Aufgrund der Corona-Krise hat die Bundesregierung am Dienstag, 17. März, eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen.

Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten. In diesem Ratgeber-Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Kann ich eigentlich noch irgendwohin Urlaubsreisen machen?

Nein. Im Handlungskatalog der Bundesregierung steht klipp und klar, dass es Urlaubsreisen ins In- und Ausland bis auf Weiteres nicht mehr gibt. Auch Busreisen werden eingestellt. Übernachtungsangebote im Inland dürfen nur noch zu „notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken" genutzt werden. Heute hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Ein solcher Schritt erfolgt nur bei einer Gefahr für Leib und Leben. Das Auswärtige Amt hatte ansonsten nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten. Auf Twitter teilte Bundesaußenminister Heiko Maas mit: „Wir haben uns entschlossen, ab jetzt vor allen nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland zu warnen. Daher die dringende Bitte: Bleiben Sie zu Hause. Sie helfen damit sich und anderen! Diese Reisewarnung für touristische Reisen gilt weltweit!“

Können alle Reisenden, die derzeit im Ausland sind, nach Deutschland zurück?

Ja. Zumindest, wenn sie deutsche Staatsbürger sind bzw. in Deutschland ihren Wohnsitz haben. Allerdings sitzen Tausende Reisende in verschiedenen Ländern derzeit fest. Deswegen startet die Bundesregierung ab heute eine Rückholaktion für deutsche Urlauber. 50 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Zurückgeholt werden per Luftbrücke zunächst Reisende aus besonders betroffenen Gebieten. An erster Stelle stehen laut Ministerium „zunächst insbesondere Marokko, die Dominikanische Republik, Ägypten, die Malediven und die Philippinen“. Reisende in diesen und in allen anderen Ländern sollten sich zunächst über die Reise- und Sicherheitshinweise informieren, und Kontakt zu ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluggesellschaft aufnehmen und sich in die Krisenvorsorgeliste (www.diplo.de/elefand) eintragen. Weitere Einzelheiten sollten so schnell wie möglich bekannt gegeben werden. Die deutschen Botschaften und Konsulate täten „bereits jetzt ihr Möglichstes, um individuell und schnell zu helfen“ und stünden für Anfragen zur Verfügung, so Außenminister Maas.

Welche Reisebeschränkungen gibt es innerhalb Deutschlands?

Das Reiseverbot gilt auch für das Inland. In den vergangenen Tagen haben die norddeutschen Küstenländer die Nord- und Ostseeinseln für den Tourismus gesperrt. Urlauber, die schon ihre Quartiere bezogen hatten, mussten abreisen. Jetzt gilt der Tourismusstopp überall.

Ist es sinnvoll, Reisen, Flüge oder Quartiere für die Osterferien zu buchen?

Eine eindeutige Antwort gibt es derzeit darauf nicht. Die Formulierung der Bundesregierung „bis auf Weiteres“ schließt Reisen in den Osterferien nicht ausdrücklich aus. Vermutlich wird es in den kommenden Tagen Präzisierungen geben. Die Wahrscheinlichkeit für Osterreisen ist aber eher gering.

Und wenn ich schon gebucht habe?

Dann empfiehlt es sich unbedingt, Kontakt zum Reiseveranstalter oder zur Fluggesellschaft aufzunehmen. Die TUI etwa lässt wissen: „Nachdem das Auswärtige Amt jetzt von allen nicht notwendigen Auslandsreisen abrät, hat TUI Deutschland entschieden, ihr weltweites Reiseprogramm bis einschließlich 27. März 2020 auszusetzen. Wir werden daher bis einschließlich 27. März alle Reisen absagen und informieren Sie schnellstmöglich darüber.“

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