Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) hat in ihrem Businessplan für den BER laut einem rbb-Bericht zu optimistisch gerechnet. Demzufolge kann das Unternehmen keine stark erhöhten Einnahmen durch Zahlungen der Airlines am neuen Großflughafen Berlin Brandenburg BER erwarten.
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte im Mai 2020 erklärt, die Entgelte würden um 70 Prozent höher liegen als in Schönefeld oder Tegel. Laut rbb werden die Entgelte im Durchschnitt um 25 Prozent steigen. Damit würden der FBB bis zum Jahr 2024 rund eine halbe Milliarde Euro Einnahmen fehlen.
Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Sven-Christian Kindler, kritisierte die Flughafengesellschaft. Es sei an der Zeit, dass der Bundesrechnungshof die finanzielle Lage der FBB umfassend prüfe: „Hier liegt offenbar einiges im Argen. Was hier aufgedeckt wurde, hinterlässt erhebliche Zweifel an der Geschäftsführung der FBB.“ Ohne umfassende Prüfung des Bundesrechnungshofs könnten keine weiteren Mittel für den BER freigegeben werden.

Berliner Regierungskoalition fordert Einblick in BER-Kalkulation

Aus der rot-rot-grünen Berliner Senatskoalition kommt die Forderung, dass auch der Landesrechnungshof Berlin die BER-Finanzen unter die Lupe nimmt. Dies sagte der Grünen-Abgeordnete Harald Moritz. Für Moritz entsteht der Eindruck, dass die Flughafengesellschaft ihre Finanzlage schöngerechnet habe. In Brandenburg forderte die oppositionelle Linke im Landtag, die BER-Karten offen auf den Tisch zu legen.
Großflughafen BER bei Nacht: Die Schönefelder Allee führt neben den Schienen der Regionalbahn in Richtung Terminal 1 bzw. der Parkhäuser P 8 (r) und P 3 (l) des Hauptstadtflughafens ·Willy Brandt.
Großflughafen BER bei Nacht: Die Schönefelder Allee führt neben den Schienen der Regionalbahn in Richtung Terminal 1 bzw. der Parkhäuser P 8 (r) und P 3 (l) des Hauptstadtflughafens ·Willy Brandt.
© Foto: Sören Stache/dpa-Zentralbild
Die FBB widerspricht den rbb-­Berechnungen. Der Erlös je Passagier werde am BER um 40 bis 50 Prozent über dem in Tegel und Schönefeld liegen, sagt ein Sprecher. Dabei seien neben Gebühren für Starts, Landungen und Infrastrukturnutzung auch Einnahmen aus Gastronomie, Handel, Werbung, Parken eingerechnet. Im Einzelfall könne die Summe variieren.