Bahn in Berlin und Brandenburg: Mit Rad in vollen Zug? Das sollten Radler beachten

Reisende mit Fahrrädern stehen am Hauptbahnhof in Berlin, nachdem sie aufgrund von Überfüllung nicht in einen Regionalzug der Linie RE5 nach Rostock einsteigen konnten. (Symbolbild)
Monika Skolimowska/dpa- Zugfahrten mit Fahrrad in Berlin und Brandenburg oft problematisch.
- Überfüllte Züge, besonders auf RE5, RE7 und RE2 Strecken.
- Fahrradabteile durch Pendler blockiert, Konflikte möglich.
- VBB empfiehlt S-Bahn für Radtouren, bessere Platzverhältnisse.
- Fahrradticket wird bei Überfüllung nicht erstattet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit den wärmeren Tagen steigt bei vielen Menschen die Lust auf Fahrradtouren – im Spreewald, in der Uckermark oder an der Ostsee. Viele Berliner nutzen die Regionalbahn, um mit dem Rad schneller raus ins Grüne zu kommen. Doch das Fahrradticket ist keine Garantie, auch wirklich mitgenommen zu werden. „Im Zweifelsfall entscheidet darüber das Personal“, heißt es von der Deutschen Bahn.
Und das sagt auch mal „zurückbleiben“ zu den Fahrgästen, weil die Kapazitäten in den Zügen ausgeschöpft sind. „Die Zahl der Radtouristen in den Regionalzügen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Wenn man dann noch in der Hauptverkehrszeit verkürzte Züge mit nur drei Waggons auf die Strecke schickt, kann das zu chaotischen Zuständen führen“, weiß auch Matthias Gibtner, Vize-Vorsitzender des Berliner Fahrgastverbands IGEB. Als besonders belastete Linien zählt er den RE5 Richtung Norden, den RE7 Richtung Dessau sowie den RE2 Richtung Cottbus auf.
Familie mit drei Kindern bleibt in Oberhavel zurück
Gerade wenn zum Beispiel am Sonntagabend nur noch wenige Züge fahren und die Angst vorherrsche, nicht mehr nach Hause zu kommen, käme es beim Kampf um den Platz im Zug auch zu verbalen Auseinandersetzungen, die alle Fahrgäste belasteten, berichtet Gibtner. Allerdings gebe es auch Pendler ohne Rad, die sich sehr unsozial verhalten, wenn sie beispielsweise die Klappsitze in den Fahrradabteilen blockierten, die besonders viel Fußfreiheit bieten.
Dass gewisse Abteile besonders Radfahrern vorbehalten sind, werde den Fahrgästen allerdings nur über Piktogramme vermittelt. „Das steht nicht in den Beförderungsrichtlinien und ist so schwer durchzusetzen. Wenn man die Klappsitze in bestimmten Stoßzeiten blockieren würde, könnte man viel zusätzlichen Platz schaffen“, erklärt Gibtner.
Er selbst sei schon Zeuge gewesen, wie eine Familie mit drei Kindern und Fahrrädern sonntags um 21.30 Uhr am Bahnhof in Gransee (Oberhavel), rund 50 Kilometer nördlich von Berlin, zurückgelassen wurde.
„Bei schönem Wetter sind die Züge am Wochenende und an den Feiertagen in Richtung Uckermark, Mecklenburgische Seenplatte, Ostsee und in den Spreewald meist stark ausgelastet“, räumt auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) ein. In den „Hauptverkehrszeiten“ (morgens von 6 bis 9 Uhr und nachmittags 16 bis 19 Uhr) sei die Fahrradmitnahme daher schwierig.
Mit Rad und Zug ans Ziel – lieber die S-Bahn nehmen
Der VBB rät deshalb seinen Fahrgästen, ihre Ausflüge entgegengesetzt zur Hauptverkehrszeit zu planen. Eine weitere Möglichkeit sei, die Radtour nicht mit der Regionalbahn, sondern an einem S-Bahnhof zu starten oder zu beenden. „Die S-Bahn fährt mindestens alle 20 Minuten und bietet vergleichsweise viel Platz für Fahrräder“, heißt es vom Verkehrsverbund.
Was viele nicht wissen: Auch in der Berliner U-Bahn sowie in den Straßenbahnen sind Fahrräder erlaubt. Mit Einschränkungen. Während der Hauptverkehrszeiten, von 6 bis 9 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr, sind pro Wagen maximal zwei Fahrräder gestattet, erklären die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
So rät die DB ihren Fahrgästen, am besten gleich ohne eigenen Drahtesel auf Fahrradtour zu gehen. „Es gibt inzwischen viele Fahrrad-Verleihstationen direkt an oder in der Nähe von Bahnhöfen“, heißt es.
In der VBB-Livekarte könne man sich neben den aktuellen Bus- und Bahnfahrten zusätzlich Fahrradvermieter in Brandenburg sowie Bikesharing-Anbieter in Berlin anzeigen lassen.
Bahn in Berlin-Brandenburg – Fahrradticket gibt es nicht zurück
Das wird dann teurer, als ein Fahrrad-Tagesticket für 7 Euro. Doch wer wegen Überfüllung der Züge am Bahnhof zurückbleibt, bekommt weder das Geld für die Fahrkarte noch für das Fahrradticket zurück. „Wenn die Bahn keinen wirtschaftlichen Schaden hat, hat sie auch keinen Druck, etwas zu verbessern“, nennt Gibtner vom Fahrgastverband eine Folge.
Die Probleme seien seit Jahren bekannt. Man könne sie nur beheben, wenn man zu den Stoßzeiten alles auf die Schiene bringt, was zur Verfügung steht. „Manchmal hilft es schon, ein, zwei Entlastungszüge einzusetzen.“
Mehr Züge müssten von den Ländern bestellt werden. Das wären im Fall des RE5 von Berlin nach /Rostock/Stralsund gleich drei Länder, die sich einigen müssten. „Da fängt dann die Kleinstaaterei an“, erklärt Gibtner. „Mecklenburg-Vorpommern hat sicher wenig Neigung, die Ausflugslust der Berliner nach Brandenburg zu unterstützen.“



