Silvester 2023 in Finsterwalde: Darum fordern Tierschützer ein Böllerverbot

Silvester bedeutet Stress für viele Tiere: Ein Chihuahua-Pekinesen-Mix versteckt sich hier vor lauten Knall-Geräuschen unter einem Sessel.
Daniel Maurer/dpa„Für die Tiere ist das der Horror in der Nacht.“ Sabine Delloch denkt mit einem unguten Gefühl an die bevorstehenden Silvester–Feierlichkeiten. Die Chefin des Tierschutzvereins Finsterwalde hat in den vergangenen Jahren bereits einige Erfahrung mit verschreckten und extrem verängstigten Tieren gesammelt.
Ihre Katzen seien am Silvestertag schon am Nachmittag in der Wohnung. Auf die abendlichen Freigänge wird dann verzichtet, berichtet sie.
Hunde und Katzen reagieren besonders sensibel
Neben Katzen würden besonders Hunde empfindlich auf die Knallerei reagieren. So berichtet Sabine Delloch von ihrer Dalmatiner–Hündin, die sie am Silvesterabend um halb zehn kaum zum Gassigang bewegen konnte. „Die Knallerei hatte ja schon am Nachmittag begonnen“, so Sabine Delloch. „Ich musste meine Hündin hinaustragen, mit Leine und Halsband, nicht dass sie noch wegrennt.“
Im Haus habe sie dann alle Jalousien geschlossen, leise Musik abgespielt und sich mit der Hündin auf die Couch gesetzt, um sie zu beruhigen.
Auch wenn die Chefin des Tierschutzvereins ein generelles Böllerverbot begrüßen würde, will sie den Menschen nicht gänzlich den Spaß an einem Feuerwerk zum Jahreswechsel absprechen. „Es dürfte in den Städten nur bestimmte Plätze geben, wo Silvesterfeuerwerk erlaubt ist“, beschreibt sie einen möglichen Kompromiss.
Diese Tipps gibt der Tierschutzbund
Der Deutsche Tierschutzbund hat ebenfalls einige Tipps für die Silvesternacht. So sollten am Silvesterabend Türen und Fenster geschlossen sein, gegebenenfalls könnten auch Rollos heruntergelassen werden, um den Lärm und das Blitzgewitter ein wenig zu dämpfen. Idealerweise sollte für Hunde, Katzen, Vögel, Meerschweinchen und andere Kleintiere ein ruhiger Platz in einem Raum geschaffen werden, der nicht direkt zur Straßenseite liegt. Vogel– und Kleintierkäfige sollten dabei weit vom Fenster entfernt stehen und zusätzlich durch ein großes Tuch abgedeckt werden.
Beruhigungsmittel sollten ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt verabreicht werden und nur dann, wenn bekannt ist, dass das Tier extrem ängstlich auf laute Geräusche reagiert. Meist reiche es schon, wenn eine vertraute Bezugsperson an einem solchen Abend bei den Tieren bleibe und ihnen als souveräner „Rudelführer“ durch einen bewusst ruhigen und entspannten Umgang Sicherheit vermittle.
Sabine Delloch wünscht sich, dass in der Silvesternacht Rücksicht auf die Tiere genommen wird. Und sie hat noch ein Anliegen: „Ich möchte mich bei all denen bedanken, die uns in diesem Jahr so sehr unterstützt haben.“

