Die Bundesregierung stuft Polen als Corona-Hochinzidenzgebiet ein. Ab Sonntag ist die Einreise aus dem Nachbarland nur noch mit einem negativen PCR-Test erlaubt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagabend auf seiner Internetseite bekanntgab. In Polen sind die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen. Als Hochinzidenzgebiet werden die Länder und Regionen eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 200 liegt. Für Polen lag der Inzidenzwert am Samstag bei 375. Die absolute Zahl der Neuinfektionen an einem Tag lag am Freitag bei 25.998 und damit nur noch knapp unter dem Rekordwert von 27.875 aus dem November.

Corona-Test schon bei der Einreise aus Polen nach Brandenburg und Sachsen

Zum Vergleich: In Deutschland meldete das RKI am Samstag 16.033 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, also deutlich weniger als in Polen. Deutschland hat aber mehr als doppelt so viele Einwohner. Nach Angaben des polnischen Gesundheitsministeriums ist die britische Virusvariante in Polen mittlerweile für mehr als 60 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich.
Bisher können Einreisende aus Polen sich auch noch 48 Stunden nach der Einreise nach Deutschland testen lassen. Das betrifft Berufspendler wie das Gesundheitspersonal sowie Studenten, Schüler und Familienbesucher. Ab Sonntag müssen aber Einreisende schon beim Grenzübertritt einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Um dies zu unterstützen, werden seit Freitagnachmittag zunächst drei Testzentren an der Grenze aufgebaut, an der Stadtbrücke in Frankfurt (Oder), an der Autobahn 12 bei Frankfurt sowie in Guben. Diese drei Zentren sollen ab Montag einsatzbereit sein.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): „Polen hat mit einer dritten Welle der Pandemie zu kämpfen. Die Werte sind bei unseren Nachbarn jetzt so hoch, dass das gesamte Land zum Hochinzidenzgebiet erklärt werden musste. Ich bedaure das sehr und wünsche unseren polnischen Nachbarn, dass sich die Situation bald wieder entspannt. Ich will in Kürze die Situation mit meinem polnischen Partner beraten.“

Keine Quarantäne und Testpflicht für die Algarve in Portugal

Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen ab Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete. Für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden dagegen die Reisebeschränkungen deutlich gelockert. Ganz aufgehoben wird die Quarantäne und die Testpflicht für ein weiteres beliebtes Urlaubsgebiet der Deutschen: Die portugiesische Algarve wird wie zuvor schon Mallorca und die anderen Balearen-Inseln von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Allerdings dürfen die Hotels an der Algarve derzeit noch keine Touristen aufnehmen. Das bedeutet: Urlaub an den Stränden der portugiesischen Südküste ist anders als auf Mallorca weiterhin nicht möglich.
Das Robert-Koch-Institut und die Bundesregierung unterscheiden bei Risikogebieten nach den Kategorien Normale Risikogebiete, Virusvarianten-Gebiete und Hochinzidenzgebiete, in denen die Fallzahlen besonders hoch sind. Für Einreisen aus allen Corona-Risikogebieten gelten rechtliche Vorgaben für Kontrollen, Test- und Quarantänepflichten. Bei Hochinzidenzgebieten und bei den Gebieten, in denen Varianten des Coronavirus häufig vorkommen, sind diese Vorgaben besonders streng.
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