Verfolgungsfahrten gibt es an der Grenze zwischen Deutschland und Polen immer mal wieder. In den meisten Fällen geht es in folgende Richtung: über die Neiße nach Polen. In dem Fall, der sich am 4. November kurz nach Mitternacht ereignet hat, geht es genau andersherum.
Kräfte der polnischen Polizei stellen im Nachbarland einen weißen Kleintransporter fest, welcher zur Fahndung ausgeschrieben ist. Als sie den Ford zur Kontrolle stoppen wollen, beschleunigt dieser. Am Übergang in Podrosche, so Anja Leuschner von der Polizeidirektion Görlitz, gelingt dem Fahrzeug der Grenzübertritt. An der Stoßstange des Fahrzeugs folgt die polnische Polizei. Diese fordert schließlich Unterstützung vom Polizeirevier Weißwasser an. Mehrere Streifen eilen gegen 0.30 Uhr in Richtung Grenze.

Bei Verfolgungsjagd werden Autos beschädigt

Dabei kommt es zu einem Verkehrsunfall zwischen dem Fluchtwagen und dem polnischen Dienstfahrzeug. Auf der B115 nahe Bad Muskau überfährt der Ford zudem eine Verkehrsinsel und knallt gegen einen Streifenwagen des Reviers. Trotz der Kollision setzt der Flüchtende seine Fahrt fort. In Krauschwitz durchbricht er schließlich mehrere Zäune am Grünen Weg und bleibt dann stehen.
Doch die beiden Insassen kann das nicht stoppen. Sie rennen sofort in Richtung Wald davon.
Die Einsatzkräfte nehmen in der Dunkelheit die Verfolgung auf und fordern zudem einen Fährtenhund der Polizeidirektion Dresden an. Die Bundespolizei entsendet einen Hubschrauber. Schließlich nimmt das fliegende Auge eine Wärmequelle an einem Bach im Umfeld des Transporters wahr. Diese entpuppt sich als eine der Flüchtenden. Die Polizisten nimmt die 30-jährige polnische Tatverdächtige vorläufig fest, heißt es im Polizeibericht.

Fahndung nach dem zweiten Täter der Flucht läuft noch

Der Diensthund nimmt ebenfalls seine Arbeit auf. Die Fahndung nach dem zweiten Täter, möglicherweise ein 36-jähriger Landsmann, dauert am Freitag noch an.
Die Festgenommene muss sich aufgrund eines positiven Drogentests einer Blutentnahme unterziehen. Ob sie selbst gefahren ist, ist noch nicht bekannt. Sie wird unter anderem wegen des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, unerlaubten Entfernens vom Unfallort sowie Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt.
Verletzt wird bei der Verfolgungsfahrt und den Unfällen niemand. Der Sachschaden beträgt laut Polizeidirektion rund 10.000 Euro.