In Brandenburg gilt bisher eine begrenzte Maskenpflicht. Demnach müssen alle Personen ab sieben Jahren in Geschäften beim Einkaufen, bei Friseuren oder anderen Dienstleistern, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen oder im öffentlichen Nahverkehr (Taxen, Busse, Bahnen) Mund-Nasen-Masken tragen und damit sowohl Mundpartie als auch die Nase bedecken.
Das gilt auch bei Rundfahrten im Innenbereich von Bussen und Schiffen sowie zum Beispiel in Flughafen-Gebäuden. In Schulen und Horten gilt eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer auf Fluren, in Gängen, Treppenhäusern und beim Anstehen vor Mensen. Klassenräume und Schulhöfe sind bisher ausgenommen.
Anders als in anderen Bundesländern wird derzeit allerdings bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Brandenburg kein Bußgeld erhoben. Das könnte sich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zufolge jedoch ändern.

Dietmar Woidke: Schutzmasken müssen getragen werden

„Wir brauchen hier, glaube ich, auch ein starkes Signal, dass die Pandemie nicht vorbei ist“, sagte Woidke dem rbb. Jeder müsse wissen, dass Schutzmasken keine Option seien, sie müssten auch getragen werden, sagte er dem Sender.
Woidke spricht sich außerdem für eine bundesweit einheitliche Linie aus, wie der den Potsdamer Neuesten Nachrichten sagte: Es könne nicht sein, dass man mit dem ICE durch drei Bundesländer fahre und überall andere Regelungen gälten.
Hintergrund: Bundesweit einheitliche Regeln für die Maskenpflicht sowie eine Ausweitung der Maskenpflicht sollen bei einem Treffen zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag, 27. August, besprochen werden.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Maskenpflicht auf Arbeit prüfen

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer plädiert dafür, bei steigenden Corona-Zahlen eine bundesweite Maskenpflicht am Arbeitsplatz und im Schulunterricht zu prüfen. Viele Unternehmen hätten die Maskenpflicht am Arbeitsplatz ja schon eingeführt, sagte sie der Welt am Sonntag: „Das könnte auf jeden Fall ein Schritt sein, der auch bundesweit verpflichtend wird, jedenfalls wenn damit die Schließung ganzer Branchen verhindert werden könnte.“
Schule zu, Firma betroffen, Urlauber Bewegte Coronawoche in der Lausitz

Cottbus

Kramp-Karrenbauer spricht sich demnach auch für striktere Masken-Regeln an Schulen aus. „Wenn das obligatorische Tragen von Masken im Unterricht dazu führt, dass wir die Schließung der Schulen umgehen, dann sollten wir darüber nachdenken. Die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen scheinen nicht so schlecht zu sein“, sagte Kramp-Karrenbauer der Zeitung weiter.
Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, das eine Maskenpflicht im Schulunterricht eingeführt hat. Zum Schutz vor Infektionen müssen seit Beginn dieses Schuljahres alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen einen Mund-Nasen-Schutz auch in der Klasse am Platz tragen.
In Frankreich soll künftig eine Maskenpflicht in Unternehmen gelten, ausgenommen sind Einzelbüros.

NRW-Minister lehnt Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) lehnt die Überlegungen von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer zur Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab. „Nach allen Statistiken, die ich kenne, fällt nur eine geringe Zahl der Neuansteckungen - rund sechs Prozent – auf den Arbeitsplatz zurück“, sagte Laumann der Rheinischen Post.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte die Aussagen von Kramp-Karrenbauer ebenfalls. Es könne nicht sein, dass mit einer "billigen Maskenlösung" Arbeitgeber und Länder aus der Pflicht entlassen würden, für wirksame Maßnahmen zu sorgen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel der Deutschen Presse-Agentur.