Das Hotel- und Gastrogewerbe hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres aufgrund der Corona-Krise hohe Umsatzeinbußen wegstecken müssen. Allein in der Hauptstadt gingen die Erlöse der Hotels, Restaurants und Kneipen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um nahezu 43 Prozent zurück, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. In Brandenburg verzeichnete die Branche ein Minus von rund 25 Prozent.

Senftenberg

Am schwersten trifft es dabei das Beherbergungsgewerbe. Die Umsätze von Hotels und Pensionen gingen allein im September in Berlin um nominal rund 67 Prozent zurück. In den gesamten ersten neun Monaten waren es rund 58 Prozent. Touristen und Geschäftsreisende waren trotz der Lockerungen auch im Sommer der Hauptstadt weitgehend ferngeblieben.

Einbußen im Brandenburger Beherbergungsgewerbe

Viele Restaurants und Kneipen hatten hingegen geöffnet oder weiteten ihr Lieferangebot aus. Trotzdem verzeichneten sie im September Umsatzeinbußen von rund einem Drittel im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres.
In Brandenburg lagen die Einbußen im Beherbergungsgewerbe den Statistikern zufolge von Januar bis September bei rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nicht enthalten sind in den Daten die Folgen des erneuten Anstiegs der Infektionszahlen und der damit verbundenen, erneuten Einschränkungen für das Hotel- und Gastrogewerbe.
Bund und Länder hatten den im November begonnenen neuerlichen Teil-Lockdown für den Dezember verlängert. Mit Milliardenhilfen sollen die Folgen für die betroffenen Betriebe abgefedert werden. Aus Sicht der Branche ist die Höhe der Mittel ausreichend. Aber noch ist die Hilfe bei vielen Unternehmern nicht angekommen.

Brandenburger Einzelhandel legt wegen Corona zu

Deutlich glimpflicher kam bislang hingegen der Berliner Einzelhandel durch die Krise. Hier stiegen die Umsätze in den ersten neun Monaten sogar leicht um nominal fast 2 Prozent, im Monat September sogar um 3 Prozent - verglichen mit den jeweiligen Vorjahreszeiträumen.
In Brandenburg fiel der Umsatzzuwachs besonders deutlich aus. Um 8,5 Prozent stiegen die Erlöse zwischen Januar und September im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Grund dürfte das florierende Online-Geschäft sein sowie die höhere Nachfrage im Lebensmittel-Einzelhandel während des ersten Lockdowns im Frühjahr.
Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) dürfen die steigenden Umsätze aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass insbesondere der stationäre Handel in den Innenstädten vor großen Problemen steht. Bei einer aktuellen bundesweiten Branchenumfrage des Verbands gab fast jedes zweite befragte Unternehmen (45 Prozent) an, seine unternehmerische Existenz wegen der Corona-Pandemie und der Gegenmaßnahmen bedroht zu sehen, fast zwei Drittel (62 Prozent) blickten pessimistisch auf den weiteren Verlauf des Weihnachtsgeschäftes.

Shoppingverhalten hat sich wegen Corona geändert

Wegen der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat sich das Shoppingverhalten geändert, viele Menschen bummeln nicht mehr durch die Innenstädte, sondern gehen gezielter einkaufen - oder bestellen in Netz. Der Bund-Länder-Beschluss sieht zudem weniger Kunden pro Fläche in großen Geschäften vor. Außerdem leiden insbesondere die Berliner Händler unter dem eingebrochenen Tourismus. Die Wirtschaftsministerinnen und -minister der Bundesländer wollten bei einer Online-Konferenz an diesem Montag auch darüber sprechen, wie sich eine Verödung der Innenstädte vermeiden lässt.