Die Vertreter der Kita-Eltern pochen auf schnelle Verbesserungen bei der frühkindlichen Bildung in Brandenburg. „Das Kenia-Bündnis hat sich hier im Koalitionsvertrag hohe Ziele gesetzt. Jetzt wollen wir Taten sehen“, sagt Danilo Fischbach, der seit wenigen Wochen gemeinsam mit Catharina Kahl die Doppelspitze des Landeskitaelternbeirats bildet. „Wir erwarten, dass die Erzieher-Ausbildung attraktiver gemacht wird“, betont die Potsdamerin Catharina Kahl. „Es kann nicht sein, dass angehende Pädagogen ihre schulische Ausbildung selbst bezahlen müssen.“ Das halte viele Menschen davon ab, diesen beruflichen Weg zu gehen. Brandenburg brauche aber dringend Erzieher.

Problematisches Kita-Gesetz

Auch bei der von SPD, CDU und Grünen versprochenen Überarbeitung des Kita-Gesetzes werde man Druck machen. „Die Finanzströme insbesondere zwischen dem Land und den Kommunen müssen geklärt werden“, fordert die Elternvertreterin. Die langjährigen Unklarheiten darüber, wer was bezahlt, gingen zu finanziellen Lasten der Eltern. Das sei nicht länger hinnehmbar.

Weiter verlange man, dass aus dem Finanzierungsschlüssel ein Bildungsschlüssel werde. Soll heißen: Es möge gegenüber den Eltern nicht mehr über am Ende oft nur auf dem Papier bestehende Erzieher-pro-Kind-Relationen von 1:5 oder 1:10 geredet werden, sondern über die tatsächliche Betreuungssituation in den Einrichtungen über die gesamte Tagesöffnungszeit. Alles andere sei Augenwischerei, findet Catharina Kahl. Die Mütter und Väter im Land hätten Anspruch darauf, dass trotz Weiterbildung, Krankheit oder Urlaub immer genug Erzieher da sind, um die Bildungsaufträge von Kindergarten und Schulhort zu erfüllen.

Die Elternvertreter finden, dass sie jedes Recht haben, Forderungen zu erheben und Politiker an ihre Zusagen zu erinnern. „Wir sprechen für fast 300 000 Eltern im Land“, betont Danilo Fischbach. Deren Belange seien sehr lange vernachlässigt worden. Und vielerorts würden Verwaltungen noch immer gegen die Interessen der Mütter und Väter arbeiten.

Elternbeiräte mit viel Arbeit

Deshalb sei es sehr wichtig, dass es jetzt erstmals in allen märkischen Landkreisen und kreisfreien Städten gewählte Kitaelternbeiräte gibt. „Zweieinhalb Jahre haben wir um diese Mitwirkungsmöglichkeit gekämpft. Einige Landkreise wollten das unbedingt verhindern“, blickt Fischbach zurück. Die Elternbeiräte hätten nun viel zu tun. In etlichen Kreisen gebe es mit Blick auf die Rechtssicherheit von Kita-Satzungen „noch viel Luft nach oben“. Auch dass Frühstück und Vesper von den Kita-Trägern bezahlt werden müssen und nicht von den Eltern, werde immer noch nicht flächendeckend beherzigt, erzählt Danilo Fischbach.

Er verspricht, etwa über Facebook und ein noch einzurichtendes Online-Portal über die Arbeit des Beirats zu berichten. In Ostprignitz-Ruppin und in Frankfurt (Oder) zum Beispiel laufe es gut – faire Satzungen, faire Beiträge für Durchschnittsverdiener. In Oberhavel, Barnim und Potsdam hingegen gebe es ungelöste Probleme.

Die Situation in der Landeshauptstadt sei ein Beleg dafür, dass sich Elternengagement lohnt, sagt Catharina Kahl. Potsdam zahle gerade rund 40 Millionen Euro an über die Jahre zu viel kassierten Kita-Beiträgen zurück. Aber auch die neue Beitragsordnung sei rechtswidrig. „Niemand darf zu viel zahlen. Darauf achten wir“, verspricht Catharina Kahl.

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