Tag des offenen Denkmals: Sanierter Niederländischer Hof und Brauerei öffnen Türen

Was für eine Verwandlung! Der Niederländische Hof, neben der ehemaligen Brauerei in Bad Muskau gelegen, ist schöner denn je. Am Tag des offenen Denkmals gibt es dort allerhand zu erleben.
Regina Weiß- Niederländischer Hof in Bad Muskau ist außen saniert und zeigt neogotischen Glanz.
- Tag des offenen Denkmals 2026: Stiftung öffnet Gelände und feiert von 14 bis 17 Uhr.
- Programm mit Fassanstich um 14.30 Uhr – Musik, Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Bier.
- Führungen: Innenausbau Sudhaus um 15 und 16 Uhr, historische Elemente um 15 und 16.30 Uhr.
- Weitere Angebote in der Region, etwa Führungen in Nochten und offene Häuser in Niesky.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dass der Niederländische Hof mal mit dem Neuen Schloss im Muskauer Park in Konkurrenz treten wird, hat Cord Panning, schon vor Jahren vorhergesagt. Der Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau hat aber im gleichen Atemzug betont, dafür brauche es Geduld, Zeit und Geld. Und es brauchte Fantasie, sich die gesagten Worte wirklich vorstellen zu können.
Wer jetzt am Maßmannplatz in Bad Muskau über den Zaun lunscht, der sieht: Geduld, Zeit und Geld haben sich wahrlich gelohnt. Der Niederländische Hof ist nicht wiederzuerkennen.
Aus dem unschönen und in die Jahre gekommenen Ziegelbau ist ein Schmuckstück der Neogotik geworden. Um eine Etage gewachsen, stehen die Ziertürmchen und das zweifarbige Dach sozusagen on top. Handwerker, die dort mitgewirkt haben, können sicherlich ihren Enkeln noch stolz darüber berichten.
Niederländischer Hof lässt Gerüste fallen: Das wird gefeiert
Nun, wo die Gerüste an fast allen Stellen beim Ensemble Brauerei und Niederländischer Hof gefallen sind, wird wirklich sichtbar, welcher bauliche Schatz inmitten der Parkstadt steht. Und die Frage wird immer offensichtlicher: Was kommt nach der umfangreichen äußeren Sanierung?
Darauf will die Stiftung eine Antwort geben. Traditionell nutzt sie dafür den Tag des offenen Denkmals, der im Jahr 2026 am 13. September begangen wird. Dann wird der Zaun geöffnet und Gäste können sich selbst ein Bild davon machen, was alles auf dem Gelände passiert ist.
Und die Stiftung will die neue Pracht natürlich auch etwas feiern. Dafür hat sie mit Partnern einiges vorbereitet und lädt an besagtem Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu einer kleinen Einweihungsfeier auf das Brauereigelände ein.
Das Programm bietet Einblicke in die weiterführenden Planungen beim Innenausbau der Brauerei sowie in die künftige Gestaltung des Innenhofs. Musikalisch umrahmt wird der Nachmittag vom Band-Projekt Citta Fernandez. Dazu gibt es Kaffee, Kuchen, Eis, Bratwurst und Fürst-Pückler-Bier, so Pressesprecherin Sophie Geisler.
Nach der Begrüßung um 14 Uhr erfolgt eine halbe Stunde später der Fassanstich und das Ausschenken von Freigetränken an die ersten Besucher. Danach sind verschiedene Themenpunkte geplant.
Um 15 und 16 Uhr erfahren Besucher etwas zum Innenausbau des Sudhauses in der Brauerei. Diese Aufgabe hat die Weise Planungsgesellschaft aus Görlitz übernommen.
Restaurator Rayk Grieger aus Görlitz wiederum spricht um 15 Uhr sowie 16.30 Uhr über die historischen Gestaltungselemente bei der Sanierung von Brauerei und Niederländischem Hof.
Bierbrauen hat in Bad Muskau eine lange Tradition
Die Stiftung selbst wird darüber aufklären, wie der Brauereihof künftig aussehen soll. Um 15.30 und 16.30 Uhr erfahren Gäste dazu die weiteren Schritte. Spannend dürfte sein, ob die Wiederherstellung von Teilbereichen nach historischem Vorbild eine Rolle spielen wird.
Wer aber nur kommt, um Kuchen und Bratwurst vom Historica-Verein und dem Förderverein Fürst-Pückler-Park in gemütlicher Runde zu genießen, der ist auch richtig. Denn dass sich jetzt schon gut im Brauereihof sitzen lässt, das hat nicht nur der Tag des offenen Denkmals 2025 unter Beweis gestellt.
Geht es nach den Bad Muskauern, dann sollte diese Nutzung keine Eintagsfliege bleiben. Schließlich hat Muskau eine lange Biertradition, wie die Forschungen des Freundeskreises Historica belegen. Die Herstellung von alkoholhaltigem Bier in der Brauerei liegt hingegen schon viele, viele Jahrzehnte zurück. Ab den 1960er Jahren bis 1974 wurde in Bad Muskau noch Malzbier gebraut, später nur noch alkoholfreie Getränke abgefüllt. 1991 wurde die Produktion eingestellt.

So sah es noch 2023 aus: Der Niederländische Hof fällt im Gegensatz zur Fassade der Brauerei in Bad Muskau deutlich ab. Dann hatten auch dort die Sanierungen begonnen.
Regina Weiß (Archivbild)Danach holte sich die Natur viel zurück. Gerade mal neun Jahre ist es her, dass der Dornröschenschlaf ein Ende hatte. Und ganz wie beim Märchen mussten sich die Mitarbeiter der Stiftung durch wucherndes Grünzeug kämpfen.
Die Brauerei und der Niederländische Hof sind wachgeküsst worden. Nun sind sicherlich alle gespannt, wie sich das Gelände weiterentwickeln wird.
Noch mehr Möglichkeiten zum Tag des offenen Denkmals
Der sogenannte „Holzkonsum“ ist ein ehemaliger Lebensmittelverkaufspavillon in der Nieskyer Holzhaussiedlung Neu-Ödernitz. Wie auch die anderen Holzhäuser in der Stadt wurde der Pavillon vor etwa einhundert Jahren von der Christoph & Unmack AG in Holzfertigbauweise errichtet. Das Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz und wird unter anderem vom Museum Niesky für Ausstellungszwecke genutzt. Er ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ehemalige Angehörige des Waggonbaus Niesky werden durch die Ausstellung „Lichtbogen – Werksfotografie aus dem ehem. VEB Waggonbau Niesky“ führen. Das Johann-Raschke-Haus und das Konrad-Wachsmann-Haus haben aus Anlass des Aktionstages freien Eintritt.
Im Tagebauvorfeld Nochten gibt es stündlich von 10 bis 15 Uhr Führungen über die Ausgrabungen des ehemaligen Torhauses von Mühlrose mit Vertretern der Außenstelle vom Landesamt für Archäologie Sachsen in Weißwasser. Das Torhaus befand sich am Hauptweg des Jagdreviers der Standesherrschaft Muskau und wird seit März 2026 archäologisch untersucht. Zu der ansonsten nicht mehr öffentlich zugänglichen Ausgrabung wird ein Shuttleservice angeboten. Von Rohne in Richtung Neustadt (Neustädter Straße); hinter Mulkwitz über die Brücke fahren und danach vor den Bahngleisen links abbiegen in die Betriebsstraße (Leag). An der Schranke Pkw abstellen. Von dort geht es mit einem Shuttle zur archäologischen Ausgrabungsstätte.
Noch mehr Informationen gibt es unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de

