Schule in Sagar: „Manege frei!“ – wie Kinder zu Zirkus-Akrobaten werden

Manege frei für die jungen Akrobatinnen der Grundschule Sagar. Beim Projektzirkus haben die Schüler eine Menge Spaß und lernen wichtige Dinge für ihr Leben.
Willy Klein- Grundschule Sagar veranstaltet Zirkusprojekt, bei dem Kinder Akrobatik lernen.
- Projekt von Familie Sperlich, die Kinder ans Zirkusleben heranführt.
- Kinder zahlen 25 Euro, unterstützt von Förderverein und Sponsoren.
- Aufführungen am 29. und 30. April, Eintritt für Kinder 3 Euro, Erwachsene 12 Euro.
- Ehemalige Zirkusschüler besuchen nun die Veranstaltungen mit eigenen Kindern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie kommt man eigentlich dazu, beim Zirkus zu arbeiten? „Meistens wird man da reingeboren“, sagt Jill Sperlich vom ersten ostdeutschen Projektzirkus Andre Sperlich. Wer damit aufgewachsen ist, immer unterwegs zu sein, dem würden die eigenen vier Wände schon nach kurzer Zeit beengend vorkommen. So geht es auch Jill Sperlich, wenn die Familie im Winter ihr Quartier in Lutherstadt Wittenberg aufschlägt.
Es sei zwar nicht sehr häufig der Fall, ab und an komme es aber doch vor, dass sich Menschen, die nicht damit groß geworden sind, für das Zirkusleben begeistern können. Um diese Begeisterung bereits im frühen Kinderalter zu wecken, hat sich der Projektzirkus zur Aufgabe gemacht, Kinder aus ganz Deutschland aktiv am Zirkusleben teilhaben zu lassen. Auch wenn die meisten Kindern später nicht im Zirkus arbeiten werden, gibt es eine Menge zu lernen.
So arbeitet ein Projektzirkus mit Kindern
Aktuell machen die Sperlichs in Sagar halt. Auf dem Sportplatz am Kulturhaus steht das weiß-rote Zirkuszelt. Die gesamte Grundschule ist mit dem Proben beschäftigt. Luis aus Krauschwitz zeigt besonderes akrobatisches Talent auf dem Schwebebalken oder am Trapez. „Ich habe schon zweimal bei einem Kinderzirkus mitgemacht“, sagt der Grundschüler. Das fällt auch Trainerin Jill Sperlich auf.
Doch nicht nur junge Akrobaten werden in Sagar gesucht. Jedes Kind wird, je nach Vorliebe und Talent, in eine Gruppe eingeteilt. Clowns, Jongleure, Piraten mit Schwerttricks und viele weitere Vorführungen wird es in dem kleinen Zirkuszelt geben. „Wir sind dafür da, dass jedes Kind mal so richtig aus sich herauskommen kann“, erklärt Jill Sperlich.
Der Zirkus ist nicht zum ersten Mal in Sagar zu Gast
„Es geht darum, dass jeder Kind mal in eine andere Rolle schlüpft, aus seiner Komfortzone hinauskommt und Dinge tut, die es sonst nie tun würde“, erklärt Schulleiterin Marion Jainsch. So bräuchte der Trapezkünstler zum Beispiel besonders viel Mut oder der Clown ein großes Selbstbewusstsein.

In diesem Zirkuszelt auf dem Sportplatz in Sagar finden die Aufführungen der Grundschüler statt.
Willy Klein„Das Wichtigste an dieser ganze Sache ist, dass die Klassen gemischt sind“, findet Marion Jainsch. Das stärke die Sozialkompetenz und den Gemeinsinn der Kinder. „Sie spüren, dass jeder einzelne wichtig ist, sonst funktioniert die ganze Darbietung nicht“, erklärt die Schulleiterin. Deshalb hat sie sich dafür eingesetzt, dass der Projektzirkus zum zweiten Mal nach 2018 nach Sagar kommt.
Wer finanziert den Kinderzirkus in Sagar?
Wer jetzt denkt, dass der Schulprojektzirkus von Fördergeldern finanziert wird, irrt sich. Das Familienunternehmen trägt sich seit 19 Jahren selbst. Der Zirkus wird von der Schule gebucht. Die Kinder zahlen dann 25 Euro Teilnahmegebühren. In Sagar greift ihnen dabei der Förderverein der Schule mit fünf Euro pro Kind unter die Arme, um für ein wenig Entlastung zu sorgen.
„Der Schulträger kommt für die Miete des Sportplatzes und des Kulturhauses auf“, sagt Marion Jainsch. Die Firma ERF aus Weißwasser ist ebenfalls an Bord und sponsert den Stromanschluss. Zusätzlich sorgen Ticketverkäufe für die Finanzierung der Veranstaltung. Drei Euro zahlen Kinder bis 14 Jahren. Für alle anderen kostet der Eintritt 12 Euro. Die Premiere ist für den 29. April um 17 Uhr angesetzt. Außerdem kann man Clowns, Trapezkünstler und Co am 30. April jeweils um 10 und 15 Uhr bestaunen.
Für Akrobatiktrainerin Jill Sperlich ist es die größte Belohnung, wenn sie merkt, dass ihre Arbeit bei den Kindern einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. „Einige ehemalige Zirkus-Schüler haben mittlerweile eigene Kinder und kommen jetzt als Gäste zu den Veranstaltungen“, erzählt sie. Daran merke man, dass es sich bei dem Projektzirkus um eine einmalige Erfahrung handle, die Kinder das ganze Leben lang prägen könne.


