Brandenburg verschärft die Corona-Vorgaben und führt die 2G-Regel ein. Das Kabinett hatte verabredet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu Diskotheken, Clubs und Festivals haben sollen. Gleiches gilt für Gaststätten und Hotels. Die neue Verordnung tritt am Montag, 15. November, in Kraft und gilt vorerst bis Sonntag, 5. Dezember.
„Wir haben ein dynamisches Pandemiegeschehen, das uns große Sorgen bereitet“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf einer Pressekonferenz. „Die Infektionszahlen haben sich in Brandenburg in den letzten acht Tagen verdoppelt. Geplante Operationen müssen bereits vielerorts wieder verschoben werden. Wir müssen handeln!“
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher erklärte, dass die Verschärfungen der Corona-Regeln dringend notwendig seien: „Grundrechtseinschränkungen müssen immer sorgfältig abgewogen werden und immer verhältnismäßig sein. Das ist ein schwieriger Abwägungsprozess. Angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens, angesichts der explodierenden Infektionszahlen und der schnell steigenden COVID-19-Fälle, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, sind schärfere Maßnahmen jetzt dringend notwendig.

FFP2- oder OP-Maske? Folgende Regeln gelten ab Montag, 15.11.

  • Maskenpflicht in Grundschulen
  • Drei Schnelltests in Schulen pro Woche (vorher: zwei)
  • Im Krankenhaus oder Pflegeheim dürfen Patienten pro Tag höchstens zwei Besucher empfangen
  • Neben Clubs und Diskotheken gilt 2G auch in der Innengastronomie und Hotels (Camping, Kantinen, Mensen und Autobahnraststätten sind ausgenommen)
  • 2G gilt auch für touristische Reisen
  • Ebenso für sämtliche kulturelle Veranstaltungen
  • 2G in Schwimmbad, Therme, Sauna
  • Das Gleiche gilt Sport mit Kontakt in geschlossenen Räumen
  • 2G optional: Veranstaltungen ohne Unterhaltungen, Innenveranstaltungen, Kulturveranstaltungen und Weihnachtsmärkte
  • Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gilt 2G-Regel nicht immer - Ausnahmen gibt es für unter 18-Jährige mit negativem Test
  • Diejenigen Erwachsenen, die sich nicht impfen lassen können, müssen eine FFP2-Maske tragen, wenn 2G gilt.
  • Für alle anderen genügt weiterhin grundsätzlich eine OP-Maske
  • 3G in Sporteinrichtungen und bei körpernahen Dienstleistungen wie z.B. Friseur
  • Testpflicht auch für nicht geimpftes und nicht genesenes medizinisches Personal, mindestens drei Tests pro Woche

Aktuelle Regeln in Brandenburg laut der Corona-Ampel

In Brandenburg gilt schon seit September eine Corona-Ampel, die über Maßnahmen im Land entscheidet. Folgende Indikatoren sind für die Corona-Ampel wichtig:
  • Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz: Anzahl der stationär behandelten Corona-Patientinnen und ‑Patienten innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern
  • Sieben-Tage-Inzidenz
  • Auslastung der Intensivbetten (ITS)
Ob die Ampel auf grün, gelb oder rot springt, entscheidet sich nach diesen Vorgaben:
Bei der Sieben-Tage-Hospita-lisierungsinzidenz:
  • grün: wenn der Wert kleiner 7
  • Warnwert gelb: 7 bis 12
  • Alarmwert rot: größer 12
Für die Sieben-Tage-Inzidenz:
  • grün: kleiner 100
  • Warnwert gelb: 100 bis 200
  • Alarmwert rot: größer 200
Für den Wert „Verfügbare ITS“ gilt:
  • grün: bis 10 Prozent der ITS-Betten sind mit COVID-19-Patienten belegt
  • Warnwert gelb: 10 bis 20 Prozent der ITS-Betten sind mit COVID-19-Patienten belegt
  • Alarmwert rot: mehr als 20 Prozent der ITS-Betten sind mit Covid-19-Patienten belegt.
In Brandenburg sind aktuell (Stand 16. November) die Ampeln auf:
  • Hospitalisierungsinzidenz bei 3,16 - Grün
  • 7-Tage-Inzidenz bei 376,1 - Rot
  • ITS-Auslastung bei 11,2 Prozent - Gelb

Quarantäne in Brandenburg: Wer muss wann in häusliche Isolation?

Die Quarantäne-Regeln haben sich in Brandenburg so häufig geändert, dass man schnell den Überblick verliert. Generell wurden die Bestimmungen aber mit der Zeit gelockert. Aktuell gilt Folgendes:
  • Wer mindestens zehn Minuten ohne adäquaten Schutz mit einer nachweislich infizierten Person Kontakt hatte, sollte vorsorglich in Quarantäne. Adäquater Schutz bedeutet: Mit Abstand von 1,5 Meter und mit Maske
  • Wer in durch das Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt wird, muss sich entweder zehn Tage isolieren oder kann sich nach fünf Tagen durch einen PCR-Test freitesten lassen
  • Nach sieben Tagen Quarantäne reicht auch ein Schnelltest zum Freitesten
  • Geimpfte und Genesene müssen nicht in Quarantäne

Booster-Impfung Brandenburg: Wo gibt es die 3. Corona-Impfung?

Angesichts der weiter steigenden Corona-Inzidenz in Deutschland werden immer mehr Forderungen nach Auffrischungsimpfungen laut. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte einen Bund-Länder-Gipfel zu dem Thema. Zugleich bekräftigte sein Ministerium nach Kritik aus der Ärzteschaft die Auffassung, dass grundsätzlich jeder Anspruch auf die Booster-Impfung hat. In den Gruppen ab 70 Jahren, für die auch die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischungsimpfung empfiehlt, fällt der Anstieg der Corona-Zahlen meist leichter aus. Größer ist er vor allem bei den Hochaltrigen über 90 Jahre – der Wert stieg in der vergangenen Woche. Im höheren Alter falle die Immunantwort nach Impfungen gegen Corona insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche könnten häufiger auch zu einem schweren Verlauf führen, hieß es kürzlich in der Stiko-Begründung zu den Booster-Impfungen.
Seit September werden bestimmten Personengruppen Covid-19-Auffrischungsimpfungen angeboten. Die Auffrischimpfungen erfolgen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe Moderna oder Biontech; dabei ist es unerheblich, mit welchem Impfstoff die Personen vorher geimpft worden sind.
Die Auffrischungsimpfung können Brandenburger und Brandenburgerinnen in den Arztpraxen bekommen. Auch gibt es insbesondere für Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen mobile Impfteams.

Corona-Tests ab 13. November wieder kostenlos

Von diesem Samstag, 13.11., an sind wieder kostenlose Corona-Schnelltests für alle möglich. Das legt eine Verordnung des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) fest, die am Freitag verkündet wurde. Der Bund führt damit das vor rund einem Monat stark eingeschränkte Angebot der „Bürgertests“ wieder auf breiter Front ein. Damit haben alle mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen Schnelltest durch geschultes Personal - auch unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Bescheinigungen können auch als Nachweis bei Zugangsregeln dienen.