Eröffnung am 31. Oktober: BER-Start ohne Party

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, steht im Terminal 2 vom Flughafen Berlin-Brandenburg (BER).
Patrick Pleul/dpaNur noch ein Monat bleibt bis zur Eröffnung des Flughafens BER. Es ist der siebte Termin für die Inbetriebnahme seit dem peinlichen Last-Minute-Rückzug 2011. Und diesmal soll es wirklich klappen. Das hat Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Dienstag noch einmal betont. „Es gibt keine große Party, wir machen einfach auf“, sagte er in Berlin.
Noch ist viel zu tun am Flughafen BER
Noch freilich bleibt viel zu tun. Vor allem im Inneren des Terminals 1, der zunächst für die Abwicklung der An- und Abreisen zur Verfügung stehen wird, sind noch zahlreiche Handgriffe zu erledigen. Davon konnte sich die RUNDSCHAU in den vergangenen Tagen bei einem exklusiven Rundgang mit dem Zoll im BER überzeugen. Hier fehlt noch eine Plexiglasscheibe, dort die Möbel oder ein Röntgengerät zum Durchleuchten des Gepäcks. Dennoch ist Andreas Meyer, Leiter des Zolls zuversichtlich, ab dem 31. Oktober in den Regelbetrieb gehen zu können: „Wir sind zu 150 Prozent bereit.“
Auch der Terminal 2, der den seit seiner Planung 2006 längst von der Realität überholten BER ergänzen soll, konnte in den vergangenen Tagen pünktlich zum Start übergeben werden. Restarbeiten sind allerdings auch hier noch im Gange. Und: Terminal 2 wird zum Start ohnehin nicht gebraucht.
Passagierzahlen eingebrochen: BER startet langsam in den Regelbetrieb
Denn die Passagierzahlen sind in Folge der Coronakrise eingebrochen. Gerade einmal 7,3 Millionen Fluggäste sind in den ersten acht Monaten an den Berliner Flughäfen abgewickelt worden. Das sind 70 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der BER ist, mit den Terminals 1,2 und 5 (Schönefeld) ausgelegt für bis zu 40 Millionen Passagiere im Jahr. Zoll-Leiter Meyer sieht den Start unter Corona-Bedingungen deshalb auch als Chance. So könne sich alles einspielen ohne gleich unter Vollast laufen zu müssen.
Flughafenchef Lütke Daldrup hat am Dienstag derweil noch eine weitere Forderung ins Spiel gebracht. Die Flugbereitschaft sollte die Regierungsflieger zügig komplett an den neuen Flughafen in Schönefeld verlegen. „Es wäre auch aus Klimaschutzgründen zu wünschen, dass schnellstmöglich alle Funktionen für den Regierungsflughafen nach Berlin verlagert werden“, sagte Lütke Daldrup. Bislang fliegen die Maschinen häufig ohne Passagiere zwischen dem Sitz der Flugbereitschaft am Flughafen Köln/Bonn und Berlin hin und her. (mit dpa)
