A100 in Berlin: Drei kaputte Brücken - wie schnell kommen Autofahrer durch?

Der Verkehr auf der A100 am ICC in Berlin ist aufgrund des zweifachen Brücken-Neubaus derzeit Richtung Norden einspurig.
Maria Neuendorff- A100 bei Charlottenburg: Drei Brückenbaustellen bremsen Richtung Norden auf eine Spur.
- Testfahrt in der Rush Hour ergab rund 15 Minuten für gut sieben Kilometer.
- Lkw sind umgeleitet, mehrere Zu- und Abfahrten gesperrt, Staugefühl blieb aus.
- Ringbahn- und Westendbrücke im Neubau, Rudolf-Wissell-Brücke teils gesperrt.
- Verkehrsführung ändert sich oft – an manchen Tagen dauert die Strecke bis zu 30 Minuten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Stadtring (A100) in Berlin am Dreieck Funkturm gilt als der am drittmeisten befahrene Autobahn-Abschnitt Deutschlands. Durch den Abriss und Neubau der Ringbahnbrücke und der Westendbrücke sowie die Teilsperrung der ebenfalls maroden Rudolf-Wissell-Brücke ist der Autobahn-Abschnitt im Westen der Stadt nun erst recht zur Stau-Falle geworden.
Die Autobahn-GmbH sagt, dass Pendler dort durchschnittlich rund 10 bis 15 Minuten mehr Fahrzeit einplanen sollten. Wir wollen wissen, ob das stimmt, und fahren die Strecke an einem Werktag während der Rush Hour ab. Um sich dabei ganz auf die Verkehrseinschränkungen und Teilsperrungen konzentrieren zu können, nimmt die Reporterin dazu ein Taxi.
Die Teststrecke auf der A100 von der Auffahrt Hohenzollerndamm bis zur Ausfahrt am Jakob-Kaiser-Platz beträgt etwas über sieben Kilometer. Bei freier Fahrt und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von Tempo 80 auf der Stadtautobahn würde man dafür rund fünf Minuten benötigen.
Es ist kurz nach 17 Uhr, als wir am Hohenzollerndamm in Wilmersdorf auf die Stadtautobahn auffahren. Stau oder nicht Stau, das ist hier die Frage. Schon nach wenigen hundert Metern taucht der Autostrom aus Richtung Tempelhof-Schöneberg neben uns auf, der sich auf den linken Spuren nur zähflüssig fortbewegt.
Mein Chauffeur kennt das schon, fädelt sich gar nicht erst ein und bleibt länger als die ortsunkundigen Autofahrer auf der rechten Spur. „Taxifahrer-Trick“, sagt er. Auf der rechten Spur kommen wir tatsächlich besser voran, weil die nächste Auffahrt an der Halenseestraße mit der alten Überleitung von der A115 seit Anfang Oktober 2026 außer Betrieb ist, um Platz für den Brückenbau zu schaffen.
Doch spätestens vor der Baustelle der Ringbahnbrücke müssen auch wir uns links einfädeln. Die 200 Meter lange Überführung über die Bahngleise in der Nähe des Bahnhofs Westkreuz war im Frühjahr vergangenen Jahres aufgrund eines Risses kurzfristig gesperrt und abgerissen worden.

Blick von der Umleitungsstrecke der A100 auf die künftige Ringbahnbrücke in Berlin-Charlottenburg, die im Sommer 2027 eröffnet werden soll.
Maria NeuendorffWir fahren links an der Mega-Baustelle mit Monster-Kränen vorbei. Sie haben die sechs großen vorgefertigten Stahlteile für die neue Ringbahnbrücke schon eingehoben. Im Sommer 2027 soll alles fertig sein.
Der Verkehr Richtung Wedding/Hamburg wird hier auf den westlichen Strang der A100 verlegt, der normalerweise nur dem Gegenverkehr vorbehalten ist. Während die Fahrzeuge Richtung Süden immer noch drei Fahrstreifen zur Verfügung haben, bleibt uns Richtung Norden derzeit nur einer.
Wir müssen das Tempo weiter drosseln, kommen aber längst nicht zum Stehen. Mit etwa 20 Kilometern pro Stunde geht es weiter. Links gleitet das ICC an uns vorbei, rechts der Bahnhof Messe/Nord. Schilder verbieten Lkw auf der Strecke.
Auch die Ausfahrt Kaiserdamm ist noch bis Ende des Jahres gesperrt. Kurz danach folgt zwischen den Anschlussstellen Kaiserdamm und Spandauer Damm die Westendbrücke, die sich ebenfalls bis Sommer 2027 im Neubau befindet. Wie die Ringbahnbrücke überspannt sie normalerweise Fernbahn- und S-Bahn-Gleise.
Glück im Unglück: Beide Brücken wurden in den 1960er-Jahren nur für den Verkehr in die nördliche Richtung angelegt. So kann der Autostrom auch hier nach dem Abriss einspurig auf den zweiten A100-Strang Richtung Süden umgeleitet werden.
Anders ist es bei der dritten, der 930 Meter langen Rudolf-Wissell-Brücke, die unter anderem über die Spree führt. Auch die längste Autobahn-Brücke der Stadt muss in den kommenden Jahren komplett neu gebaut werden. Damit das bei laufendem Verkehr geschehen kann, muss vor dem Abriss erst eine Ersatzbrücke geschaffen werden.
15 Minuten für sieben Autobahn-Kilometer
Derzeit ist die Wissell-Brücke weiter befahrbar. Nur die Außenspuren wurden vor Kurzem aus Statikgründen gesperrt. Am Dreieck Charlottenburg, wo sich die übrig gebliebenen beiden Spuren abermals in Richtung A111/Hamburg und zum Abzweig Wedding aufsplitten, muss der Fahrer erneut das Tempo reduzieren und mit 30 bis 40 Kilometern pro Stunde weiterfahren.
Wir verlassen die A100 am Jakob-Kaiser-Platz. Für die gesamte sieben Kilometer lange Teststrecke haben wir rund 15 Minuten gebraucht. Also dreimal so viel wie bei freier Strecke. Das Stau-Gefühl blieb trotzdem aus. Irgendwie ging es doch schneller als befürchtet.
Fazit: Dadurch, dass der Lkw-Verkehr nun großräumig umgeleitet wird, mehrere Aus- und Auffahrten auf der A100 gesperrt sind und viele Autofahrer den berühmt-berüchtigten Abschnitt des Berliner Stadtrings derzeit meiden, kommt man inzwischen doch ganz gut durch.
„Heute war auch ein guter Tag“, sagt der Taxifahrer. Für ihn sei das längst keine Garantie, dass man an einem anderen Tag nicht doch wieder länger im Stau stünde. Für die gleiche Strecke habe er schon bis zu 30 Minuten benötigt. „Schwierig ist auch, dass sich die Verkehrsführung alle paar Tage ändert“, berichtet der Berufskraftfahrer, der seit über 30 Jahren Taxi fährt. Er habe auch Touren, da fahre er lieber schon an der Alboinstraße in Tempelhof – rund zehn Kilometer vor dem Dreieck Funkturm – von der A100 runter und weiter durch die Stadt. „Denn manchmal stauen sich die Autos bis dorthin.“


