VHS Weißwasser: Diese strittigen Themen packt die Volkshochschule an

Das Team der Volkhochschule Weißwasser: Katrin Delitz, Karola Petrick, Theresia Rothe und Anne Cieslik.
Frank PetrickMan glaubt es kaum, aber selbst das Wetter hat Einfluss auf das Programm der Volkshochschule, obwohl das Haus an der Jahnstraße in Weißwasser wetterfest gebaut ist. Katrin Delitz, die Fachbereichsleiterin für Sprachen, Politik/Gesellschaft/Umwelt, spielt eher auf die Wetterumstände bei den wechselnden Jahreszeiten an.
„Wenn das Wetter schlechter wird und es zeitiger dunkel wird, dann wird gern auf unser Programm geschaut und die Teilnehmer nehmen an den Kursen teil“, berichtet sie. So sei das zu Ende gegangen Herbstsemester durchaus ein erfolgreiches gewesen, weil das Kursangebot gut gebucht worden sein. „Es war wie vor Corona. Normalität“, freut sie sich mit ihren Kolleginnen.
Aber heißt das nun im Umkehrschluss und vor allem, wenn die Tage wieder länger werden, dass ein Frühjahrssemester weniger Sinn hat? Das wird mit einem Lachen verneint. Schließlich gebe es Angebote, die nur in dieser Jahreszeit auch wirklich durchgeführt werden können, beziehungsweise die besser Anklang finden. Stichwort Sprachen, vor der Urlaubszeit ja durchaus verständlich. Oder auch Exkursionen, die sich im Frühjahr und Sommer besser anbieten.
Volkshochschule Weißwasser will über Verschwörungsmythen aufklären
Auf 150 Seiten im Heft oder auf der Internetseite (www.vhs-dle.de) finde sich sein abwechslungsreiches Programm. Dabei packt die Volkshochschule durchaus auch heiße Eisen beziehungsweise Themen an, über die viel diskutiert wird, aber viel (gefährliches) Halbwissen im Umlauf ist. Eine fundierte Basis können dabei nicht das schlechteste Pfund sein, ist sich Katrin Delitz da ziemlich sicher. In einem spannenden „Superwahljahr“ in Sachsen nicht ganz von der Hand zu weisen. Mit Thomas Kornek aus Cottbus habe man zudem einen versierten Referenten finden können.
Doch um welche Themen soll es nun gehen? Der erste Vortragsabend startet am 21. Februar um 18 Uhr. Das Thema lautet „Von den Illuminaten zu QAnon – gefährden Verschwörungsideologien die Demokratie?“ Der Abend bietet einen Überblick über den Ursprung und die Erzählungen hinter einigen verbreiteten Verschwörungsideologien. Auch geht der Referent der Frage nach, warum der Verschwörungsglaube gerade in heutigen Zeiten wieder im Anstieg begriffen ist und ob von ihm eine echte Gefahr ausgeht – für das gesellschaftliche Miteinander, für demokratische Prozesse und deren Institutionen. Eine Anmeldung ist hierfür bis zum 14. Februar notwendig.
„Ich denke, dass nach dem Vortrag noch genug Zeit bleiben wird, um vielleicht auch ins Gespräch zu kommen“, so Katrin Delitz.
Diese Themen stehen noch im Fokus der VHS Weißwasser
Auch die anderen Themen in dieser abendlichen Vortragsreihe haben genug Potenzial, um zum Nachdenken anzuregen und für den Austausch zu sorgen. Wenn es Miteinander-Gespräche sind, nicht die schlechteste Ausgangsbasis. So heißt es am 1. März ab 18 Uhr: „Die Pest“ – Corona und seine Folgen. Ausgangspunkt für den Abend ist das Buch „Die Pest“ von Camus. Es steht sei März 2020 auf Frankreichs Bestsellerlisten und ist in der 90. Neuauflage ausverkauft. Welche Wirkung erzielt dieses Buch in der Gegenwart? Darüber wird zu reden sein.
Genau wie über „Die Arbeit der Treuhand – zwischen Aufarbeitung und Abrechnung“. Gerade für Weißwasser sicherlich auch ein schwieriges Kapitel der Geschichte. Der Vortrag am 15. März gibt Einblick in die Arbeit der Treuhandgesellschaft. Daneben soll aber auch Zeit für Gespräche über die Erfahrungen mit der wirtschaftlichen Entwicklung der „Nachwendezeit“ sein.
Mit „Grundlagen des Islam – Glaubenspraxis, Kultur, politische Macht“ erfolgt dann am 10. April der Schlusspunkt unter diese Vortragsreihe. Wobei gerade dieser Vortrag den ein Einstieg in ein sehr komplexes Thema vorgibt. Bei Interesse ist eine thematische Vertiefung in späteren Veranstaltungen möglich, denkt das VHS-Team schon mal voraus.
Neben diesem neuen Angebot wird die Reihe „Kontrovers vor Ort“ mit spannenden Themen fortgesetzt. Diese hat sich mittlerweile auch einen Namen gemacht. „Das schöne ist, dass sich die Referenten auf die jeweiligen Zuschauerzahlen einstellen“, so Katrin Delitz.
Was der VHS in Weißwasser noch wichtig ist
Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung bleibt Kooperationspartner genauso wie das SKZ Telux in Weißwasser. So heißt es am 6. März „Punk in der DDR – Schrei nach Freiheit oder nur Kopie des Westens?“ Geralf Pochop war selbst Punk und landet dafür zweimal im Gefängnis. Als Zeitzeuge kann er also sehr gut berichten.
Nicht weniger spannend ist das Thema „Der russische Krieg in der Ukraine und die Schlacht der Propaganda“ am 22. März. Die Referenten beleuchten die ukrainische und russische Version der Wahrheit und setzen sie in einen historischen und aktuellen Kontext.
Mit „Frauen in der Landschaft – vier ostdeutsche Politikerinnen im Filmporträt“ und „Gebt Afrika Arbeit, sonst kommt es zu Euch“ wird die Reihe am 19. April und 27. Mai fortgesetzt.

Lavendel blüht auf einem Feld der Agrargenossenschaft See. Auch dorthin geht es mit einer Exkursion der VHS.
Sebastian KahnertNeben den gewichtigen politischen Themen ist der VHS die Reihe „Regional-Saisonal“ wichtig. Diesmal entführt man in die Welt der Weiden und die Werkstatt eines Korbmachers, ins Lavendelfeld der Agrargenossenschaft See eG und den Acker der beim Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaften. Bei letztgenanntem Termin am 7. Juni können die Interessenten Getreide mit allen Sinnen erleben. Denn es geht auf einen Modellacker mit alten Getreidesorten sowie später in die Backstube. „Gerade die Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat wollen wir weiter ausbauen“, deutet Katrin Delitz an.
Fischereischein und Kunsttour
Was die VHS im Frühjahrssemester noch alles anbietet:
● Die Vortragsreihe im Bereich Gesundheit wird dieses durch das Thea Aromaöle ergänzt. Der Vortrag ist für den 16. März ab 10 Uhr geplant.
● Es wird einen Infoabend zum Thema Fasten geben. „Fasten für gesunde Menschen nach der Buchingermethode“ heißt es am 24. April ab 18 Uhr.
● Für den Workshop Drums Alive am 20. April werden schon Anmeldungen entgegengenommen.
● Der nächste Vorbereitungslehrgang auf den sächsischen Fischereischein startet am 1. März. An zwei Wochenenden werden die Teilnehmer auf die Fischereiprüfung vorbereitet.
● Am Tag des offenen Ateliers bietet die VHS eine Exkursion nach Cottbus an. Am 4. Mai wird man drei Künstlerinnen in Cottbus einen Besuch abstatten.
● Am 25. Mai heißt es „Auf den Spuren Cottbuser Kunstwerke und Jugendstilhäuser“. Mit einem Kleinbus wird ab Weißwasser gestartet. „Die Teilnehmer können sich auf eine sehr unterhaltsame Stadtführung freuen“, so Karola Petrick.
► Nachfragen zu den einzelnen Programmpunkten sowie den Anmeldemodalitäten ist unter 03576/27830 möglich.
