Die Ankündigung der CDU-Landtagsabgeordneten Saskia Ludwig, ein Bundestagsmandat anzunehmen und gleichzeitig Mitglied im brandenburgischen Parlament zu bleiben, sorgt für Kritik und Unverständnis in der eigenen Partei. Hintergrund ist der Wechsel des neuen CDU-Chefs Michael Stübchen in die Landespolitik. Dafür wird er wie angekündigt sein Bundestagsmandat niederlegen. Nachrückerin für diesen Fall ist die Kreisvorsitzende in Potsdam-Mittelmark, Ludwig. Sie kündigte am Wochenende in einem Interview mit den Potsdamer Neuesten Nachrichten an, das Bundestagsmandat anzunehmen ohne ihr Landtagsmandat aufgeben zu wollen. Die Doppelbelastung sei für den begrenzten Zeitraum bis zur Neuwahl des Bundestages 2021 zu schaffen, erklärte sie. Außerdem verwies sie darauf, dass die Diäten miteinander verrechnet werden.

Kritik aus Ostbrandenburg

Der Generalsekretär der brandenburgischen CDU, Gordon Hoffmann, verwies auf einen Beschluss der Bundespartei, solche Doppelmandate zu vermeiden. Er hoffe, dass Ludwig sich das noch einmal überlege, sagte er dieser Zeitung. Hoffmann geht davon aus, dass es anderenfalls zu Verstimmungen im Landesverband kommt, vor allem aus Ostbrandenburg sei mit Kritik zu rechnen. Sollte Ludwig ihr Landtagsmandat abgeben, würde der Barnimer Darko Jur nachrücken. Falls sie auf das Bundestagsmandat verzichtet, wäre der Frankfurter Michael Möckel der nächste auf der Liste.
Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke, Mitgliederbeauftragter des Landesverbandes, kritisiert das angestrebte Doppelmandat nachdrücklich. Es sei den Mitgliedern nicht zu vermitteln, wenn Einzelne Mandate anhäufen. Der Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt aus Oder-Spree erklärte: „Mir fehlt jedes Verständnis dafür.“