In Brandenburg und Sachsen wird der reguläre Unterricht an den Schulen bis nach den Osterferien ausgesetzt. Dies haben die beiden Landesregierungen festgelegt.

Die Schulen und Kitas im Land Brandenburg schließen demnach ab Mittwoch, 18. März 2020. Dies teilte die Landesregierung mit. Sachsens Kultusministerium ordnete für öffentliche Schulen ab Montag, 16. März 2020, unterrichtsfreie Zeit an. Die Anordnung gelte bis auf Weiteres, hieß es aus Dresden. Die Osterferien enden in Brandenburg (Beginn 6. April) und Sachsen (Beginn 10. April) am Samstag, 18. April 2020.

So begründet Brandenburg die Schulschließungen

Zur Eindämmung der Corona-Epidemie fänden landesweit an Kitas und Schulen vorerst bis zum Ende der Osterferien keine reguläre Betreuung und kein regulärer Unterricht statt, hieß es aus Potsdam. Die Schulen sollen demnach ab Montag, 20. April, wieder öffnen. Die Landesregierung begründete dies in ihrer Mitteilung mit der aktuellen Beurteilung durch medizinische Expertise.

Im Internet kursieren Gerüchte und eine E-Mail, in der von einer angeblichen Schulschließung in Brandenburg bereits ab Montag, 16. März, die Rede ist. „Solch ein Schreiben ist im Umlauf und uns bekannt, es kommt aber nicht aus unserem Ministerium“, sagte Ulrike Grönefeld, Sprecherin von Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), auf Nachfrage von LR Online.

Sie betonte, dass wie öffentlich bekannt gegeben, der Unterricht erst am Mittwoch, 18. März, ausgesetzt wird. „Das Schreiben ist dubios, der Inhalt ist zweifelhaft“, sagte die Ministeriumssprecherin. Grönefeld kündigte an, dass im Landesbildungsministerium über das Wochenende über Maßnahmen zur geplanten Notbetreuung von Schülerinnen und Schülern sowie Kitakindern beraten werde. Diese soll in den Kommunen geregelt werden.

Brandenburg: Einige Schulen schließen bereits am 16. März

In Einzelfällen gibt es allerdings bereits vor Mittwoch Schließungen: Dies gilt laut Landesregierung für Potsdam aufgrund konkreter Verdachtsfälle. Wie das Diakonische Werk Elbe-Elster mitteilte, werden ab Montag, 16. März, vorsorglich alle Schulen, Horte und Kindertagesstätten in der Trägerschaft der Diakonie schließen.

Auf die Frage, warum der Beschluss der Landesregierung, die Schulen und Kitas in Brandenburg zu schließen, erst am 13. März erfolgte, sagte die Sprecherin des Potsdamer Bildungsministeriums, dass die medizinischen Experten zuvor eine andere Einschätzung von der Lage in der Corona-Krise abgegeben hätten.

Die Schulen würden nicht geschlossen, weil die Kinder gefährdet seien, sondern um den Verlauf der Epidemie zu beeinflussen, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) bei einer Pressekonferenz in der Brandenburger Staatskanzlei. Bildungsministerin Ernst sagte dort: „Es geht in erster Linie um die Reduzierung sozialer Kontakte. Dazu können Schulen und Kitas einen wichtigen Beitrag leisten. Eine Notfallbetreuung für Kinder von null Jahren bis zur Jahrgangsstufe sechs wird sichergestellt.“

Brandenburg: Notbetreuung für Kinder geplant

Laut Nonnemacher sollen durch Schulschließungen neue Probleme verursacht werden. Das Land sei beispielsweise dringend auf medizinisches Personal angewiesen. Dieses dürfe nicht ausfallen, weil es zu Hause seine Kinder betreuen muss. Deshalb sollten Notbetreuungsmöglichkeiten für Kinder eingerichtet werden.

Das Datum des Unterrichtsendes am Mittwoch, 18. März (andere Länder schließen die Schulen früher), begründet die Landesregierung so: Man wolle den Landräten Zeit geben, um nötige Dinge wie eine Betreuung von Kindern zu organisieren.

Der Landesrat der Eltern in Brandenburg (LER) begrüßte die Maßnahmen. „Wir müssen allerdings aufpassen, dass die Schüler nun keine Nachteile davontragen“, sagte der LER-Vorsitzende René Mertens zu LR Online. Er rechne damit, dass Prüfungen wie das Abitur in Brandenburg doch noch verschoben werden könnten, das bisher kurz nach Ostern beginnen soll.

Elternrat in Brandenburg: Sorge ums Abitur 2020

„Hier ist doch gar nichts auszuschließen, schließlich hatten wir in den vergangenen Tagen noch ganz normalen Betrieb an den Schulen, und nun ist am 18. März Unterrichtsende“, sagte Mertens. Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) kündigte an, dass die Lehrkräfte Kinder und Jugendliche digital mit Aufgaben versorgen sollen. „Die Abiturprüfungen werden auch in 2020 abgelegt werden können“, sagte Ernst.

Für die staatlichen Fachhochschulen und Universitäten in Brandenburg werde der Beginn der Präsenzveranstaltungen im Sommersemester auf den 20. April 2020 verlegt. Es werde die Absage von nicht notwendigen Veranstaltungen empfohlen.

Das Innenministerium in Brandenburg hat inzwischen ein Koordinationszentrum für die Coronakrise eingerichtet. Es soll am 14. März die Arbeit aufnehmen. Darauf habe sich die Landesregierung aus SPD, CDU und Grünen auf einer von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einberufenen Sondersitzung des Brandenburger Kabinetts verständigt.

Sachsen: Schulen schließen wegen Corona ab 16. März 2020

Auch in Sachsen greifen nun Vorsichtsmaßnahmen an Schulen und Kitas. Dies twitterte die Staatskanzlei in Dresden von einem Treffen mit Bürgermeistern und Landräten. „Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus handeln wir abgestimmt, konsequent und gemeinsam“, heißt es in dem Tweet.

Dafür setzt die Landesregierung Sachsens ab Montag, 16. März, die Schulpflicht an den öffentlichen Schulen aus. Demnach sollen dennoch Betreuungsmöglichkeiten an den Schulen geschaffen werden: Die Kinder können demnach zu Hause bleiben, eine Betreuung an Schulen wird sichergestellt, teilte das Kultusministerium mit.

Eltern sollen so die Möglichkeit erhalten, sich bis zur Schließung von Schulen auf eine Betreuung der Kinder im häuslichen Umfeld einzustellen: „Eine Entscheidung, ab wann Schulen und Kitas bis zum 17. April komplett geschlossen werden, wird im Laufe der kommenden Woche getroffen“, hieß es in einer Pressemitteilung des sächsischen Kultusministeriums.

Die Prüfungen an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen Sachsens seien nach derzeitigem Stand nicht in Gefahr, teilte das Ministerium in Dresden weiter mit. Die ersten Prüfungen beginnen nach Ostern. In Sachsen beginnt das Abitur am 22. April 2020. Klassenfahrten ins In- und Ausland sollen bis zum Schuljahresende 2019/2020 abgesagt werden. Für Fahrten innerhalb Sachsens gelte das zunächst bis Ostern.

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