Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus haben viele Kirchen in der Lausitz Gottesdienste in den Gemeinden abgesagt oder zum Verzicht aufgerufen.

„Wie wir jetzt erleben, hat die Corona-Krise Auswirkungen auf das gesamte öffentliche Leben. Auch das Leben unserer Kirche ist davon berührt“, teilt etwa Wolfgang Ipolt, Bischof des katholischen Bistums Görlitz, zu dem weite Teile der Lausitz gehören, mit. Den Anweisungen der kommunalen und staatlichen Behörden bezüglich der Größe von Versammlungen sei in jedem Fall Folge zu leisten. Das heißt etwa für Cottbus – wo die Stadt Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern verboten hat –, dass es an diesem Sonntag keine Gottesdienste geben wird.

Dispens für Katholiken im Bistum Görlitz

„Für diesen Fall gilt, dass es sich dem Kirchenrecht entsprechend um einen schwerwiegenden Grund handelt, weswegen eine Teilnahme an der Eucharistiefeier nicht möglich ist. Somit sind Sie von der Teilnahme an der Sonntagsmesse entschuldigt“, teilt Bischof Ipolt den katholischen Christen seines Bistums mit. Kirchenrechtlich ist das eine Dispenz. „Ich bitte Sie, stattdessen am Fernsehen, im Radio oder im Internet eine Hl. Messe mitzufeiern und sich mit Ihrer Familie auf diese Weise mit der Gemeinschaft der Kirche zu verbinden“, so Bischof Ipolt.

Evangelische EKBO: Gebet und Andacht gerade jetzt wichtig

Ganz anders klingt das bei der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Zwar hat auch diese ihre geplante Frühjahrssynode und die kleineren Synoden in den Kirchenkreisen mit Verweis auf das Coronavirus abgesagt. Mit Blick auf die Gottesdienst heißt es aber, dass diese so weit wie möglich stattfinden sollen. „Seelsorge, Gebet, Fürbitte und Andacht wie alternative Gottesdienstformate zum Lobe Gottes und zum Dienst für die Menschen stehen im Kern kirchlichen Auftrags“, heißt es in einem Beschluss der Kirchenleitung vom Freitag.

Kirchenkreis Bad Liebenwerda sagt Gottesdienste ab

Der Evangelische Kirchenkreis Bad Liebenwerda hat die meisten öffentlichen kirchlichen Veranstaltungen vorerst abgesagt. Das teilt Superintendent Christof Enders mit. Er schreibtr: „Trotz Corona braucht niemand auf Gottesdienst und Gebet verzichten. Am einfachsten ist das Angebot der Radiogottesdienste (Sonntags, MDR Kultur, 10 Uhr) oder der Fernsehgottesdienste (Sonntags, ZDF, 9.30 Uhr) zu nutzen.“ Im Bestattungsfall sollten sich die Angehörigen an ihren Ortspfarrer oder ihre Ortspfarrerin wenden.

Bistum Dresden: Übertragung im Internet

Bis auf weiteres werde es im katholischen Bistum Dresden-Meißen keine öffentlichen Gottesdienste und Veranstaltungen geben. Das habe Bischof Heinrich Timmerevers am Samstag entschieden, teilte das Bistum mit. Der Schutz von Leib und Leben erfordere schwerwiegende Entscheidungen, hieß es. Das Bistum übertrage via Internet eine Gottesdienstfeier am Sonntag ab 11 Uhr aus der Leipziger Propstei Trinitatis.

Die sächsische Landeskirche ruft ihre Gemeinden auf, am Sonntag auf alle Gottesdienste zu verzichten. Die Glocken sollten dennoch läuten und die Kirchen offen sein, teilte das Landeskirchenamt am Samstag in Dresden mit. Der Verzicht auf die Versammlung in der Gemeinde sei keine leichte Entscheidung, aber sie entspreche dem Gebot der Nächstenliebe und diene dem gesellschaftlichen Miteinander, so das Kirchenamt.

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