Maul- und Klauenseuche in Brandenburg
: Was man zur MKS wissen muss

In Brandenburg ist die Maul- und Klauenseuche aufgetreten. Wann es den letzten Fall dieser Tierseuche in Deutschland gab und was man zu Symptomen und der Verbreitung wissen muss.
Von
Nicole Züge,
Johannes Leichsenring,
dpa
Frankfurt (Oder)/Cottbus
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Männer in Schutzkleidung und mit Gewehren gehen zu einem Stall. In dem Betrieb gibt es Fälle der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg. +++ dpa-Bildfunk +++

Die Maul- und Klauenseuche ist erstmals seit 1988 wieder in Deutschland nachgewiesen worden. Im Bild: Männer in Schutzkleidung und mit Gewehren gehen über das Betriebsgelände in Hönow (Brandenburg), wo die Tierseuche ausgebrochen ist.

Sebastian Gollnow/dpa
  • Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brandenburg erstmals seit 1988 bestätigt.
  • Hochansteckende Viruserkrankung bei Klauentieren; keine Gefahr für Menschen.
  • Sperrzone von 3 km und Überwachungszone von 10 km eingerichtet.
  • Taskforce vor Ort zur Untersuchung der Übertragungswege.
  • Letzter großer Ausbruch 2001 in Großbritannien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Maul- und Klauenseuche, eine hochansteckende Tierseuche, ist erstmals seit Jahrzehnten wieder in Deutschland ausgebrochen. Was man zu dieser Krankheit wissen muss, welche Symptome bekannt sind und ob MKS für den Menschen gefährlich ist.

Übersicht:

  • Maul- und Klauenseuche: Wann gab es den letzten Fall der Tierseuche in Deutschland
  • Welche Tiere können an MKS erkranken?
  • Symptome der Maul- und Klauenseuche
  • Maul- und Klauenseuche: Diese Maßnahmen sind bei einem Ausbruch erforderlich
  • Ist die Tierseuche für den Menschen gefährlich?

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Maul- und Klauenseuche in Deutschland

Den letzten Fall der Maul- und Klauenseuche gab es in Deutschland laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im Jahr 1988. Seitdem war Deutschland MKS-frei. Aktuell ist die Tierseuche in Brandenburg, nah an der nordöstlichen Berliner Stadtgrenze in Hönow (Märkisch-Oderland), ausgebrochen.

Alles Wichtige zum Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg lesen Sie hier in unserem Liveticker.

Die Seuche kommt allerdings in der Türkei, im Nahen Osten und in Afrika, in vielen Ländern Asiens und in Teilen Südamerikas vor. Illegal eingeführte tierische Produkte aus diesen Ländern stellen eine ständige Bedrohung für die europäische Landwirtschaft dar. 2001 zum Beispiel hatte es nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts einen verheerenden Seuchenzug in Großbritannien mit Folgeausbrüchen in anderen europäischen Ländern gegeben.

Welche Tiere können an MKS erkranken?

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Klauentieren, also Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen. Auch viele Zoo- und Wildtiere können an MKS erkranken.

Die Krankheit verläuft bei den meisten erwachsenen Tieren nicht tödlich, führt aber zu einem lang anhaltenden Leistungsabfall. Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht. Wird in einem Betrieb auch nur ein Tier krank, wird vorsorglich der gesamte Bestand getötet.

Hervorgerufen wird MKS durch Viren des Genus Aphthovirus der Familie Picornaviridae.

Symptome und Übertragung der Maul- und Klauenseuche

Die häufigste Übertragungsart der Maul- und Klauenseuche ist der Kontakt zwischen erkrankten und empfänglichen Tieren. An der Seuche erkrankte Tiere verbreiten das Virus mit der Flüssigkeit aufgeplatzter Blasen. Die Übertragung kann aber auch durch Speichel, Milch, Dung und über die Atemluft erfolgen. Es besteht zudem ein hohes Risiko für eine indirekte Ansteckung über kontaminiertes Futter, Gegenstände, Fahrzeuge oder Personen, heißt es im Seuchensteckbrief des FLI.

Maul- und Klauenseuche: Diese Maßnahmen sind bei einem Ausbruch erforderlich

Aktuell sind drei Tierärzte und zwei Spezialisten des Friedrich-Loeffler-Instituts in Brandenburg vor Ort und bildeten die Taskforce, sagte Landesagrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) in Potsdam der Deutschen Presseagentur (dpa). „Die Untersuchungen werden hoffentlich herausfinden, wie der Eintrag passiert ist und wie jetzt gegebenenfalls Übertragungen stattgefunden haben oder nicht.“

Es werde eine Sperrzone in einem Umkreis von mindestens drei Kilometern und eine Überwachungszone von mindestens zehn Kilometern eingerichtet, sagte die Ministerin. Betroffen davon seien neben dem Landkreis Märkisch-Oderland auch der Kreis Barnim. Darüber hinaus gebe es auch einen engen Austausch mit den Berliner Behörden.

Ist die Maul- und Klauenseuche (MKS) für den Menschen gefährlich?

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochansteckende, akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung für die bereits genannten Tiere wie Rinder, Scharfe und Ziegen. Für den Menschen stellt die Seuche jedoch keine Gefahr dar, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf ihrer Webseite schreibt. Lediglich bei Personen, die unmittelbaren und intensiven Kontakt mit erkrankten Klauentieren hatten, könnte es in seltenen Fällen zu gutartig verlaufenden Erkrankungen kommen, heißt es auf der Webseite des Landesamtes weiter.