Veranstaltungen in Weißwasser
: Kostenloses Picknick gegen Fake News

Ein loses Bündnis aus Politikerinnen und engagierten Bürgern lädt alle Menschen aus Weißwasser zum Picknick und Dialog ein. Mit den Veranstaltungen wollen sie aufklären und zu mehr Miteinander anregen.
Von
Willy Klein
Weißwasser
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Die Organisatoren der Veranstaltungsreihe trafen sich in der Station in Weißwasser.

Die Organisatoren der Veranstaltungsreihe trafen sich zum Picknick in der Station in Weißwasser.

Willy Klein

Katja Dietrich lebt zwar erst seit anderthalb Jahren in Weißwasser, ist aber bereits gut vernetzt und engagiert sich ehrenamtlich. „Es ist eine Stärke von Weißwasser, dass man nicht einfach so in seiner Blase verschwinden kann“, stellt sie fest. In so einer kleinen Stadt komme man fast nicht drumherum, sich auch mit andersdenkenden Menschen auseinanderzusetzen. In ihren letzten beiden Wohnorten, dem sächsische Leipzig und dem kenianischen Nairobi, war das deutlich schwieriger.

Gemeinsam mit neun weiteren Weißwasseranern hat sie nun eine neue Idee in die Tat umgesetzt. Unter dem Motto „Aufgetischt ‒ Weißwasser diskutiert die Themen der Stadt beim wöchentlichen Picknick“ veranstaltet der lose Zusammenschluss engagierter Bürger in den nächsten sieben Wochen jeweils ein Picknick zu einem anderen Thema, das die Stadt bewegt.

Correctiv-Recherche bringt den Stein ins Rollen

Angefangen hat alles mit den Enthüllungen rund um die Correctiv-Recherche, bei der aufgedeckt wurde, dass AfD-Politiker und Rechtsextreme in einem Geheimtreffen über Pläne zur Massenabschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund beraten haben. Das hatte damals zu landesweiten Protesten geführt, so auch in Weißwasser. Aber bei diesen wollte es die Gruppe nicht belassen.

Robert Seidel vom Stadtverein Weißwasser zeigte sich besorgt. „Man verliert den friedlichen Austausch miteinander. Ich wünsche mir, dass auch die Leute zu den Picknicks kommen, die am lautesten schreien.“ Als Beispiel führt er Fake News zum abgebrannten Volkshaus an. Bei Facebook werde behauptet, dass die Stadt schlicht aus Faulheit nichts tue. Dabei könne jedoch noch gar nichts unternommen werden, bevor das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist.

Neben sachkundigen Rednern zum jeweiligen Thema des Abends, soll es auch ein Mikrofon geben, dass allen in Weißwasser lebenden Menschen offen steht. Über die Station in Weißwasser wurden Fördermittel aus dem „Bundesprogramm Partnerschaft für Demokratie“ beantragt, um die Veranstaltungsreihe realisieren zu können.

Vorerst letztes Picknick in Weißwasser am 6. Juni

Am 6. Juni findet das vorerst letzte Picknick statt. Drei Tage, bevor der Stadtrat in Weißwasser gewählt wird. Um eine Wahlkampfveranstaltung handle es sich laut Antonia Mertsching, die für die Partei die Linke im Landtag sitzt und auch für den Stadtrat in Weißwasser kandidiert, jedoch nicht. „Wenn die Wahlen nicht an ständen, hätten wir das trotzdem gemacht.“

Neben ihr treten noch weitere Organisatoren des Projekts zur Wahl für den Stadtrat an. Namentlich sind das:

  • René Blümel (Wählergemeinschaft für Kinder, Jugendliche und Familie),
  • Katja Dietrich (SPD),
  • Richard Hoffmann (Die Linke),
  • Frank Konietzky (Klartext),
  • Robert Seidel,
  • Saskia Manke,
  • Karina Ott,
  • Nico Herden und
  • Melanie Uhlig (alle Für unser Weißwasser).

Themen, Termine und Veranstaltungsorte der Picknicks in Weißwasser

„Stadtkultur“ 25. April / Sorauer Platz

„Gesundheit“ 02. Mai / Ärztehaus am Eisstadion

„Bildung“ 08. Mai / Marktplatz

„Sportstadt“ 14. Mai / Turnerheim

„Integration“ 23. Mai / Bahnhofsvorplatz

„Umwelt“ 30. Mai / Parkplatz Tierpark

„Wirtschaft“ 06. Juni / Glasbrunnen am Boulevard

Eine Grundausstattung an Essen und Getränken wird gestellt, aber jeder darf etwas beisteuern.

Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im Stadtpavillon am Sorauer Platz 2 statt.