Der aus der AfD ausgeschlossene frühere Brandenburger AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz tritt nicht zur Bundestagswahl 2021 an. Er habe sich nach gründlicher Abwägung dazu entschlossen, eine Bundestagskandidatur nicht zu erwägen, schrieb Kalbitz am Samstagabend, 27. Februar, auf Facebook.
Ursprünglich hieß es in der brandenburgischen AfD, dass Kalbitz sich möglicherweise als Direktkandidat der AfD Oberspreewald-Lausitz (OSL) aufstellen lassen wolle. Die OSL-AfD trifft sich am Sonntag, 28. Februar, und bespricht die Aufstellung der Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis 65. Der Senftenberger AfD-Stadtverordnete Silvio Wolf hatte eine Anmeldung von Kalbitz für die Aufstellungsversammlung am 28. Februar bestätigt.
Ein Bündnis Demokratisches Senftenberg hat eine Demonstration gegen eine mögliche Kandidatur von Kalbitz angekündigt. Kalbitz hatte sich bisher nicht öffentlich zu dem Thema geäußert.

Andreas Kalbitz rechnet mit AfD-Bundesvorstand ab

Der frühere AfD-Landeschef warf Teilen des Bundesvorstands in seinem Facebook-Eintrag Führungsunfähigkeit und Erfolglosigkeit vor. Die AfD sei deshalb in einer innerparteilich angespannten und politisch geschwächten Situation. Er wolle existente Fliehkräfte nicht weiter befördern, schrieb Kalbitz.
Der Bundesvorstand der AfD hatte Kalbitz im Mai vergangenen Jahres die Mitgliedschaft in der AfD entzogen, weil er frühere Kontakte ins rechtsextreme Milieu verschwiegen hatte. Das Bundesschiedsgericht bestätigte den Ausschluss. Kalbitz gehörte dem formal inzwischen aufgelösten Flügel der Partei an, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird.