Tag des offenen Denkmals 2024: In Weißwasser gibt es viel zu sehen – die Angebote

Blick auf den eingerüsteten Bahnhof von Weißwasser. Er gehört zu den Strukturförderprojekten, die die Stadt in den nächsten Monaten umsetzt. Zum Tag des offenen Denkmals wird die Baustelle geöffnet.
Jürgen ScholzWeißwasser hält sein Gesicht verhüllt. Hinter der Plane wird es schön gemacht. Was genau passiert, das lässt sich nur erahnen. Wer neugierig ist, kann nun die Plane ein Stück anheben, zumindest symbolisch.
Möglich macht das ein Angebot der Stadt Weißwasser zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2024. Die Stadtverwaltung bietet stündliche Führungen durch die Sanierungsbaustelle mit Dorit Baumeister, Referatsleiterin der Stadtverwaltung Weißwasser, an. Wer daran teilnehmen möchte, der sollte sich um 11/12/13 oder 14 Uhr am Bahnhof einfinden.
Der Bahnhof gehört zu den Strukturförderprojekten, die Weißwasser in Angriff nimmt. Seit mehreren Monaten geben sich im Backsteingebäude die Bauleute die Klinke in die Hand.
Der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof Weißwasser wurde 1866/1867 an der Bahnstrecke Berlin-Görlitz errichtet. Er begründete die industriegeschichtliche Entwicklung von Weißwasser als Stadt des Glases, des Lichts und der Kohle. Anfang des 20. Jahrhunderts gilt sie mit 30 Glasschmelzöfen in elf Fabriken als der größte glasproduzierende Ort der Welt.
Aus dem Gebäude, was die Stadt als das Tor und Gesicht der Stadt bezeichnet, soll ein Bürger- und Kulturbahnhof werden. Wie viel Strecke das Bauvorhaben schon zurückgelegt und noch vor sich hat, wird man am 8. September sehen können.
Die Angebote in Weißwasser zum Tag des offenen Denkmals
Wer sich in an diesem Tag in Weißwasser noch weiter umsehen kann, hat dazu vielfältige Möglichkeiten.
In der Evangelischen Kreuzkirche Weißwasser gibt es halbstündige Führungen durch Fördervereinsmitglieder ab 11 Uhr sowie eine Fotoausstellung mit historischen Fotos und die Möglichkeit der Kirchturmbesteigung.
Die Katholische Heilig Kreuz Kirche Weißwasser lädt ab 11 Uhr zu Führungen ein. Diese werden durch Fördervereinsmitglieder übernommen. Führungen durch Fördervereinsmitglieder ab 11.00 Uhr
Das Glasmuseum Weißwasser wartet am Sonntag von 13 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt auf. Neben der Dauerausstellung ist die aktuelle Sonderschau „Zwei Hütten ein Gründer“ zu sehen, teilt die Stadtverwaltung mit.
Das ehemalige Glaszentrallager der Vereinigten Lausitzer Glaswerke – bekannt als Neufert-Bau – kann am Tag des offenen Denkmals ebenfalls besichtigt werden. Hier findet um 15 Uhr eine Führung mit Fördervereinsmitglied und Architektin Anne Petrick statt.
Wer noch weiter in der Geschichte zurückblicken möchte, der ist beim Landesamt für Archäologie richtig. Dieses lädt ins Vorfeld vom Tagebau Nochten ein.
Im Vorfeld des Braunkohletagebaus Nochten wurden bei Mühlrose Reste der Ziegelei der Standesherrschaft Muskau freigelegt. Nach Schriftquellen existierte sie von 1750 bis 1846. Bisher konnten Teile des Gehöftes des Ziegelmeisters und ein Ofen archäologisch untersucht werden. Der Ofen hatte eine runde Form. Sein Durchmesser war 8,70 Meter groß und besaß kreuzförmig angeordnete Heiz-/Belüftungskanäle. Vor den Kanälen befanden sich trapezförmige Räume, die vermutlich das Brennmaterial und den Ziegelmeister vor Regen schützten. Der Ton für die Ziegel wurde unmittelbar aus einer Grube vor Ort gewonnen.
Wer vor Ort mit den Fachleuten ins Gespräch kommen will, sollte den Parkplatz an der Straße zwischen Schleife und Mühlrose anfahren. Von dort ist ein 500 Meter weiter Fußweg ausgeschildert. Die Fachleute des Landesamts für Archäologie Sachsen erklären vor Ort Befunde und Funde der Ausgrabung. Sie sind von 10 bis 14 Uhr vor Ort.
Was noch besucht werden kann
In der Kreisstadt Görlitz können allein 30 Gebäude zum Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Das Schlesische Museum öffnet außer dem Schönhof auch das Hallenhaus Goldener Baum, Untermarkt 4. Die beiden Gebäude zählen zu den bedeutendsten Görlitzer Hallenhäusern mit Fassaden aus der Renaissance, die das Flair und den Wert der denkmalgeschützten Altstadt ausmachen. Die spätgotische Halle des Goldenen Baums stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist damit eine der ältesten ihrer Art in Görlitz. Im Erdgeschoss des normalerweise verschlossenen Verwaltungsgebäudes des Museums können Besucher den Hallenhaus-Charakter erleben und Erinnerungen an den früheren Gasthof wachwerden lassen. Eine Präsentation erinnert mit zahlreichen Fotos von einst und heute an die Sanierung der beiden bedeutenden Gebäude des Schlesischen Museums zu Görlitz.
Auch im jüngsten Weltkulturerbe Sachsens in Herrnhut können sich interessierte Besucher umschauen. So ist das Zinzendorf-Schloss von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Es finden Führungen durch das Zinzendorf-Schloss, den Kulturspeicher mit der historischen Schwarzküche und die ehemalige Hofscheune nach Bedarf statt. Außerdem gibt es eine Filmvorführung über den Aufbau des verfallenen Denkmals. Kaffee und Kuchen werden ausgeschenkt.
Unter https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm sind alle Angebote an diesem Sonntag in Sachsen zu finden.


