In Frankfurt (Oder) haben sechs Wildschweine einen Schutzzaun überrannt. Das zeigt ein Video der Märkischen Oderzeitung (MOZ) auf deren Internetseite. Es wurde bereits im Februar aufgenommen, als entlang der Oder und Neiße wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinpest in Polen Elektrozäune aufgestellt wurden. Die Tiere konnten den etwa 50 Zentimeter hohen Zaun ohne große Probleme überwinden. Schon damals wurde nach Angaben der MOZ darum gestritten, ob der Zaun ausreicht, um zu verhindern, dass Wildschweine aus Polen nach Deutschland kommen.

Im Spree-Neiße-Kreis sollen feste Zäume aufgebaut werden

Nach dem Ausbruch der Schweinepest in den beiden Landkreisen Spree-Neiße und Oder-Spree hat Brandenburg jetzt reagiert: Nach zunehmenden Forderungen hat Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag den Bau eines festen Zauns gegen die Afrikanische Schweinepest im Südosten an der Grenze zu Polen angekündigt. „Wir werden das jetzt bauen“, sagte Nonnemacher in Potsdam. Es geht zunächst um einen festen Zaun im Kreis Spree-Neiße. Ihr Ressort stelle Mittel bereit, um den Landkreis zu unterstützen. Darüber hinaus seien auch Landesmittel geplant, um „feste Zäune auch weiter in Richtung Norden zu bauen“. Bisherige Verhandlungen mit Polen über einen festen Zaun seien gescheitert. An der Grenze vom Süden bis Frankfurt (Oder) steht derzeit ein mobiler Elektrozaun mit einer Länge von 120 Kilometern.

Neue technische Einsatzleitung für die Schweinepest

Die Ministerin kündigte auch die Einrichtung einer neuen technischen Einsatzleitung an, um die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Polizei, Veterinären und Verbänden zu verbessern. Der Deutsche Bauernverband hatte das Krisenmanagement kritisiert.

Sembten

Seit Dienstag sei ein Team von Tierärzten, die die EU-Kommission geschickt habe, in Brandenburg und lasse sich die Schutzmaßnahmen erläutern, sagte Nonnemacher. Im Krisenstab in Potsdam war zudem die Staatssekretärin im Bundesagrarministerium, Beate Kasch, zu Gast.
Bisher wurde die Tierseuche nach Angaben der Ministerin bei neun toten Wildschweinen im Raum Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße und bei elf im Bereich Neuzelle im Kreis Oder-Spree nachgewiesen. Hausschweine sind bisher nicht betroffen. Die Tierseuche ist für Menschen ungefährlich, für Schweine fast immer tödlich.