Fahrplanwechsel bei der Bahn
: Neue Verbindungen, neue Preise – eine Übersicht

Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn. Der bringt für Fahrgäste einige Verbesserungen. Die wichtigsten Änderungen in der Übersicht.
Von
dpa
Berlin
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Mit ihrem neuen Fahrplan baut die Deutsche Bahn ihr Angebot deutlich aus und will so mehr Fahrgäste locken. (Symbolfoto)

Bodo Marks / dpa

Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn am Sonntag (10. Dezember): Mit neuen Fern- und Regionalverbindungen sowie zusätzlichen Zügen auf der Schiene soll sich das Angebot für die Fahrgäste verbessern. Allerdings steigen auch die Preise im Fernverkehr für einen Teil der Tickets.

Mit dem Fahrplanwechsel für den Bahnverkehr bekommen zum Beispiel die Menschen in Berlin und Brandenburg mehr Möglichkeiten, im Fernverkehr durch Deutschland zu fahren. Auf den Verbindungen von Berlin nach Nordrhein-Westfalen und nach München bietet die Deutsche Bahn ab Sonntag mit neuen Verbindungen und längeren Zügen bis zu 25 Prozent mehr Sitzplätze an, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. „Zwischen Berlin und München wächst die Zahl der Sprinter-Fahrten pro Richtung auf bis zu 14“, hieß es beispielsweise – das sind doppelt so viele wie bisher. Im Regional- sowie im S-Bahnverkehr bringt der Fahrplanwechsel dagegen nur kleine Änderungen mit sich. Die wichtigsten Anpassungen im Überblick.

Fahrplanwechsel – das ändert sich im Fernverkehr

Die Deutsche Bahn will zum Fahrplanwechsel am Sonntag mit mehreren neuen Verbindungen im Fernverkehr die Kunden locken.

  • Nach München werden künftig nicht nur mehr, sondern auch einige schnellere Sprinter-Verbindungen angeboten. „Drei neue besonders schnelle Sprinter bewältigen die Strecke täglich in drei Stunden und 45 Minuten, indem sie zwischen Berlin und Nürnberg ohne Halt fahren“, teilte die Bahn mit. Weil zwischen Nürnberg und Bamberg aber zunächst gebaut wird, greifen diese Änderungen erst ab dem 17. Dezember 2023.
  • Mit einer neuen zweistündlichen ICE-Linie Berlin – Wuppertal – Köln entfällt alle zwei Stunden das Teilen und Kuppeln von Zügen in Hamm (Westfalen). „So verkürzt sich die Fahrtzeit zwischen Rhein und Spree um bis zu zehn Minuten, und die ICE über Dortmund und Düsseldorf können dann alle zwei Stunden mit doppelter Kapazität fahren“, hieß es. Durch die neue Linie und veränderte Fahrpläne bestehender Linien entsteht ein Halbstundentakt zwischen Hannover und Berlin.
  • Dreimal pro Woche fährt ab dem Fahrplanwechsel ein Nachtzug von Berlin über Köln nach Brüssel und weiter bis Paris. Von Berlin (20.18 Uhr) bis Paris (10.14 Uhr) dauert die Fahrt gut 14 Stunden.
  • Die Hauptstadt bekommt außerdem eine zweite umsteigefreie ICE-Verbindung nach Wien. Die Abfahrt in Berlin Hbf ist um 14.04 Uhr, um 21.47 Uhr erreicht der Zug die österreichische Hauptstadt.
  • Zwischen Berlin, Potsdam, Brandenburg und Magdeburg fährt künftig ein dritter Intercity pro Tag und Richtung mit Direktverbindung zum Beispiel von/nach Braunschweig, Hannover und Bremen.
  • Ab März 2024 wird es zudem mehr ICE-Verbindungen am Wochenende umsteigefrei nach Rügen geben.

Regionalverkehr – das ist neu

Auch im Regionalverkehr steht am Sonntag der Fahrplanwechsel an. Das plant der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bei den Regionalzügen.

  • Am Flughafen Berlin-Brandenburg werden die Bahnhofsnamen geändert. Der Bahnhof am für den Flugbetrieb nicht mehr relevanten Terminal 5 heißt künftig Schönefeld (bei Berlin). Beim Bahnhof Flughafen BER entfällt der Zusatz „Terminal 1-2“.
  • Der RE1 hält künftig seltener in Berlin-Charlottenburg. Grund sind nach Angaben der Ostdeutschen Eisenbahn Kapazitätsengpässe auf der Berliner Stadtbahn.
  • Bei den Linien RB33 (Potsdam - Beelitz Stadt – Jüterbog) und RB37 (Berlin-Wannsee - Beelitz Stadt) wird nun auch an Wochenenden ein Stundentakt angeboten.
  • Im Süden Brandenburgs sollen nach Angaben des VBB die Linien der RB92, die über die Grenze nach Polen fährt, gestärkt werden. Ebenso werden zusätzliche Züge der grenzüberschreitenden RB93 angeboten und die Fahrten unter der Woche bis nach Cottbus verlängert.


Das ändert sich im S-Bahn-Netz

Auch der VBB verspricht mit dem Fahrplanwechsel mehr Verbindungen.

  • Auf der Linie S1 wird die Kapazität durch den zusätzlichen Einsatz von Acht-Wagen-Zügen anstelle Sechs-Wagen-Zügen verstärkt.
  • Auf den Linien S1 und S5 werden in den Hauptverkehrszeiten morgens und nachmittags mehr Verstärkerzüge eingesetzt. So entsteht in diesen Zeiten zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz (S1) beziehungsweise Mahlsdorf und Warschauer Straße (S5) ein Fünf-Minuten-Takt.
  • Auf der Linie S3 werden stündlich drei Züge, die bisher in Ostbahnhof enden, während der Hauptverkehrszeiten (circa 5.30 Uhr bis 9.30 Uhr und circa 14 bis 20 Uhr) bis Charlottenburg verlängert.

Das kosten Flextickets und Bahncard 25 in Zukunft

Tickets für den neuen Fahrplan sind bereits seit Oktober 2023 erhältlich. Bis einschließlich Samstag (9. Dezember) können die Fahrkarten noch zum alten Preis gekauft werden. Ab Sonntag (10. Dezember) gelten höhere Fahrpreise. Die Flextickets kosten dann im Schnitt 4,9 Prozent mehr. Die Fahrkarten heißen so, weil sie Fahrgästen eine gewisse Flexibilität ermöglichen sollen, insbesondere bei der Zugauswahl.

Der Preis für die Bahncard 25 erhöht sich zum Fahrplanwechsel um drei Euro, sie kostet dann jährlich 62,90 Euro. Inhaber erhalten mit ihr 25 Prozent Rabatt auf jede gebuchte Bahnfahrt. Der Preis für die Bahncard 50, mit der Einzeltickets halb so viel kosten, bleibt hingegen gleich. Auch bei den Spar- und Supersparpreisen der Bahn ändert sich nichts. Möglich werden die zusätzlichen Angebote im Fernverkehr durch einen steten Zulauf an neuen ICE-Zügen.

Dort beginnt die Bahn mit der Sanierung wichtiger Strecken

An den vielen Verspätungen wird sich mit dem Fahrplanwechsel voraussichtlich aber nichts ändern. Im November 2023 war nur jeder zweite Fernzug ohne größere Verzögerung unterwegs – die niedrigste Pünktlichkeitsquote seit acht Jahren. Grund dafür ist vor allem das überlastete und an vielen Stellen marode Streckennetz. Mit der umfassenden Sanierung wichtiger Schienenkorridore will die Bahn das Problem ab dem Jahr 2024 angehen.

Zuerst ist die Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim dran, die für die Bauarbeiten für rund ein halbes Jahr gesperrt werden soll. Mehrmonatige Sperrungen gibt es im Jahr 2024 auch zwischen Hamburg und Berlin, wo die Generalsanierung für das darauffolgende Jahr vorbereitet werden soll.