Mit der Umsiedlung von Mühlrose verliert die Gemeinde Trebendorf rund 200 Einwohner. Diese ziehen zum Großteil nach Schleife. Dort hat inzwischen am Lieskauer Weg die Erschließung des Areals begonnen. Wie Bauamtsleiter Steffen Seidlich jüngst erklärte, werden dort Vorbereitungen getroffen, dass das Gebiet medientechnisch erschlossen wird.

Neubürger willkommen

Allerdings lässt Trebendorfs Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) nicht locker, weitere Neubürger in Trebendorf begrüßen zu können. Denn: Mit dem Revierkonzept des Energiekonzerns Leag sind bereits planerisch festgelegt Baugrundstücke in Trebendorf nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck zu gebrauchen. Wäre nämlich der Tagebau Nochten-II aufgeschlossen worden, dann hätten vorrangig Einwohner aus Klein-Trebendorf die Grundstücke erhalten. Dafür hatte einst Leag-Vorgänger Vattenfall Grundstücke erworben und diese für jene Umsiedler reserviert.

Nochten-II kommt aber nicht. Folglich sind die Grundstücke, bis auf Umsiedler von Hinterberg, bislang ungenutzt. Und das ärgert vor allem Waldemar Locke. „Wir wünschen uns, dass die Grundstücke nun an Leute verkauft werden, die nach Trebendorf ziehen wollen“, sagt er. Locke wisse, dass es einige Interessenten gäbe, die Leag aber bislang nicht dem Verkauf zu gestimmt habe. „Bei unserem letzten Treffen hat die Leag jedoch Rauchzeichen gegeben, dass sie die Grundstücke nun anbieten will“, erklärt Locke während der jüngsten Ratssitzung.

Keine Einladung

Tatsächlich ist es aber noch nicht soweit, wie Leag-Sprecher Thoralf Schirmer erklärt: „Es wird in unserem Hause derzeit geprüft, ob und wie die Grundstücke veräußert werden“, sagt er. Gern wären Leag-Verantwortliche auch in den Trebendorfer Rat gekommen, um den Gemeinderäten die Situation und die Lage zu erklären. „Allerdings hat bislang die Gemeinde uns dazu nicht eingeladen“, berichtet Schirmer.

Hinzu kommt, dass die Stadt Weißwasser in einer Stellungnahme auf die Situation hingewiesen hat, dass die heute zum Teil voll erschlossenen Gebiete „der Gemeinde Trebendorf in Zukunft hohe Unterhaltungsaufwendungen verursachen“ dürften. Weiter heißt es in der Stellungnahme, dass „die große Kreisstadt Weißwasser befürchtet, dass die Planungen überdimensioniert waren und nun durch die öffentliche Vermarktung zu einer Schwächung des Mittelzentrums Weißwasser führen.“

Andere Rahmenbedingungen

Schließlich seien durch die Energiepolitik der Bundesregierung veränderte Rahmenbedingungen entstanden, auf die etwa die Leag als Unternehmen mit dem Revierkonzept reagiert habe. Insofern stehe aus Sicht der Stadtverwaltung Weißwasser die Frage, ob die immerhin sieben Bebauungspläne in Trebendorf nach gegenwärtigen Stand angemessen sind. „Grundsätzlich sollte“, so heißt es aus dem Rathaus, „vor der Ausweisung eines neuen Ansiedlungsstandortes überlegt werden, wie man zukünftig mit den älteren Ansiedelungsstandorten umgehen will. Es gilt, ein Ungleichgewicht zu Lasten der Nachbargemeinden zu vermeiden.“

Das berechtigte Anliegen des Trebendorfer Bürgermeisters, neue Einwohner für Trebendorf zu gewinnen und dafür die Grundstücksflächen der Leag zu nutzen, will Weißwasser nicht in Abrede stellen, argumentiert Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch. Allerdings müsse nach einer Lösung für die derzeit aus Sicht der Stadt zu großdimensionierten Flächen gesucht werden.