Wölfe in der Lausitz: 13 tote Wildtiere in Mühlroser Damwild-Gatter entdeckt

Archivbild – Das Wildgatter in Mühlrose ist nicht nur bei den Dorfbewohnern, sondern auch bei Besuchern der Region sehr beliebt.
Gabriela NitscheAuge in Auge mit einem Hirsch. Das ist am Wildgehege in Mühlrose möglich. Nicht umsonst wird an der Anlage, die von der Leag betreut wird, bei Spaziergängen gern ein Stopp eingelegt. Das Damwild lässt sich meist auch nicht lange bitten und kommt an den Zaun.
Jetzt hatte es allerdings einen ungebetenen Besucher, angeblich einen Wolf, so der Hinweis eines RUNDSCHAU-Lesers. Er zeigte sich verwundert, dass seine Heimatzeitung noch nicht über den Vorfall berichtete hatte. Die hat daraufhin beim Landesamt für Umwelt nachgefragt. Die dort ansässige Fachstelle Wolf bestätigt den Wolfsangriff. Am 14. November seien der Behörde acht getötete Tiere gemeldet worden. Dabei handelte es sich um Damwild. Noch am Nachmittag wurde die Rissbegutachtung durchgeführt.
Wolfstypische Trittsiegel in Mühlroser Damwild-Gatter gefunden
Im sieben Hektar großen Damwild-Gatter waren 24 Tiere gehalten worden. Bei der Rissbegutachtung wurden 13 getötete und ein verletztes Tier vorgefunden, das noch vor Ort erlöst wurde. Vor Ort wurden wolfstypische Trittsiegel gefunden und die Tiere wiesen ein typisches Bissmuster auf. „Damit ist der Wolf als Verursacher hinreichend sicher. Der gefordert Mindestschutz war erfüllt“, so Pressesprecherin Karin Bernhardt.
In Sachsen werden Schäden an Nutztieren, bei denen der Wolf mit hinreichender Sicherheit als Verursacher festgestellt werden kann, finanziell ausgeglichen. Das gilt für alle Nutztierarten. Diese Voraussetzungen seien beim Vorfall in Mühlrose erfüllt.
In Sachsen gibt es 29 bestätigte Wolfsterritorien. Dort leben 28 Rudel und ein Paar.
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