Als Anfang Februar 2021 das Restaurant „Fratelli“ in Frankfurt (Oder) im Zusammenhang mit Vorwürfen des Drogenhandels durchsucht wurde, wurden damit Ermittlungen im Drogen-Milieu öffentlich, deren juristische Aufarbeitung sich seitdem überaus schwierig gestaltet. Mehr als 20 Personen wurden zu diesem Zeitpunkt festgenommen, seit Oktober vergangenen Jahres laufen vor dem Landgericht Frankfurt mehrere Prozesse gegen Beschuldigte aus dem Fratelli-Komplex. Vorgeworfen wird ihnen gewerblicher Handel mit Marihuana und Amphetaminen, aber im Fall von Restaurant-Inhaber Rame H. etwa auch der illegale Besitz einer Maschinenpistole.
Die Verfahren darüber sind nicht nur langwierig, sondern zum Teil auch chaotisch: Verteidigerinnen, Staatsanwälte und sogar Richter liefern sich Wortgefechte, die Gesundheit der Angeklagten macht immer wieder Verhandlungs-Unterbrechungen notwendig, und die Verwertbarkeit vieler Beweise steht infrage. Worum es dabei geht, ist das Thema der zweiten Folge von Akte Brandenburg – dem Kriminal-Podcast von MOZ und LR. Den Fall besprechen darin Rundschau-Reporter Daniel Roßbach und Mathias Hausding, der den Fall für die MOZ begleitet.

Kontroverse um Encrochat-Beweise und Festnahmen von Drahtziehern

Ein kontroverses Thema in den Verhandlungen ist, ob Erkenntnisse aus einem Behörden-Hack darin verwertet werden dürfen. Denn die Ermittlungen beruhen, wie die in einigen anderen Drogen-Prozessen in Brandenburg darauf, dass sich Ermittler in Frankreich Zugang zu der verschlüsselten Nachrichten-Plattform Encrochat verschafft und die Daten daraus auch mit deutschen Behörden geteilt haben.
Während mutmaßliche Akteure hinter Encrochat in dieser Woche in einer von den französischen Behörden koordinierten Polizei-Aktion in Spanien, Dubai und der Dominikanischen Republik festgenommen worden sind, argumentieren die Rechtsbeistände der Angeklagten, dass die Verwendung der Daten in den Verfahren rechtsstaatliche Standards verletzt. Auch darum geht es in der Folge des Podcast Akte Brandenburg, der außerdem einen Ausblick auf den weiteren Verlauf und mögliche Ergebnisse des Verfahrens gibt.

Der neue Podcast von LR.de und MOZ.de

Mit Akte Brandenburg haben MOZ.de und LR.de einen neuen Podcast gestartet. In dem True-Crime-Format berichtet das Moderationsteam Heike Reiß und Daniel Roßbach monatlich über echte, spannende Kriminalfälle aus Brandenburg. Zu hören gibt es Akte Brandenburg auf MOZ.de, auf LR.de und über alle gängigen Podcast-Plattform. Folge drei ist bereits in Vorbereitung. Abonniert also den Podcast kostenlos und verpasst keine Folge des neuen Formats.