Das Dankeschön via Handyvideo kommt von Herzen und es geht zu Herzen. Der erste Hilfstransport aus Weißwasser ist in Charkiw (Charkow) in der Ukraine angekommen. Bis in die kleinste Ecke war er voll gestopft. Die, die Danke sagen, stehen vor der ukrainischen Landesflagge und Barrikaden.
„Der Krieg ist nicht weit weg“, sagt Sylvio Grabein in Weißwasser und muss mit seinen Emotionen kämpfen. Der Bauunternehmer und seine Frau Svitlana erleben seit Tagen eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Trauer, Wut, Hoffnung, Erstaunen, Freude und Dankbarkeit – alles ist dabei. „Toll, wie meine Frau das alles stemmt“, sagt der Weißwasseraner. Er unterstütze, wo er kann.

Görlitz

Familie ist in der Ukraine

Svitlana Grabein ist seit 2004 in Deutschland. Sie stammt aus der Westukraine, aus Riwne (Rowno). Eltern, Tanten, Cousin – eine große Familie lebt auch heute noch in dem Land, dass Russland überfallen hat. Sie stehen für ihr Land ein. Soll heißen, sie werden kämpfen, wenn es soweit kommt. Schon jetzt werden Molotow-Cocktails gebastelt.
Für den Familienteil in Deutschland sei es wichtig, nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern Hilfstransporte zu organisieren. Der erste ist am Dienstag (1. März) gefahren, der zweite am Donnerstagabend. Die Fahrer kommen aus der Ukraine, haben ihre eigenen Passagierscheine, sind als Hilfstransporte gekennzeichnet und verkehren nicht auf den großen Flüchtlingsrouten.
So gelingt es, dass die Ware direkt in Charkow und Kiew ankommt. Also genau dort, wo sie auch gebraucht werden. „Wir hoffen, dass die Fahrer gesund zurückkommen und wir den nächsten Transporter bestücken können“, so Sylvio Grabein.
Denn die Spendenbereitschaft ist nach einem Aufruf in den Sozialen Netzwerken ungebrochen. Bauunternehmer, Ärzte, Apotheken sowie viele Weißwasseraner bringen Hilfsgüter vorbei. Vor allem Margit Hofe vom Pflege- und Betreuungszentrum Weißwasser habe sich ins Zeug gelegt, finden Grabeins. Svitlana Grabeins Hausärztin wollte erst mit vielen Euros unterstützen. „Später kam der Anruf, wir sollen mit einem Transporter zur Apotheke am Eisstadion kommen. Was soll man denn dazu noch sagen“, kämpft die Frau mit den Tränen. Diese Welle der Hilfsbereitschaft habe sie nicht erwartet.

Was an Hilfe gebraucht wird?

Geplant ist nun auch, Flüchtlinge mit nach Deutschland zu bringen. Deshalb haben Grabeins ihre Fühler schon nach Unterkünften ausgestreckt und auch dort Angebote erhalten.
Doch auch Hilfsgüter sind bei Grabeins weiter willkommen. Konkret geht es um Folgendes: Isomatten, Schlafsäcke, warme Kleidung, haltbare Lebensmittel (von der Dosensuppe bis zu Teigwaren), Verbandsmaterial, Medikamente, Kinderkleidung und -nahrung, Trockenmilch und Windeln. Das alles wird in den Räumen der Firma an der Görlitzer Straße 15a in Weißwasser zwischengelagert.
Wer Fragen hat, kann sich unter den Nummern 03576/209888 sowie 0160/8238899 melden.
Über die Lage in der Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.