Panne in Sachsen: 320 Polizeianwärter müssen Prüfung wiederholen

Ein Richtungspfeil mit der Aufschrift „Hochschule der Sächsischen Polizei“ steht an einer Straße. In Sachsen hat es erneut eine Prüfungspanne gegeben. (Symbolbild)
Robert Michael/dpa- 320 Polizeianwärter in Sachsen müssen Abschlussprüfung wegen unfairer Bedingungen wiederholen.
- Grund: Aufgaben überschneiden sich mit einer Prüfung von vor zwei Jahren, die einigen bekannt war.
- Prüfungen an Polizeifachschulen in Chemnitz, Leipzig und Schneeberg wurden annulliert.
- Disziplinarverfahren läuft, Ursache wird als „individuelle Fehlleistung“ vermutet.
- Wiederholung der Prüfung soll in den nächsten Wochen stattfinden, um Zeitplan einzuhalten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Sachsen müssen sämtliche Polizeianwärter ihre schriftlichen Abschlussprüfungen wiederholen. Grund dafür ist, dass die Bedingungen für einen Teil der Prüflinge nicht fair gewesen sind, sagte André Schäfer, Sprecher der Polizeihochschule in Rothenburg der Deutschen Presse-Agentur.
Demnach mussten die Prüfungen an den Polizeifachschulen Chemnitz, Leipzig und Schneeberg annulliert werden. Betroffen sind demnach alle 320 Polizeianwärter und -anwärterinnen des entsprechenden Jahrgangs.
Polizeihochschule in Sachsen: Individuelle Fehlleistung
Hintergrund ist eine „inhaltliche Überschneidung“ der Aufgaben mit einer Prüfung von vor zwei Jahren, sodass die Aufgaben einem Teil der Anwärter bereits bekannt gewesen waren. Weil dies den Qualitätsstandards der Hochschule der Sächsischen Polizei widerspreche, habe die Entscheidung so getroffen werden müssen. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, werde derzeit ermittelt. Es handle sich vermutlich um eine „individuelle Fehlleistung“, so Schäfer. Es sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.
Die Entscheidung habe schnell getroffen werden müssen, damit die Polizeianwärter wie geplant am 1. März des kommenden Jahres in ihre Dienststellen versetzt werden können, so Schäfer. In den nächsten Wochen solle die Prüfung nun wiederholt werden. „Das ist alles nicht schön.“ Für die Betroffenen bedeute das „doppelt Stress und die doppelte Möglichkeit durchzufallen“, so der Sprecher.
Die Hochschule war vor Jahren in einen handfesten Skandal um Prüfungsbetrug verstrickt. Ein Student hatte Dozenten darüber informiert, dass Studierenden Prüfungsaufgaben vorab zur Verfügung gestanden hatten. Die Hochschulleitung hatte auf die Hinweise zu zögerlich reagiert, weshalb der damalige Rektor abgelöst wurde. Wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses beschäftigten sich sogar Gerichte mit dem Prüfungsskandal.
