• Die Zahl der Impfungen in Deutschland steigt.
  • Laut Verordnung entfallen für Geimpfte die Testpflicht und Ausgangsbeschränkung.
  • Brandenburg hat für Geimpfte ebenfalls Lockerungen ermöglicht.
  • Was gilt aktuell bei der Corona-Impfung in Brandenburg?
Die meisten Brandenburger wollen sich einer Umfrage zufolge gegen das Coronavirus impfen lassen. Sieben von zehn Brandenburgern wollen dies auf jeden Fall noch tun oder sind bereits geimpft, wie eine aktuelle Umfrage von infratest dimap im Auftrag von Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg vom RBB ergab. Zwölf Prozent der Befragten gaben an, dass sie wahrscheinlich zur Impfung gehen. Doch die Impfbereitschaft variiert der repräsentativen Umfrage zufolge je nach Alter: Bei älteren Menschen war sie mit 90 Prozent hoch. Hingegen gaben 17 Prozent der 16- bis 44-Jährigen an, dass sie sich auf keinen Fall impfen lassen möchten.

Corona Impfung Brandenburg: Impfkommission will keine Impfempfehlung für Kinder ausgeben

In der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird derzeit wohl eher nicht damit gerechnet, dass das Gremium eine allgemeine Impfempfehlung für alle älteren Kinder und Jugendlichen abgeben wird. Das Kommissionsmitglied Rüdiger von Kries sagte am Dienstagabend (25.05.2021) in der Sendung „rbb-Spezial“, momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. „Bei unklarem Risiko kann ich zur Zeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird.“
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen - über die Umsetzung wollen am Donnerstag (27.05.2021) auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten. Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor.

Priorisierung der Corona-Impfung in Brandenburg: Wer ist aktuell impfberechtigt?

Nach der Impfung der Priorisierungsgruppen 1 und 2 mit den besonders vulnerablen Gruppen sowie unter anderem Beschäftigten im medizinischen und Pflegebereich hat Brandenburg inzwischen auch die komplette Priorisierungsstufe 3 für Corona-Schutzimpfungen freigegeben. Folgende Personengruppen sind ab Mittwoch, den 19.05.2021 impfberechtigt:
  • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben.
  • Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht. Das betrifft laut Impfverordnung zum Beispiel Menschen, die an Krebs, Asthma, Diabetes oder starkem Übergewicht leiden.
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind.
  • Personen die in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr und beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks tätig sind.
  • Personen, die in weiterführenden Schulen tätig sind.
  • Personen, die in besonders relevanter Position im Ausland bei den deutschen Auslandsvertretungen, für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen tätig sind.
  • Wahlhelferinnen und Wahlhelfer
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe und in Schulen, die nicht Grund-, Sonder- oder Förderschulen sind, oder an Hochschulen tätig sind
  • sonstige Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.
Für den Impfstoff von Astrazeneca besteht keine Priorisierung mehr. Wer unter sechzig ist, kann sich bei einem impfenden Arzt oder einer impfenden Ärztin auf eigenen Wunsch mit Astrazeneca impfen lassen.

Corona-Impfung in Brandenburg: Arbeitgeberbescheinigung und Nachweis für Priorisierung

Mit der vollständigen Freigabe der Priorisierungsgruppe 3 erhalten rund 500.000 Menschen eine Impfberechtigung. Die Impfberechtigung ist über entsprechende Formulare und Arbeitsgeberbescheinigungen nachzuweisen, die online zur Verfügung gestellt werden.

Corona-Impfung in Brandenburg: Wann werden Kinder und Jugendliche geimpft?

Bisher ist nur der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in Europa für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Eine Zulassungserweiterung des Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige ist allerdings bereits bei der EMA beantragt und wird für Anfang bis Mitte Juni erwartet. Weitere Hersteller führen derzeit Studien mit Corona-Impfstoffen bei Kindern und Jugendlichen durch.
Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) will einen Vorschlag erarbeiten, wie Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden können. Diese sollen in Kinder-, Frauen- sowie Hausarztpraxen Impfangebote erhalten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ruft dazu auf, Impfdosen der Hersteller Biontech und Pfizer für Schülerinnen und Schüler zu reservieren. „Ein Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien ist das Impfen der Jugendlichen“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Das erklärte Ziel ist, dass die Länder den minderjährigen Schülerinnen und Schülern bis Ende August ein Impfangebot machen. Weil für sie wegen der Zulassung nur ein bestimmter Impfstoff infrage kommt, müssen dafür genügend Biontech-Dosen reserviert werden.“

Corona-Impfung in Brandenburg: Warum gibt es überhaupt die Priorisierung?

An der amtlich fixierten Reihenfolge gab und gibt es viel Kritik. Doch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigt das Instrument: „Menschenleben retten ist keine Bürokratie.“ Zweck ist, den anfangs knappen Impfstoff für Menschen mit dem höchsten Risiko für schwere und tödliche Corona-Verläufe zu reservieren: Alte, chronisch Kranke und viele Berufsgruppen mit hoher Ansteckungsgefahr, die nicht ins Homeoffice gehen können. Nach den ersten zwei Priorisierungsgruppen soll im Mai zuerst noch die dritte und letzte Gruppe Impfungen angeboten bekommen. Eine vierte Gruppe gibt es nicht - dann kommen alle dran.

Corona-Impfung: Priorisierung soll am 07.06.2021 aufgehoben werden

Bei den Corona-Impfungen sollen sich in Anfang Juni alle in Deutschland einen Termin holen können - ohne die noch geltende feste Reihenfolge nach Risikogruppen. Die Priorisierung soll ab dem 07.06.2021 aufgehoben werden, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem entsprechenden Beschluss mit den Ressortchefs der Länder mitteilte. Die seit dem Impfstart vor fünf Monaten eingeführten Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf sollten dann in Praxen und regionalen Impfzentren wegfallen. Ab 07.06.2021 sollen auch Betriebs- und Privatärzte regulär mitimpfen.

Wie komme ich an einen Termin für eine Corona-Impfung in Brandenburg?

  • Impfberechtigte Personen ab 18 Jahren (ab 16 Jahren für Biontech/Pfizer) buchen ihre Termine für Impfungen in einem Brandenburger Impfzentrum online oder vereinbaren persönlich die Impftermine mit einem impfenden Hausarzt.
  • Aktuell beteiligten sich landesweit bereits rund 1200 Arztpraxen an den Impfungen. Aufgrund der weiterhin begrenzten Impfstoffkapazitäten erhalten die Praxen vom Bund aber nur begrenzte Impfstoffmengen. In den kommenden Wochen soll sich die Anzahl der Impfdosen, die Arztpraxen bestellen können, jedoch spürbar erhöhen. Die Übersicht über die beteiligten Impf-Praxen gibt es auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung.
  • Auch für das Impfen in Arztpraxen gilt im Land Brandenburg generell die festgelegte Prioritäten-Reihenfolge. Eine zentrale Einladung für die Patienten gibt es nicht. Die Vergabe der Impftermine obliegt den Praxen.
  • Zur Vereinbarung eines Impftermins bei einer impfenden Ärztin oder einem impfendem Arzt benötigen Brandenburger keinen Vermittlungscode des Impfterminservices.
Wer sich in Brandenburg gegen Corona impfen lassen will, kann ab Mai möglicherweise längerfristig einen Termin vereinbaren als bisher. „Wir haben jetzt Impfstoffzusagen für den Mai einschließlich für den Juni, dass wir dann auch dazu übergehen können, längerfristig Termine zu vergeben - auch wenn der Impfstoff noch nicht bei uns ist“, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch (28.04.2021) im Landtag in Potsdam. Er sprach von drei bis vier Wochen Vorlauf für Impftermine in Arztpraxen und Impfzentren. Bisher würden Termine erst vergeben, wenn der Impfstoff auch geliefert sei.

Corona-Impfung: Wo sind die Impfzentren in Brandenburg?

  • Potsdam - Metropolis Halle -
Großbeerenstraße 200
14482 Potsdam
  • Cottbus - Messe Cottbus -
Vorparkstraße 3
03042 Cottbus
Parkplätze: P1-Messe, Am Eliaspark
  • Schönefeld - Flughafen Schönefeld -
Terminal 5 / Terminalbereich M – Abflug, P56
12529 Schönefeld
Parkplätze: Bitte nutzen Sie P56 direkt vor dem Impfzentrum. Ihren Parkausweis können Sie am Check Out gegen einen Ausfahrschein eintauschen.
  • Elsterwerda - Mehrzweckhalle -
Am Elsterschloß 4
04910 Elsterwerda
Vom Parkplatz am Holzhof verkehrt im Pendelverkehr ein Bus-Shuttle im 20 Minuten-Takt direkt zum Impfzentrum in der Elbe-Elster-Halle
  • Frankfurt (Oder) - Messehalle 1 -
Messering 3
15234 Frankfurt (Oder)
  • Oranienburg - TURM ErlebnisCity -
André-Pican-Straße 42
16515 Oranienburg
Parkplätze: Bitte benutzen Sie den ausgewiesenen Parkplatz des Impfzentrums (Gästeparkplatz der TURM Erlebniscity, 1h kostenfreies Parken).
  • Brandenburg an der Havel - Stahlpalast -
Magdeburger Landstraße 226
14770 Brandenburg an der Havel
  • Eberswalde - Sportzentrum Westend -
Heegermühler Straße 69a
16225 Eberswalde
Der Eingang zum Impfzentrum befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes der Sporthalle.
  • Prenzlau - Turnhalle Gesamtschule Carl Friedrich Grabow -
Berliner Strasse 29
17291 Prenzlau
  • Luckenwalde - Fläminghalle - Weinberge 39
14943 Luckenwalde
  • Kyritz - Sport- und Kulturzentrum -
Perleberger Straße 8
16866 Kyritz
  • Perleberg - Rolandhalle -
Karl-Liebknecht-Straße 14
19348 Perleberg
  • Falkensee - Stadthalle -
Scharenbergstraße 15
14612 Falkensee

Corona-Impfung Brandenburg: Darum sind zwei Impftermine nötig

Die aktuell zugelassenen Impfstoffe der Firmen Moderna, BioNTech/Pfizer und AstraZeneca werden in zwei Dosen verimpft, um sicherzugehen, dass eine vollständige Immunität gegen das Virus erreicht wird. Der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung variiert dabei wie folgt:
  • BioNTech-Impfstoff: 3-6 Wochen
  • Moderna-Impfstoff: 4-6 Wochen
  • AstraZeneca-Impfstoff: 9-12 Wochen
Der aktuell zugelassene Impfstoff der Firma Johnson & Johnson wird in nur einer Dosis verimpft. Bereits mit der ersten Impfung wird der zu erzielende Impfschutz erreicht und eine Zweitimpfung ist nicht erforderlich.

Das kostet die Corona-Impfung in Brandenburg

Für die Bürgerinnen und Bürger wird die Impfung unabhängig von ihrem Versicherungsstatus kostenlos sein. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Welche Nebenwirkungen sind nach der Impfung zu erwarten?

Aktuell sind folgende Nebenwirkungen bekannt:
  • Typische Beschwerden laut Robert-Koch-Institut nach einer Impfung sind Rötung, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle, auch Allgemeinreaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein sind möglich. Diese Reaktionen sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab.
  • Spezifische Nebenwirkungen: Bisher konnten keine schwerwiegenden Sicherheitsbedenken festgestellt werden, allerdings ist der Beobachtungszeitraum für relevante Impfnebenwirkungen derzeit noch zu kurz.

Testpflicht, Quarantäne: Welche Rechte haben Geimpfte in Brandenburg?

In Brandenburg sind in den aktuellen Corona-Regeln vollständig Geimpfte mit negativ getesteten Bürgern gleichgestellt. Das bedeutet, dass Erstere etwa bei Einkäufen oder Friseurbesuchen keinen negativen Test mehr vorlegen müssen. Diese Lockerungen gelten auch für Schulen und Kitas. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Impfstoff in der EU zugelassen ist und die Impfung mindestens 14 Tage zurückliegt.
Bei Urlaubsreisen sind Personen mit Impfnachweis oder Genesenennachweis von der Quarantänepflicht, nicht aber der Anmeldepflicht ausgenommen (mit Ausnahmen wie bei der digitalen Einreiseanmeldung). Das bedeutet: Bereits bevor sie einreisen, müssen sie eine digitale Einreiseanmeldung durchführen, wenn sie sich innerhalb der zehn Tage vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Für die Einreise aus einem einfachen Risikogebiet gilt: Getestete, geimpfte und genese Personen müssen nicht in Quarantäne, wenn sie einen entsprechenden Nachweis vorlegen können.

Corona-Impfung in Brandenburg: So viele Menschen wurden schon geimpft

In Brandenburg haben seit Beginn der Impfkampagne 865.688 Menschen eine Erstimpfung erhalten, 354.093 sind vollständig geimpft. Insgesamt wurden nach Angaben des Impflogistik-Stabes 1.219.781 Impfungen verabreicht (Stand 20.05.2021).

Corona-Impfung in Berlin: Impfstart für Kinder und Jugendliche schon im Juni

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rechnet für Mitte Juni mit dem Impfbeginn bei Kindern und Jugendlichen in der Hauptstadt. Derzeit prüfe der Bundesgesundheitsminister, ob zusätzliche Impfdosen ab diesem Zeitraum geliefert werden können, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Montag (24.05.2021). „Wir können starten, sobald der Impfstoff da ist.“ Dieser solle reichen, um zunächst rund 65 Prozent der 12- bis 18-Jährigen in Berlin ein Impfangebot machen zu können. Demnach lebten in Berlin insgesamt rund 182.000 junge Menschen in diesem Alter.
„Wir wollen diese Impfungen über unser bewährtes System abwickeln“, betonte Kalayci. Dazu gehörten die Impfzentren und die Arztpraxen. Zudem könnten mobile Teams losgeschickt werden, um Schüler und Schülerinnen in den Förderschulen zu impfen. „Wir wollen einfach auf alle Karten setzen.“ Noch muss die europäische Arzneimittelbehörde EMA über die Empfehlung zur Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer ab 12 Jahren entscheiden.