Autobahn A100 in Berlin
: Wo Besucher die Piste der Zukunft testen können

In Berlin-Charlottenburg können sich Besucher direkt auf die Baustelle der A100 beamen, den Bauarbeitern auf die Finger schauen und die Piste der Zukunft im Fahrsimulator erleben.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Infobox

In der „Infobox A100“ in Berlin-Charlottenbrurg werden aktuelle Infos und Hintergründe zu Bauarbeiten auf dem Stadtring anschaulich aufbereitet.

Maria Neuendorff
  • In Charlottenburg informiert die Infobox A100 über Bauarbeiten am Stadtring und zeigt Livebilder.
  • Besucher testen per 3D-Modell, Filmen und Simulator das neue Dreieck Funkturm – Eintritt ist frei.
  • Ringbahnbrücke und Westendbrücke wurden wegen Rissen abgerissen bzw. erneuert, Wiedereröffnung im Sommer 2027.
  • Deges zeigt die komplexe Technik: wetterfester Stahl, Mega-Kräne und Bauen unter laufendem Verkehr.
  • Ort und Zeiten: Am Westkreuz, mittwochs 14–20 Uhr, sonnabends 10–16 Uhr, Anreise per Bahn empfohlen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wer sich über die Bauarbeiten auf der Autobahn A100 in Berlin informieren will, sollte am besten mit der Bahn anreisen. Gleich am S-Bahnhof Westkreuz in Charlottenburg, wo es kaum Parkplätze gibt, leuchtet seit kurzem ein zweistöckiger blauer Container mit der Aufschrift „Infobox A100“ in der Dämmerung.

Drinnen wird mit Hilfe eines digitalen 3D-Stadtmodells, interaktiver Exponate und Filmen erklärt, was hinter den ganz realen Bauzäunen – nur wenige hundert Meter weiter – verborgen bleibt.

Auf einem riesigen Touchscreen können Besucher sehen, wie die Ringbahnbrücke und die Westendbrücke auf der A100 unter laufendem Verkehr errichtet werden. Per Finger-Wisch kann man zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft switschen.

Dazu wird der Livestream der Webcam auf dem Dach des ICCs übertragen, der den Baufortschritt in Echtzeit zeigt. Im Sommer 2027 sollen beide Charlottenburger Brücken auf dem Stadtring wiedereröffnet werden.

Pendeln

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A100 in Berlin als Herkulesaufgabe

Die bauausführende Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) will in der Infobox vor allem zeigen, wie technisch anspruchsvoll solche Projekte im dicht bebauten Stadtraum sind. „Jede Brücke und jeder Streckenabschnitt in Berlin ist Teil eines hochkomplexen Gesamtsystems“, erklärt Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes. Das Autobahnnetz der Stadt zu modernisieren, sei eine „planerische und ingenieurtechnische Herkulesaufgabe.“

In kurzen Filmen erklären die leitenden Ingenieure, wie sie die Neubauten der überalterten Anlagen aus den 1960er/70er-Jahren schon seit vielen Jahren planen und dann trotzdem von den Ereignissen überholt wurden.

Die Berliner Ringbahnbrücke musste im März und April 2025 vorzeitig abgerissen werden. Ein bereits bekannter Riss im Bauwerk hatte sich unkontrolliert vergrößert. Statiker meldeten Einsturzgefahr. Da direkt unter der Brücke die S-Bahn und andere wichtige Verkehrswege verliefen, war eine sofortige Sperrung nötig, was anfangs zu einem Verkehrschaos führte.

Auch an der benachbarten Westendbrücke der A100 entdeckten Gutachter kurz darauf Risse in der Spannbeton-Hohlkastenkonstruktion. Die Arbeiten wurden mit dem ohnehin notwendigen Abriss der benachbarten Ringbahnbrücke am Dreieck Funkturm verbunden.

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Mit Hilfe eines Fahrsimulators können Besucher in der Infobox schon heute über das neue Autobahndreieck Funkturm fahren, das in den kommenden Jahren umgebaut wird.

Maria Neuendorff

Seitdem arbeitet eine Task-Force der Deges unter Hochdruck an dem Mammut-Projekt. Die Causa Ringbahnbrücke, die anfangs bundesweit als Synonym für die marode Infrastruktur in Deutschland wahrgenommen wurde, entwickelt sich zum Vorzeigeprojekt für schnelles und gut koordiniertes Bauen.

So wird unter anderem erklärt, wie Mega-Kräne im Sommer die schon vorgefertigten Stahlsegmente in die Lücke der abgerissenen Ringbahnbrücke einhoben. Ihr besonderes Material ist  korrosionsbeständig und muss nicht mehr mit Rost-Schutzmitteln lackiert werden. „Der wetterfeste Stahl reagiert mit der Witterung und bildet an der Oberfläche eine dichte selbstschützende rostfarbene Patina“, erklärt ein Experte in einer der Filmsequenzen.

„Jede Brücke ist Teil eines hochkomplexen Gesamtsystems.“
Dirk Brandenburger
Technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes.

Auch der Schallschutz für Anwohner ist ein Thema in der Infobox, in der man viel Zeit verbringen kann, die aber leider kein WC hat. Wer sich trotzdem etwas Zeit lässt und nach den interaktiven Stationen zehn Quizfragen richtig beantwortet, kann kleine Preise gewinnen.

In der Infobox sollen künftig weitere Bauvorhaben entlang der Berliner Autobahnen erläutert werden. Die Ringbahnbrücke und die Westendbrücke, die beide über die S-Bahn- und Fernbahn-Gleise führen, machen dabei nur den Anfang.

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Die Infobox A 100 befindet sich direkt am Bahnhof Westkreuz in Berlin-Charlottenbrug.

Deges

Themen sind jetzt schon der Neubau der ebenfalls maroden Rudolf-Wissell-Brücke am Autobahndreieck Charlottenburg sowie der Umbau des Dreiecks Funkturm. Beide Projekte befinden sich im Planfeststellungsverfahren, das sich noch Jahre hinziehen könnte.

Mit Hilfe eines Fahrsimulators kann man schon heute über das neue Autobahndreieck Funkturm rauschen, das die A 100 und A 115 verknüpft. Im Zuge des Umbaus sollen dort 1,9 Kilometer Stadtautobahn mitsamt Verbindungsrampen und Brücken erneuert werden.

Auch die neue Ringbahnbrücke können Besucher mit Hilfe der Computer-Simulation schon passieren. Auf einer Aussichtsplattform auf dem Dach kann man danach ganz analog einen Blick auf die Noch-Baustelle werfen.

Umgeben von Gleistrassen gleitet der Blick Richtung ICC und Funkturm. Über ein Fernglas ohne Münzeinwurf reicht er bis zum Bahnhof Messe Nord an der Neuen Kantstraße, wo schon die neuen Brückenteile unter Kränen zu sehen sind. Mit dem Fernglas kann man den Bauarbeitern quasi auf die Finger schauen.

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Über ein Fernrohr auf der Dachterrasse der Infobox an der A100 kann man die neuen Stahlteile der Ringbahnbrücke in Berlin sehen.

Maria Neuendorff

Neben der Dachterrasse können sich Besucher der Infobox dann selbst eine Warnweste überziehen und einen Bauhelm aufsetzen und sich damit in einer Fotobox ablichten lassen. Nur Sekunden später spuckt ein Schlitz in der Wand ein Erinnerungsfoto aus, auf dem man dann selbst in der Kranführerkabine hoch über der Baustelle zu sehen ist.

Öffnungszeiten

Die Infobox A 100 befindet sich in der Straße „Am Westkreuz“, unmittelbar am Eingang zum S-Bahnhof Westkreuz. Aufgrund der begrenzten Parkmöglichkeiten wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen.

Die Ausstellung ist mittwochs von 14 bis 20 Uhr und sonnabends von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Über die neue digitale Informationsplattform „Bauinfo A 100“ kann man sich auch bequem von zu Hause über die Baumaßnahmen der Stadtautobahn in Berlin informieren.