Die ehemalige Papierfabrik im Bad Muskauer Ortsteil Köbeln scheint die Diebe regelrecht wie ein Magnet anzuziehen. Nun haben sie am Montagabend (8. August) zugeschlagen. Auch diesmal wieder konnte ein Zeuge der Polizei gute Tipps geben, teilt die Polizei am Dienstag mit.
Der Anwohner hatte nämlich beobachtet, wie zwei Männer in der leer stehenden Fabrik Kabel und Kupferrohre zum Abtransport bereitlegten. Er verfolgte die Kriminellen und rief die Polizei, so schildert es die Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz.

Bad Muskau

Täter flüchten zu Fuß nach Brandenburg

Mehrere Streifen des Polizeireviers Weißwasser und der Bundespolizei rückten aus und verfolgten die Täter, die zu Fuß unterwegs waren. Da sich die Flucht unmittelbar an der Grenze zu Polen abspielte – hinter der ehemaligen Fabrik beginnt viel Kiefernwald – wurde auch die Polizei im Nachbarland alarmiert. Nach einer guten halben Stunde stellten die Beamten einen der Täter in Brandenburg und nahmen ihn fest, der andere entkam über ein Wehr der Neiße nach Polen.
Der Festgenommene machte zunächst falsche Angaben zu seinen Personalien, was die Polizisten jedoch aufklärten. Wie sich zeigte, wurde der 39-jährige Pole wegen eines Haftbefehls des Amtsgerichts Weißwasser bereits gesucht. Da er die offenen knapp 750 Euro Strafe nicht bezahlen konnte, brachten ihn die Beamten ins Gefängnis.
Letztmalig hatte im Mai ein Polizeieinsatz an der Feinpapierfabrik stattgefunden. Mit den verschiedenen Angriffen der mutmaßlichen Buntmetalldiebe steht schon eine filmreife Flucht über die Neiße beziehungsweise ein schlimmer Unfall. Einer der Buntmetalldiebe war bei seiner Tour vom Dach abgestürzt.