahlreichen weiteren Orten in Südbrandenburg durchsucht worden. Hinzu kamen Durchsuchungen in Berlin und Schleswig-Holstein.

Im Raum stehen der Verdacht des Menschenhandels, des Einschleusens von Ausländern, der Zwangsarbeit, der illegalen Beschäftigung, der Schwarzarbeit und der Steuerhinterziehung. Die Aktion habe sich gezielt gegen eine Tätergruppierung gerichtet, gegen die bereits seit Längerem ermittelt werde. Weitere Details will der Zoll mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen noch nicht geben.

Auch zu den Ergebnissen der Durchsuchungen liegen noch keine Erkenntnisse vor, da die Aktion an einigen Orten bis in die Abendstunden andauerte. Informationen dazu sollen in den kommenden Tagen folgen.

Menschenhandel ist für die Behörden in Deutschland ein immer größer werdendes Problem. Im Jahr 2024 haben die Polizeibehörden von Bund und Ländern und der Zoll laut Bundeskriminalamt insgesamt 576 Ermittlungsverfahren im Bereich Menschenhandel und Ausbeutung abgeschlossen, ein Höchstwert der vergangenen zehn Jahre.

Berlin ist dabei neben Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg besonders im Fokus. In Brandenburg gibt es hingegen nur wenige Fälle. Der größte Teil der Verfahren dreht sich um Zwangsprostitution und sexuelle Ausbeutung. Es gab im jüngsten Lagebild des BKA allerdings auch 41 Verfahren, die sich um Arbeitsausbeutung drehen.