Station Weißwasser: Neue Spendenaktion für die Zeit bis zum neuen Gebäude

Punsch zum Aufwärmen: Vor der Baracke der alten Station junger Techniker Naturforscher wurde ein Apfelbäumchen gepflanzt als Hoffnungsschimmer für die Übergangszeit bis zur erhofften neuen Station in Weißwasser.
Jürgen Scholz- Die Station junger Techniker und Naturforscher in Weißwasser startet eine Spendenaktion für die Übergangszeit.
- Der Neubau der Station ist für 2026 geplant, doch Fördermittelanträge verzögern sich.
- Die Station wird bis zur Fertigstellung an verschiedenen Orten weiterarbeiten – Kosten müssen gedeckt werden.
- Über das Crowdfunding-Projekt „99 Funken“ sollen 20.000 Euro gesammelt werden.
- Das Deutsche Zentrum für Astrophysik sieht die Station als Möglichkeit, Nachwuchs zu fördern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Pflanzen eines Apfelbäumchens soll Zuversicht verbreiten. Zuversicht, dass man die Früchte auch noch genießen kann. Beim Trägerverein der Station ist derzeit viel Zuversicht notwendig.
Zum einen stockt die Bearbeitung des Fördermittelantrags für den Neubau der neuen Station. Der Verein muss in der laufenden Planungsphase für das 4,9-Millionen-Euro-Projekt ohnehin schon in Vorleistung gehen. Ohne grünes Licht von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gibt es aber auch kein Darlehen von anderen Banken.
Und dann muss noch die Phase überwunden werden, wenn die alte Station junger Techniker und Naturforscher ab Mitte 2026 abgerissen und der Neubau beginnen wird. Gut zwei Jahre muss die Arbeit an verschiedenen Orten und teilweise die Miete finanziert werden.
Zu den Ausweichquartieren gehört gegenüber der Südpassage mit Kaufland das ehemalige RadioWSW-Gebäude, das der Stadtwerke Weißwasser GmbH gehört. Auf rund 300 Quadratmeter Fläche sollen die Mitarbeiter der Station ihre Büros haben, dort wird auch ein kleinerer Veranstaltungsraum sein und können kleinere Arbeitsgruppen arbeiten. Doch das kostet Geld. Deshalb startet die Station eine neue Spendenaktion.
Erster Spendenaufruf für die Planung und Neubau in Weißwasser
Er ist aber nicht zu verwechseln mit dem ersten Spendenaufruf, so Stationsleiter Bernd Frommelt. Der Verein muss für die Vorplanungen in Vorleistung gehen und etwa 150.000 Euro aufbringen. Die Hälfte davon wird beispielsweise über private Darlehn und Spenden aufgebracht, die andere Hälfte kommt über dein Bank-Darlehn. Das gibt es aber erst, wenn der Fördermittelgeber beziehungsweise die Sächsische Aufbaubank (SAB) grünes Licht gibt.
Da die aber momentan wegen der Überarbeitung der Richtlinien für die Strukturwandel-Förderung in den sächsischen Revieren laut Oberbürgermeisterin Katja Dietrich sich nicht mit Anträgen beschäftigen darf, gibt es ein Problem – für die Station ebenso wie beispielsweise für die kommunalen Gesundheitszentren in Boxberg und in Schleife.
Die Station will das verkürzen, indem sie bis etwa spätestens Ende März die überarbeitete Vorplanung vorlegt und einen Antrag auf vorzeitigen Maßnahmebeginn stellt, der die Förderung nicht gefährdet. Ob sich die SAB darauf einlässt, ist allerdings offen. Erst dann aber könnte der Verein auf das Darlehn der Bank zurückgreifen. „Die braucht diese Sicherheit“, zeigt Frommelt Verständnis.
Ohnehin musste das Projekt an einigen Stellen abgespeckt werden. So wird das von einer Firma in Weißwasser entwickelte neue Heizsystem nicht eingebaut. Insgesamt müssen Baupreissteigerungen seit 2021 ausgeglichen werden – sonst käme das Projekt mittlerweile auf rund sieben Millionen. Die Teuerung bei Baustoffen und Baufirmen werden über das Strukturwandel-Programm aber nicht akzeptiert.
Wann die neue Richtlinie für die Strukturwandel-Projekte in Sachsen verabschiedet wird, ist noch offen. Offiziell werden keine Daten genannt. Geld gibt es allerdings erst ab 2027. Und ob alle bereits vom Regionalen Begleitausschuss (RBA) bestätigten Projekte auch durchkommen, steht noch nicht fest.
In Weißwasser will das DZA auch Nachwuchs heranziehen
Der Apfelbaum, der einmal Cox Orange tragen soll, ist also ein Zeichen der Hoffnung. Und die neue Spendenaktion soll erst einmal helfen, die Durststrecke bis zur neuen Station zu überwinden. Über das Sparkassen-Crowdfunding-Projekt „99 Funken“ sollen 20.000 Euro für die laufende Arbeit der „Karawane“erreicht werden. Denn ohne festen Anlaufpunkt ähnelt die Arbeit der Station in den kommen beiden Jahren eher einer Karawane, die von Ort zu Ort zieht.

Die Karte macht deutlich: Die Angebote der Station werden auf verschiedene Orte verteilt - und wandern manchmal auch durch die Gegend. Deshalb wird die Station demnächst zur Karawane. Dafür wurde eine neue Spendensammlung gestartet.
Jürgen ScholzWas danach kommen könnte, skizzierte Martin Schwinzerl beim Spendenauftakt. Er kam vom europäischen Großforschungszentrum Cern zum Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA). Der Österreicher entschied sich für Weißwasser als Wohnort. Die Station mit ihrem Angebot wird als eine von mehreren Möglichkeiten gesehen, Kinder und Jugendliche für die DZA-Arbeit zu begeistern.
Das DZA ist derzeit im Aufbau. Erst vor drei Monaten wurde die Deutsches Zentrum für Astrophysik gGmbH beim Handelsregister Dresden eingetragen. Dieser Schritt aber bietet die Voraussetzungen für die weitere Arbeit des riesigen Strukturwandelprojekts, das einmal mehr als 350 wissenschaftliche, aber auch 350 technische und 200 administrative Stellen sowie 100 Ausbildungsplätze haben soll. Es werden also in den kommenden Jahren nicht nur Forscher gesucht, sondern auch Verwaltungs-Mitarbeiter und Fachkräfte ohne Studium.
Station junger Naturforscher wird zur Karawane und an diesen Orten zu finden sein
- In der Station selbst wird beispielsweise noch am 16. Dezember 2025 eine Buchlesung mit Heinz-Willi Richter stattfinden.
- In Bad Muskau entsteht ein Interimslager. Das Ganztagsangebot Kunst wird in die Friedrich-Froboeß-Schule ziehen.
- Die jungen Naturforscher nutzen Auftrittsmöglichkeiten beim ersten Weihnachtsmarkt der Hans-Fallada-Schule in Rietschen mit dem Thema „Überwintern wie die Profis“ (11. Dezember 2025, 14.30 bis 17 Uhr).
- Daneben wird im Tierpark die „Lernwerkstatt Natur“ während der Winterferien angeboten, gibt es tatkräftigen Naturschutz auf der Schmetterlingswiese in Weißwasser und wird das Repaircafe bereits am 18. Dezember 2025 die Stadtwerkstatt (Muskauer Straße 78) nutzen. Die Station wird nicht nur beim Weihnachtsmarkt auf dem Telux-Gelände sein, sondern auch künftig Räume und CNC-Technik des dortigen soziokulturellen Kulturzentrums nutzen können.
- Auch das Mehrgenerationenhaus Spinnnetz am Sorauer Platz hat sich als Partner angeboten. Der Freizeitpark wird für die Sternenbeobachtung genutzt und das Görlitzer Naturkundezentrum in der Arbeit der jungen Naturforscher einbezogen.
- Noch offen ist, wo beispielsweise die Kfz-Angebote unterkommen könnten. Aber 90 Prozent der Angebote sollen weiter bleiben, so Frommelt.
- Spenden für den Umzug an die Interims-Plätze und damit für die weitere Arbeit sind möglich bis zum 2. März 2026 über das 99Funken-Projekt der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, im Internet auf 99funken.de/die-karawane erreichbar.

