Das Opfer, der 31 Jahre alte Dennis Hohloch, ist kommissarischer Fraktionschef, nachdem Kalbitz diesen Posten zumindest vorübergehend aufgeben musste. Der Vorfall hat sich bereits am 10. August in den Räumen der AfD-Fraktion im Landtag zugetragen.
Trotz seines Rauswurfs ist der fraktionslose Abgeordnete Kalbitz immer noch bei Parteitreffen dabei. Dort soll er Hohloch zur Begrüßung aus Spaß in die Seite geboxt haben. Der Schlag ist offenbar sehr heftig ausgefallen. Hohloch klagte kurz darauf über Schmerzen in der Bauchgegend, begab sich zum Arzt und musste mit inneren Verletzungen in ein Krankenhaus. Natürlich bedauere er das Missgeschick und die Verkettung unglücklicher Umstände, sagt Kalbitz zu dem Vorfall. Er habe Hohloch nicht verletzen wollen. Die beiden gelten als Vertraute. Einen Streit soll es vor dem Boxhieb nicht gegeben haben.
Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über den Vorfall berichtet. AfD-Vertreter werden mit den Worten zitiert, Kalbitz habe seinen Kollegen „krankenhausreif“ geschlagen. Es kursieren verschiedene Versionen über die Art der Verletzung. Es ist davon die Rede, dass Hohloch einen Milzriss erlitten hat, wie er selbst behauptet haben soll. An anderer Stelle heißt es, dass durch den Schlag eine bis dahin nicht diagnostizierte Zyste in der Milz geplatzt sei.
In den sozialen Netzwerken gibt es bereits reichlich Spott für die eventuellen Box-Rituale in der AfD. „Ich bin verwirrt. Zählt das nun als ‚politisch motivierte Gewalt rechts‘ oder als ‚politisch motivierte Gewalt links‘“?, grübelt Marie Schäffer, Landtagsabgeordnete der Grünen, auf Twitter. Schließlich seien hier offenbar rechtspopulistische Politiker sowohl Täter als auch Opfer.
Für Kalbitz bleibt die Woche auf jeden Fall spannend. Das Landgericht Berlin verhandelt am Freitag seinen Eilantrag, der sich gegen die Entscheidung des Bundesparteischiedsgericht richtet, das die Annullierung seiner Mitgliedschaft für rechtens erklärt hatte.