In Brandenburg soll die Zahl der Corona-Impfungen deutlich steigen. „Wir bauen jetzt ein Management auf, mit dem wir nicht nur schneller vorankommen, sondern auch die Menschen in der Fläche besser erreichen“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch nach der zweiten Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts („Impf-Jour-fixe“). „Statt Impf-Lagerhaltung muss der Stoff in die märkischen Oberarme. Unsere bisherigen Ziele wurden nicht erreicht. Das muss und wird sich ändern“, betonte Woidke nach Angaben der Staatskanzlei.
Bis Dienstag lag Brandenburg beim Anteil der Erstimpfungen an der Bevölkerung im Ländervergleich auf dem letzten Rang. Seit Dezember haben in Brandenburg rund 142.000 Menschen eine erste Impfung erhalten, das entspricht einem Anteil von 5,6 Prozent. Bei den Zweitimpfungen liegt das Land mit einer Quote von 3,1 Prozent weiter im Bundesdurchschnitt.

Impfen in Brandenburg soll schneller gehen

„Wir müssen schneller und besser werden“, sagte auch Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Es sei gut, dass jetzt auch in viel stärkerem Maße Kommunen, 50 Modellarztpraxen und Krankenhäuser einbezogen würden. „Dadurch sollten wir es schaffen, bis Ende März den vorhandenen Impfstoff fast vollständig zu impfen.“
Die Zahl der Impfdosen soll nach Angaben der Landesregierung von
65.412 in dieser Woche auf 81.000 in der nächsten Woche und 82.000 in den beiden darauffolgenden Wochen bis Anfang April wachsen. Zu den Impfungen in den elf Impfzentren, in denen pro Woche rund 50.000 Dosen gespritzt werden sollen, kommen demnach ab nächster Woche jeweils 10.000 Dosen in verschiedenen Krankenhäusern hinzu.

Arztpraxen und mobile Teams sollen impfen

In Arztpraxen sollen ab nächster Woche ebenfalls 10.000 Impfdosen pro Woche verabreicht werden. Außerdem sind mobile Teams im Einsatz. Geplant sind auch zwei neue Impfzentren in den Landkreisen Prignitz und Havelland. Sie sind ab nächster Woche nicht nur von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr, sondern bis 20.00 Uhr geöffnet, auch samstags.
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg will bis Ende des Sommers eine Impfquote von 70 Prozent bei den Erstimpfungen erreichen - vorausgesetzt, es sei genug Impfstoff da, sagte ihr Vorstandschef Peter Noack, im Landtagsausschuss für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz. 1100 von 2100 angeschriebenen Arztpraxen haben sich nach seinen Angaben auf die Anfrage zurückgemeldet, ob sie die Corona-Schutzimpfung verabreichen würden. Zwei Drittel davon würden dafür auch fremde Patienten aufnehmen.

Nach Ostern wird die Freiwillige Feuerwehr geimpft

Das mobile Corona-Impfteam des Landkreises Ostprignitz-Ruppin startete am Mittwoch in Rheinsberg mit seinem Impfbus. So könnten über 80-Jährige wohnortnah geimpft werden, sagte Ronny Sattelmair, Vorstandsvorsitzender des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes, in dessen Verantwortung der Bus unterwegs ist. Im Gegensatz zu den landesweit 33 mobilen Impfteams, die Pflegeeinrichtungen ansteuern, macht der Bus in Kommunen an einem vereinbarten Punkt Station.
Nach Ostern sollen auch ehrenamtliche Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren geimpft werden, wie Innenminister Michael Stübgen (CDU) im Innenausschuss des Landtages ankündigte. Bislang seien bereits 3300 der rund 4000 Polizeibeamten im operativen Dienst mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca geimpft worden.